Italien gegen Deutschland Hitziges Duell ohne Sieger

Die deutsche Nationalmannschaft hat gegen Italien den ersten Sieg seit 1995 verpasst. Das Freundschaftsspiel in Mailand endete mit einem leistungsgerechten Unentschieden. Sami Khedira musste verletzt ausgewechselt werden. Das vergrößert Joachim Löws Sorgen im defensiven Mittelfeld.

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Hamburg - Es war ein Spiel ohne viele Höhepunkte, doch intensiv war sie - diese Partie zwischen Italien und Deutschland, die beiden Mannschaften als ernsthafter Test für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr diente. Im nur halb gefüllten Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand hieß es am Ende 1:1. Mats Hummels (8. Minute) und Ignazio Abate (28.) schossen schon in der ersten Halbzeit die Tore zum Endstand.

Damit bleiben die Deutschen seit 1995 ohne Sieg gegen Italien. Sie verpassten die Chance, sich zumindest ein bisschen für die Niederlagen in den Halbfinals der WM 2006 und der EM im vergangenen Jahr zu revanchieren. Am Dienstag (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ARD) beendet das Team von Bundestrainer Joachim Löw mit der Partie gegen England im Wembley-Stadion sein Länderspiel-Jahr. Die Engländer verloren ihr Freundschaftsspiel gegen Chile 0:2.

Löw bot in seinem 100. Spiel als Bundestrainer eine Startelf mit Überraschungen auf. Rechts verteidigte Benedikt Höwedes, dafür rückte Philipp Lahm ins defensive Mittelfeld. Löw ließ sich bei dieser Personalie von Pep Guardiola inspirieren. Der neue Trainer des FC Bayern hat Lahm in dieser Saison ebenfalls aus der Verteidigung ins Mittelfeld geschoben. Auf der Spielmacher-Position ersetzte Toni Kroos den erkälteten Mesut Özil. Mario Götze begann als einzige Spitze.

Die Deutschen fanden schnell ins Spiel. Nach einem frühen Vorstoß der Italiener über Mario Balotelli, dessen Schuss nach nicht einmal einer Minute knapp am Tor vorbei flog, gelang Hummels mit der ersten Chance des DFB-Teams das 1:0. Einen Kroos-Eckball verwertete der Dortmunder Verteidiger per Kopf zur Führung. Kurz danach wäre Höwedes beinahe eine Kopie dieses Treffers gelungen. Doch sein Kopfball nach einer Ecke von Kroos flog knapp am Tor vorbei (11.).

Großchance in der Nachspielzeit

Die Deutschen waren aber nicht nur mit Standards gefährlich. Auch aus dem Spiel heraus hatten sie gute Gelegenheiten - und scheiterten zweimal am Aluminium. In der 17. Minute traf Sami Khedira, Lahms Nebenmann im defensiven Mittelfeld, aus gut 20 Metern den Pfosten; in der 33. Minute schoss André Schürrle den Ball an die Latte.

Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings schon 1:1. Hummels und Kroos hatten den Ball an der Seitenlinie gegen Abate verloren. Nach Doppelpass mit Leonardo Bonucci traf der Außenverteidiger des AC Mailand zum Ausgleich. Deutschlands Torhüter Manuel Neuer hatte keine Chance gegen Abates Linksschuss aus spitzem Winkel.

Es passte zum Spiel, dass nach Hummels' Führungstreffer auch das zweite Tor durch einen Abwehrspieler erzielt worden war. Die Angreifer beider Teams waren weitgehend abgemeldet. Götze gab bis zu seiner Auswechselung in der 59. Minute keinen einzigen Torschuss ab. Auch von Italiens Stürmern Balotelli und Pablo Osvaldo war wenig zu sehen.

Mit der Einwechselung von Özil (für Götze) und Marco Reus (für Schürrle) wollte Löw das Offensivspiel seines Teams beleben. Doch vor allem wurde die Partie härter. Thomas Müller musste sich behandeln lassen, nachdem er auf die Hand gefallen war; Khedira wurde nach einem Zweikampf mit Andrea Pirlo verletzt ausgewechselt. "Ich gehe davon aus, dass er am Dienstag auf keinen Fall dabei ist", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff mit Blick auf das Spiel gegen England. Zehn Minuten vor Schluss kam es sogar zur Rudelbildung. Schiedsrichter Olegario Benquerenca aus Portugal zeigte Gelb gegen Thiago Motta und Lahm.

In der Nachspielzeit wäre den Deutschen fast noch der Siegtreffer gelungen. Bonucci köpfte den Ball aus Versehen auf das eigene Tor; Buffon war wachsam. In der Nachspielzeit traf Höwedes den Pfosten - im Nachsetzen behinderten sich Reus und Lars Bender. So blieb es beim Unentschieden.

Italien - Deutschland 1:1 (1:1)
0:1 Hummels (8.)
1:1 Abate (28.)
Italien: Buffon - Abate, Barzagli (71. Ogbonna), Bonucci, Criscito - Marchisio, Montolivo, Pirlo (82. Cerci), Motta - Osvaldo (53. Candreva), Balotelli
Deutschland: Neuer - Höwedes, Boateng, Hummels, Jansen - Lahm, Khedira (67. S. Bender) - Müller (87. L. Bender), Kroos, Schürrle (59. Reus) - Götze (59. Özil)
Schiedsrichter: Benquerenca (Portugal)
Zuschauer: 30.000
Gelbe Karten: Marchisio, Motta - Lahm, Kroos

insgesamt 107 Beiträge
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Seite 1
nemensis_01@web.de 15.11.2013
1. Und wieder nichts
gegen einen sog. "grossen" Löw, genau wie seine Vorgänger kann es einfach nicht. Unterstützt die Initiative "Löw raus, jetzt!" Noch ist Zeit, die WM mit einem richtigen Trainer anzugehen.
seppiverseckelt 15.11.2013
2. Die Fussballgötter hatten halt wieder mal Durchfall...
Schweini verletzt, Klose verletzt, Gomez verletzt- von Badstuver nicht zu reden- Gündogan verletzt, Özil 60 min lang nicht dabei 2xAlu und die Italiener Foul foul Foul8Müller!) und der Schiri pfeifft nicht... Un DANN dennoch unentschieden- das Verdient respekt- aber wie gesagt- die Fußballgötter gehören geprügelt !
haeff-m 15.11.2013
3. Science Fiction?
Was waren denn das für Anzüge, die Löw, Flick und Bierhoff getragen haben? Haben die den Kostümfundus von Raumschiff Orion oder alten James Bond Filmen geplündert? Voll retro-futuristisch!
pewibe 15.11.2013
4. 30.000 Zuschauer sagt alles *gähn
... Interessiert das jemanden? Mehr Aufmerksamkeit des hässlichen, deutschen Trikots oder des Wetters wegen ist da angebracht... :-D
tylerdurdenvolland 15.11.2013
5. Die Lehre aus dem Spiel....
Wer das Spiel ein wenig objektiv betrachtete musste einfach akzeptieren, dass es die miserable Qualität der grossen Mehrheit der BuLI Teams ist, die Woche für Woche viele unserer "Stars" so gut aussehen lässt. Wenn es gegen Mannschaften geht die selber Fussball spielen können dann zeigt sich plötzlich, dass zB ein Bender der beim BVB gross rauskommen kann, hier nicht einen einzigen Zweikampf gewinnt!
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