FSV-Stürmer Thurk Streit zwischen Mainz und Frankfurt eskaliert

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Dieser könnte im aktuellen Zwist zwischen dem FSV Mainz 05 Michael Thurk heißen - oder Bayer Leverkusen. Der FSV-Stürmer flirtet heftig mit Frankfurt, die Mainzer verweisen auf die vertragliche Verpflichtung.


Hamburg - Michael Thurk ist ein erfahrener Spieler. Im aktuellen Streit zwischen seinem Verein, dem FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt, die sich die Dienste des Stürmers sichern möchte, sind allerdings Zockerqualitäten gefragt. Der Stürmer spricht offen von Wechselüberlegungen. Eine Taktik, die auf dem Bundesliga-Transfermarkt fast immer mit einem sofortigen Wechsel belohnt wird. Sollte der FSV allerdings auf den gültigen Zwei-Jahres-Vertrag bestehen, könnte sich der Publikumsliebling verzockt haben.

Mainzer Thurk: "Er wird gar nichts entscheiden"
DPA

Mainzer Thurk: "Er wird gar nichts entscheiden"

Beim FSV sind die Verantwortlichen verärgert über das Verhalten des Spielers und der Eintracht. FSV-Manager Christian Heidel echauffierte sich über die Abwerbungs-versuche: "So eine Aktion ist mir einfach völlig unverständlich, das ist schlechter Stil. Ich hatte mit Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen ausgemacht, dass so etwas zwischen unseren Vereinen nie passieren wird. Und jetzt das", sagte Heidel, der heute zu einer Aussprache mit Torjäger Thurk ins Mainzer Trainingslager reiste.

Auch der Flirt des in Frankfurt wohnenden und aufgewachsenen Thurk sorgt für zusätzliche Aufregung: "Ja, es stimmt, Frankfurt will mich und ich denke ernsthaft darüber nach. Ich werde mir im Trainingslager meine Gedanken machen und danach entscheiden, was ich will", hatte der 30-jährige dem "kicker" gesagt. Für Heidel steht der Verbleib des zwölffachen Torschützen der vergangenen Saison außer Frage. "Michael wird überhaupt nichts entscheiden. Er hat noch zwei Jahre Vertrag bei uns, wir geben nicht unseren besten Stürmer ab", stellte der Heidel klar und bezeichnete die nun ins Feld geführten Erklärungsversuche der Frankfurter als "dummes Zeug".

So soll Funkel 14 Tage vor seinem persönlichen Telefonat mit Thurk am vergangenen Freitag bereits mit FSV-Coach Jürgen Klopp offen über das Interesse der Eintracht am Mainzer Torjäger gesprochen haben. Bruchhagen ("Wir sind noch auf der Suche nach einem Stürmer") begründet die Frankfurter Aktivitäten damit, dass auch Bayer Leverkusen an eine Verpflichtung von Thurk denkt. Im Tausch mit dem ukrainischen WM-Teilnehmer Andrej Woronin soll Thurk in der anstehenden Saison womöglich für Bayer stürmen.

Die Eintracht hat offenbar einen Hinweis auf das Interesse der Leverkusener bekommen und daraufhin Thurk direkt informiert. Der Blondschopf indes fühlt sich "belogen" und ist sauer, dass ihn niemand aus der FSV-Führungsriege über die Anfragen aus Leverkusen und Frankfurt unterrichtet hat. "Dazu sind wir auch gar nicht verpflichtet. Aber abgesehen davon, es gab gar keine Angebote oder Anfragen", beteuerte Heidel. Das Spiel bleibt damit weiter offen.

mig/sid



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.