2. Fußball-Bundesliga Für Kiel wird der Aufstiegskampf zum reinen Terminstress

Die Situation für Zweitliga-Topteam Holstein Kiel wird immer schwieriger. Die DFL hat die nächsten beiden Spiele abgesetzt, weil das Team sich in Quarantäne befindet. Der Trainer befürchtet negative Auswirkungen.
Kiels Trainer Ole Werner sieht schwarz

Kiels Trainer Ole Werner sieht schwarz

Foto: Guido Kirchner / dpa

In der 2. Fußball-Bundesliga sind die für Mittwoch und Samstag angesetzten Spiele von Holstein Kiel gegen Hannover 96 und beim 1. FC Nürnberg wegen der Corona-Zwangspause der Kieler abgesetzt worden. Das teilte die Deutsche Fußball Liga am Montagabend mit.

»Da sich die Lizenzmannschaft des Klubs infolge einer entsprechenden Anordnung des zuständigen Gesundheitsamts aufgrund von Covid-19-Fällen in häusliche Quarantäne begeben musste«, könnten die Begegnungen nicht wie geplant ausgetragen werden, hieß es in der Mitteilung. Bereits am Wochenende konnte das Spiel der Kieler gegen Jahn Regensburg nicht angepfiffen werden. Die Kieler liegen acht Punkte hinter Spitzenreiter VfL Bochum, aber mit zwei Spielen Rückstand auf Tabellenplatz vier.

Der Klub sieht sich wegen der zweiten 14-tägigen Corona-Zwangspause binnen sechs Wochen vor enorme Probleme gestellt. Es sei »vermutlich eine einmalige Situation, dass eine Profimannschaft innerhalb von anderthalb Monaten vier Wochen aus dem Trainingsbetrieb genommen wurde, während die Konkurrenz diese sechs Wochen komplett nutzten konnte«, sagte Trainer Ole Werner. Einige seiner Spieler seien zum dritten Mal in dieser Saison in Isolation.

Werner sprach von großen Auswirkungen, »was Spielrhythmus angeht, was Abstimmungen untereinander angeht, was auch mentale Faktoren angeht, weil es extrem schwer ist, innerhalb von anderthalb Monaten vier Wochen in seiner eigenen Wohnung zu sitzen, teilweise allein«. Der Coach befürchtet auch »körperliche Folgen, weil der Trainingszustand nach so einer Pause natürlich nicht der sein kann, den man normalerweise hat, wenn man Zweitliga-Spiele bestreitet«.

Werner appelliert: »Wir werden untereinander und auch von außen jede Unterstützung brauchen, um die Saison zu Ende führen zu können.« Der 32 Jahre alte Coach hofft, dass seine Mannschaft von schweren Verletzungen verschont bleibt. Von »großen Träumen« will er nicht mehr reden. Die Kieler standen zwischenzeitlich auf einem Aufstiegsplatz, sind aber nach der ersten Team-Quarantäne durch zwei Niederlagen zurückgefallen. Ein ähnliches Szenario droht erneut.

Lediglich die Spieler, die verletzt waren oder bei der Partie in Heidenheim (0:1) am vergangenen Dienstag nicht im Kader standen, konnten am Montag trainieren. Für die Profis in Quarantäne, die Ergometer erhalten, gibt es einen Trainingsplan. An einigen Tagen soll gemeinsam über Video trainiert werden. Die Quarantäne endet am 20. April. Tags darauf ist das Spiel gegen Sandhausen angesetzt.

aha/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.