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27. April 2013, 13:13 Uhr

Bundesligist Fürth

Noch schlechter als Tasmania

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Das war's dann wohl für Greuther Fürth. Nach der Niederlage gegen Hannover 96 ist der Abstieg des Aufsteigers praktisch nicht mehr zu vermeiden. Der Club kämpft in den verbleibenden Spielen nur noch um seinen Ruf - und gegen zwei Negativrekorde der Bundesliga-Geschichte.

Hamburg - Der Name steht wie kein anderer im deutschen Fußball für Misserfolg: SC Tasmania 1900 Berlin. In der Saison 1965/1966 spielte der Club für ein Jahr in der Bundesliga und schaffte es, in 34 Saisonspielen ein Dutzend Negativrekorde aufzustellen - einen davon ist der Club nun los. Umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel holte Tasmania damals neun Punkte zu Hause, so wenig, wie kein anderer Verein vor eigenem Publikum in 49 Spielzeiten. In der aktuellen Jubiläums-Saison hat Fürth diesen Rekord jetzt geknackt, kann nach der Niederlage am Freitagabend gegen Hannover noch auf maximal sieben Heimpunkte kommen.

Vor allem aber besiegelte die Pleite gegen 96 den Abstieg des Aufsteigers. Es ist wie so häufig bei Entscheidungen zum Ende einer Bundesliga-Saison, wenn Theorie und Praxis nicht recht zusammenpassen wollen. Im Fall Fürth bedeutet das konkret: Drei Spiele hat der Club noch zu absolvieren, neun Punkte beträgt der Rückstand auf Relegations-Platz 16, den der FC Augsburg belegt. Der FCA hat zudem eine um 15 Treffer bessere Tordifferenz gegenüber Fürth. Der Aufsteiger müsste also alle ausstehenden Spiele hoch gewinnen, Augsburg seine vier verbleibenden Partien allesamt hoch verlieren, dann könnte sich Fürth noch in die Relegation retten. Theoretisch möglich, praktisch nicht.

Weil Fürths Trainer Frank Kramer um diese Konstellation weiß und sie sich bei der Spielvereinigung schon längst mit dem Schicksal Abstieg abgefunden haben, hob der Coach das Positive an der Niederlage heraus: "Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und haben besser Fußball gespielt als der Gegner", sagte Kramer. Daher "ist diese Niederlage ganz, ganz schwer zu akzeptieren." Sein Kapitän Mergim Mavraj befand, die Pleite "ist repräsentativ für die ganze Saison". Fürth spielte ordentlich, kämpfte, ging aber mal wieder als Verlierer vom Platz.

Die wenigsten Treffer aller Bundesligisten

In Zahlen drückte sich das gegen 96 so aus: Fürth 20 Torschüsse, Hannover 8; Fürth 2 Tore, Hannover 3. "Wir sind durch gnadenlose Effizienz bestraft worden für die mangelnde Effizienz, die wir an den Tag gelegt haben", sagte Kramer. Die Abschlussschwäche ist eine von vielen Gründen, warum Fürth nach nur einem Jahr zurück in die zweite Liga muss:

Fürth hat nun noch eine Chance, doch noch einen Heimsieg zu holen. Am 33. Spieltag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist der SC Freiburg zu Gast. Gewinnt die Spielvereinigung nicht, hat sie einen weiteren Bundesliga-Rekord geknackt: Ohne Erfolg zu Hause ist seit der Premieren-Saison 1963/1964 noch kein Bundesliga-Club geblieben. Bislang schlechtester Club in dieser Kategorie ist ein Berliner Verein, allerdings nicht Tasmania, die 1965/1966 zwei Heimsiege holte: Hertha BSC hingegen gelang in der Saison 2009/2010 nur ein Erfolg vor eigenem Publikum.

"Mit Sicherheit will keiner von uns in der Geschichte mit so einer Schlagzeile dastehen", sagte Fürths Abwehrspieler Bernd Nehrig mit Blick auf den noch fehlenden Heimsieg. "Wir versuchen alles, um uns dagegen zu wehren. Eine Chance haben wir jetzt noch." Sollte Freiburg allerdings gewinnen, hätte Fürth gleich noch einen Negativrekord gebrochen: 13 Heimpleiten in einer Saison, das mussten nicht mal Hertha oder Tasmania hinnehmen.

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