Bayern-Sieg beim VfB  Das unglaubliche Déjà-vu des Vedad Ibisevic

Wer 1:0 führt, der stets verliert: Für Vedad Ibisevic und seine Duelle gegen den FC Bayern gilt das in jedem Fall. Dreimal hat der Stürmer gegen München jetzt schon das 1:0 gemacht, dreimal schlugen die Bayern in der Nachspielzeit zurück.

VfB-Stürmer Ibisevic: Murmeltiertag gegen den FC Bayern
Bongarts/Getty Images

VfB-Stürmer Ibisevic: Murmeltiertag gegen den FC Bayern


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Hamburg - Man muss sich ernsthaft fragen, warum Vedad Ibisevic nach seinem 1:0 gegen den FC Bayern so gejubelt hat. Schließlich hätte der Stürmer des VfB Stuttgart spätestens in diesem Moment wissen müssen, wie das Spiel ausgeht; dass sein Jubel bereits den Kern des späteren Scheiterns in sich trägt.

Zum dritten Mal in seiner Karriere hat der bosnische Nationalspieler das 1:0-Führungstor für seinen Verein gegen die Bayern erzielt. Und kaum zu glauben, aber wahr: Zum dritten Mal drehten die Bayern die Partie in der Nachspielzeit zu einem 2:1-Erfolg um.

5. Dezember 2008: Die Bundesliga hält den Atem an. 1899 Hoffenheim ist das ganz große Ding in der Liga. Sensationellerweise hat Trainer Ralf Rangnick den Club, gefüttert mit den Millionen von Geldgeber Dietmar Hopp, an die Tabellenspitze geführt. Auch dank der Tore von Ibisevic, der bis zu diesem Dezemberabend schon 17 mal für Hoffenheim getroffen hat. In München kommt es zum großen Shoot-out mit dem Rekordmeister, dem Marktführer, und selbst hier scheint der Emporkömmling die Oberhand zu gewinnen. Nach 48 Minuten trifft Ibisevic zur Führung.

Philipp Lahm gelingt zehn Minuten später der Ausgleich, das Spiel wogt hin und her. Es ist aufregend, ein Unentschieden scheint der gerechte Ausgang zu sein. Bayern startet noch einen allerletzten Angriff, der Hoffenheimer Tobias Weis verschätzt sich, und Münchens Mittelstürmer Luca Toni versenkt den Ball zum Siegtor.

Es ist der Anfang vom Ende des Hoffenheim-Wunders. Ibisevic reißt sich bei einem Testspiel in der Winterpause das Kreuzband und verpasst die Rückrunde. Der Club stürzt zum Saisonende auf Platz sieben ab.

21. September 2010: Wieder Hoffenheim gegen die Bayern, diesmal in Sinsheim, es ist der fünfte Spieltag der Saison, und schon nach einer Minute liegt der Ball im Münchner Tor. Torschütze: Na klar, Vedad Ibisevic. Es dauert bis zur 62. Minute, bis die Bayern durch Thomas Müller zurückschlagen können.

Als alles sich mit dem Remis abgefunden hat, fliegt eine weite Flanke von Hamit Altintop in den Hoffenheimer Strafraum. Ivica Olic, neben Miroslav Klose damals im Bayern-Sturm, erwischt die Flanke mit dem Kopf, Verteidiger Isaac Vorsah schlägt über den Ball, und Daniel van Buyten bedankt sich. Der aufgerückte Innenverteidiger stolpert den Ball mit Hilfe seines kräftigen Oberschenkels ins Netz. Danach sofortiger Abpfiff.

29. Januar 2014: Ibisevic hat Hoffenheim verlassen und spielt seit 2012 für den VfB Stuttgart. Sein Schicksal hat er mitgenommen. Er trifft nach 29 Minuten aus allerdings leicht abseitsverdächtiger Position gegen den FC Bayern.

Die Münchner wirken in der Folge lustlos und überspielt. Aber das täuscht: Sie und Ibisevic wissen einfach nach diesem 1:0, wie das Spiel ausgeht. Thiago erledigt den Rest.

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aha

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robrien 30.01.2014
1. am 05.12.2008
Zitat von sysopBongarts/Getty ImagesWer 1:0 führt, der stets verliert: Für Vedad Ibisevic und seine Duelle gegen den FC Bayern gilt das in jedem Fall. Dreimal hat der Stürmer gegen München jetzt schon das 1:0 gemacht, drei Mal schlugen die Bayern in der Nachspielzeit zurück. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fuehrungstor-von-ibisevic-als-gluecksbringer-fuer-den-fc-bayern-a-946341.html
traf er nach 48. min Darf er gerne wieder machen, Siege in der Nachspielzeit sind die schönsten
senfaddierer 30.01.2014
2. Jawohl
Zitat von robrientraf er nach 48. min Darf er gerne wieder machen, Siege in der Nachspielzeit sind die schönsten
Zum Beispiel 2001 beim HSV, Andersson schießt die Schale nach München...
x-cut 30.01.2014
3.
...der von Norbert Dickel oft (zu oft) beschworene 'Geist von Malaga' wehte gestern durch das Stuttgarter Stadion ;-)
hattrick73 30.01.2014
4.
Puh, 3x sowas ist wirklich hart. Der guckte auch ziemlich sparsam aus der Wäsche nach Abpfiff.
odins_krautsalat 30.01.2014
5. 26.5.1999
Zitat von robrientraf er nach 48. min Darf er gerne wieder machen, Siege in der Nachspielzeit sind die schönsten
Ole Gunnar Solskjær Das hatte was von Slapstick.
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