Grindel-Nachfolger Fritz Keller ist neuer DFB-Präsident

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes heißt Fritz Keller. Der 62 Jahre alte Klubchef des SC Freiburg wurde beim DFB-Bundestag zum Nachfolger von Reinhard Grindel gewählt.

Fritz Keller
Getty Images

Fritz Keller


Fritz Keller ist neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der 62-Jährige wurde beim Bundestag in Frankfurt am Main einstimmig zum 13. Chef in der 119-jährigen Geschichte des Verbands gewählt. Der scheidende Klubchef des Bundesligisten SC Freiburg hatte keinen Gegenkandidaten.

Keller, der für drei Jahre gewählt wurde, hatte nach seiner überraschenden Nominierung durch die DFB-Findungskommission Mitte August zügig die Zustimmung der Profis und der Amateure erhalten. Der gebürtige Freiburger folgt auf Reinhard Grindel, der im April zurückgetreten war.

Keller kündigte als Sofortmaßnahme eine externe Generalinventur aller Bereiche des Verbands an. "So können wir Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewinnen", sagte Keller.

Keller war von einer sechsköpfigen Findungskommission um die Interimspräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball für das Amt auserkoren worden. An diesem Prozess hatte es Kritik gegeben, da andere Kandidaten praktisch aussichtslos waren. Die Düsseldorfer Amateurfunktionärin Ute Groth, die eine Alternativbewerbung geplant hatte, war nicht nominiert worden. Beim Bundestag in Frankfurt war sie als Gast im Plenum.

Gleichberechtigung, Umweltschutz, Integration

Die Verantwortung für sieben Millionen Mitglieder mache ihn "schwindlig", sagte Keller und kündigte mehrere gesellschaftliche Initiativen in den Feldern Gleichberechtigung, Umweltschutz und Integration an. Die sportliche Krise der Nationalmannschaft biete auch eine "Chance für die Zukunft".

Keller wird durch die DFB-Strukturreform im Gegensatz zu seinen Vorgängern keine Richtlinienkompetenzen für die Verbandspolitik mehr haben. "Eine neue Organisationskultur wagen", formulierte Keller als sein Ziel für die zukünftige Zusammenarbeit im Verband: "Ich möchte nichts alleine entscheiden. Das geht in keinem Betrieb mehr, das ist nicht zeitgemäß."

Die neuen Statuten sehen auch vor, dass Keller nicht mehr Vorgesetzter des Bundestrainers ist. Jogi Löw lobte den neuen Präsidenten nach der Wahl: "Fritz Keller steht schon viele, viele Jahre für Professionalität, Bodenständigkeit und eine tolle Führungskultur", sagte er. "Was ich bei ihm spüre, ist die volle Leidenschaft und viel Herzblut, das er da reinsteckt. Er hat große Ziele und viel Energie. Das wird uns gut tun."

Zukünftig soll die Trennung zwischen den wirtschaftlichen und den gemeinnützigen Aufgaben des DFB noch deutlicher erfolgen. Alle Aktivitäten, mit denen Geld verdient wird, werden künftig von der DFB GmbH unter der Leitung von Generalsekretär Friedrich Curtius verantwortet. Oliver Bierhoff soll zukünftig als Geschäftsführer Sport fungieren und im Präsidium mit beratender Funktion vertreten sein.

mon/tip/dpa/sid



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
TscheffichheißeTscheff 27.09.2019
1. Gratulation
an Keller und uns alle. Ein integrer Mann an der Spitze des DFB. Ist ja auch keine Selbstverständlichkeit.
pon2013 27.09.2019
2. Gratulation
an uns alle? Darauf kann ich gern verzichten. Herr Keller ist ein integrer Mann, ohne Zweifel. Aber die Art der "Findung" hat schon ein Geschmäckle, gell? War beim Obermauschelverband DFB nicht anders zu erwarten. Alles stand vorher fest. Keller soll den Grüßonkel spielen während der Oberstrippenzieher Koch sich die sechsstellig dotierten Posten bei der FIFA und UEFA gesichert hat. Seine Altersversorgung ist somit mehr als gesichert. Seine monatliche Aufwandsentschädigung von 7.000 € plus Dienstwagen, Fahrer etc. reichen ihm nicht. Merken die Delegierten nix mehr. Keller wird jedenfalls nichts zu sagen haben. Da sind andere wie Bierhoff und Koch vor.
t.bird 27.09.2019
3. Glückwunsch Fritz Keller
Wenn es ihm gelänge, auch nur annähernd soviel gute Fußballkultur wie bei seinem SC Freiburg beim Monsterverband DFB zu implementieren, wäre das ein riesiger Erfolg. Nachhaltigkeit, Verfolgen eines einmal für richtig befundenen Wegs, vorbildliche Jugendarbeit, Förderung des Frauenfußballs - all das exerziert man im beschaulichen Breisgau seit langen Jahren und könnte durchaus modellhaft für den deutlich aus der Spur gelaufenenen Tanker DFB sein.
keith-moony 27.09.2019
4. @TscheffichheißeTscheff
Zitat: "Ein integrer Mann an der Spitze des DFB" Finden Sie den Fehler. Ein kleiner Tipp von mir. Integer bedeutet auch: unbestechlich Selten so gelacht!
espressodupio 27.09.2019
5. Also ... ?
Naja, was? Nunja, wer den SC Freiburg leitet, dem unterstelle ich mal per se eine bodenständige fußballerische Integrität. Aber er ist nun mal ein Badenser. Aber alle mal besser als das Gevolk seiner Vorgänger! Nun frage ich mich nur, wie so einer mit unserem Unternehmensberater Bierhoff klar kommen soll?? ?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.