Frisk-Rücktritt Mourinho droht Roth mit Klage

Die Debatte über den Rücktritt des schwedischen Schiedsrichters Anders Frisk erhitzt weiter die Gemüter. José Mourinho fordert von DFB-Schiedsrichter-Obmann Volker Roth, der den Chelsea-Coach für die Morddrohungen gegen Frisk mitverantwortlich gemacht hat, eine Entschuldigung. Sonst werde er rechtliche Schritte einleiten.

London - "Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder Roth entschuldigt sich für seine Aussage oder die Sache geht vor Gericht", sagte Mourinho in einem von seinem Pressesprecher veröffentlichten Statement. Roth entgegnete umgehend und unnachgiebig. "Ich bin sehr gespannt und freue mich auf die Klage", sagte er am Rand der Tagung der deutschen Fifa-Schiedsrichter in Frankfurt am Main. Der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses hatte Mourinho am Wochenende in der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" als "Feind des Fußballs" bezeichnet.

Mourinho hatte Frisk nach dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen dem FC Barcelona und Chelsea (2:1) vorgeworfen, in der Halbzeit mit "Barca"-Trainer Frank Rijkard gesprochen zu haben und vermutete dahinter Absprachen. Seitdem erhält Frisk nach eigenen Angaben mit der Post, am Telefon und per E-Mail Morddrohungen.

"Es ist eine Schande, dass er sich entschieden hat, die Fußball-Bühne zu verlassen", sagte Mourinho. Der Portugiese weist die Schuld von sich. Er vermutet hinter der Demission des Schwedens aber nicht nur die Vorfälle der vergangenen Wochen. "Es kommt mir sehr komisch vor, dass die Entscheidung von Frisk mit der Kritik an seiner Vorstellung in Barcelona zu tun haben soll. Kritik dieser Art ist für Spieler, Trainer und Funktionäre doch fast schon Alltag", so Mourinho. Er geht davon aus, dass andere Ereignisse Frisk zum Rücktritt bewegt haben. "Diese müssen aufgeklärt werden", fordert der Chelsea-Coach.

Frisk: Kein Comeback auf dem Spielfeld

Frisk aber will auf keinen Fall als Schiedsrichter auf den Fußballplatz zurückkehren. "Ich habe mit Volker Roth gesprochen, der mich zur Rückkehr bewegen wollte, aber meine Entscheidung ist unumstößlich", sagte der 42-Jährige der englischen Zeitung "Daily Telegraph", "ich fühle mich wie ein gejagtes Tier und so ein Leben will ich nicht führen." Trainern und Funktionären gab Frisk auf den Weg: "Sie sollten erst denken und dann reden."

Der Uefa-Generaldirektor, Lars-Christer Olsson, fordert zum Schutz der Referees Sanktionen. "Wir müssen alle bestrafen, die scharfe Äußerungen von sich geben und damit die Sicherheit der Schiedsrichter und ihrer Familie gefährden."