Wiederaufnahme der Saison 3. Liga wird am 30. Mai fortgesetzt - Jena muss umziehen

Nach langem Streit um die Fortsetzung der 3. Liga hat der DFB nun bestätigt, dass es Ende Mai weitergehen soll - obwohl das manchenorts noch nicht erlaubt ist.
Spieler des FC Carl Zeiss Jena nach der Partie gegen 1860 München

Spieler des FC Carl Zeiss Jena nach der Partie gegen 1860 München

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Christoph Worsch/ imago images/Christoph Worsch

Nach Erster und Zweiter Liga sowie der Bundesliga der Frauen soll nun auch die 3. Liga fortgesetzt werden: Ab dem 30. Mai wird der bundesweite Spielbetrieb wieder aufgenommen. Das hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigt.  Die Spielzeit soll bis zum 4. Juli abgeschlossen sein, die Relegation zum Aufstieg in die Zweite Liga soll spätestens bis zum 11. Juli stattfinden.

Das teilte der DFB am Donnerstag mit, nachdem die Entscheidung im Präsidium per Umlaufverfahren fixiert worden war. Die Klubs waren bereits am späten Mittwochabend unterrichtet worden. Zuerst hatte die "Bild" darüber berichtet. "Die bevorstehende Rückkehr in den bundesweiten Spielbetrieb der 3. Liga erfolgt unter Berücksichtigung der politischen Verfügungslagen", heißt es in der Mitteilung.

Demnach wird die Saison mit dem 28. Spieltag fortgesetzt. Die restlichen elf Spieltage werden durchgehend in englischen Wochen ausgetragen. "Die Vereine, an deren Standorten per Verfügungslage noch kein Profispielbetrieb erlaubt ist, sind nun noch einmal dazu aufgefordert, in aktive Klärung mit den zuständigen Behörden zu treten", teilte der DFB mit. Sollte ein Klub sein eigenes Stadion nicht nutzen dürfen, müsse er in eine andere Spielstätte ausweichen.

Das betrifft Carl Zeiss Jena. Der Tabellenletzte aus Thüringen soll laut Spielplan am 31. Mai den Chemnitzer FC empfangen, aufgrund behördlicher Verfügungen darf der Klub sein Stadion allerdings bis zum 5. Juni nicht nutzen. "Die 3. Liga ist eine bundesweite Profispielklasse, negative politische Verfügungslagen an vereinzelten Standorten dürfen hier nicht den deutschlandweit mehrheitlich möglichen Spielbetrieb komplett unterbinden", sagte DFB-Präsident Fritz Keller.

Hallescher FC prüft rechtliche Schritte

Der 1. FC Magdeburg sowie der Hallesche FC dürfen laut der Verordnungen in Sachsen-Anhalt bis zum 27. Mai weder Mannschaftstraining noch Wettkämpfe abhalten, auch Preußen Münster durfte bisher nur in Kleingruppen trainieren. Um die Liga gibt es seit Wochen Streit. Neun Vereine hatten zuletzt die genaue Ansetzung der noch ausstehenden Spiele gefordert, andere plädieren für einen Saisonabbruch, mit Verweis auf die behördlichen Auflagen im eigenen Bundesland. Die Abbruchbefürworter stehen in der Tabelle vor allem auf den Abstiegsplätzen, sie könnten bei einem vorzeitigen Saisonende dennoch in der Liga verbleiben - oder wie Waldhof Mannheim direkt aufsteigen. 

"Unsere seit Wochen geäußerten Bedenken wurden mit der heutigen Entscheidung ebenso außen vor gelassen wie der Umstand, dass die Verfügungslage in Sachsen-Anhalt bis einschließlich 27. Mai kein Mannschaftstraining zulässt", teilte Jens Rauschenbach, Präsident des HFC angesichts des Datums für den Neustart mit. "Wir sehen uns gezwungen, diese plötzliche Entwicklung unter dem Aspekt der Chancengleichheit rechtlich prüfen zu lassen."

Die Drittligisten müssen nun bereits am Wochenende das im Hygienekonzept festgelegte, siebentägige Quarantäne-Trainingslager beziehen. Nach mehr als zwei Monaten Wettkampfpause würden viele Klubs mit lediglich einer Woche Mannschaftstraining in die Verlängerung der Spielzeit gehen. Der Chemnitzer FC musste zuletzt drei infizierte Spieler in Quarantäne schicken.

Offen sind darüber hinaus juristische Fragen, unter anderem zum Vertragsrecht. Vereinbarungen mit Spielern und Sponsoren gelten nur bis zum 30. Juni und müssen nun angepasst werden.

ngo/dpa/sid
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