Abbruch oder Zuschauerausschluss Debatte über Saisonende spaltet die 3. Liga

Eine Liga, zwei Lager: Acht Vereine der 3. Liga fordern in einem gemeinsamen Schreiben den Abbruch der Saison. Zuvor hatten sich die bayerischen Klubs für eine Fortsetzung ausgesprochen.
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Jan Huebner/Taeger/ imago images/Jan Huebner

Abbrechen, weiterspielen oder aufstocken? Während das Coronavirus viele Vereine der 3. Fußballliga existenziell bedroht, sind sich die Klubs über die Lösung des Problems uneins. Eine Fraktion will mit Spielen ohne Zuschauer Einnahmen erzielen, die anderen befürchten höhere Kosten und fordern den Saisonabbruch.

So plädierten etwa die bayerischen Vereine der 3. Liga für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ohne Zuschauer, wenn es die Gesamtsituation zulässt. "Es ist klar, dass alle Vereine am liebsten mit Zuschauern spielen würden. Die zweitbeste Lösung wären die sogenannten Geisterspiele", sagte Michael Henke, Sportchef des FC Ingolstadt. Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, sagte: "Es gibt für uns gar keine andere Lösung, als die Saison zu Ende zu spielen, weil nur dann ein sportlich faires Endergebnis zustande kommt."

Nun haben acht andere Vereine in einem gemeinsamen Positionspapier an den Deutschen Fußball-Bund (DFB)  den Saisonabbruch gefordert. Der SV Waldhof Mannheim, Hallesche FC, 1. FC Magdeburg, FC Carl Zeiss Jena, Chemnitzer FC, FSV Zwickau, Preußen Münster und die SG Sonnenhof Großaspach sehen keine Alternative zum Stopp der Saison: "Dies ist aus unserer Sicht der sportlich bittere, aber auch der einzig mögliche Weg, bei dem die gesellschaftlichen Realitäten, der Schutz der Gesundheit und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen sind", heißt es in dem Schreiben: "Die Beendigung der Saison mit Geisterspielen würde viele Vereine in finanzielle Schieflage und einige direkt in die Insolvenz führen."

Die acht Klubs, von denen sechs auf den sechs letzten Plätzen in der Tabelle liegen, schlagen vor, dass bei einem Abbruch der aktuelle Tabellenstand im Hinblick auf den Aufstieg gewertet, der Abstieg dagegen ausgesetzt und die 3. Liga in der kommenden Saison mit den derzeitigen Tabellenersten der Regionalligen aufgestockt wird: "Dies führt zwar zu mehr Mannschaften in der nächsten Saison, bildet aber einen fairen Kompromiss ab und ermöglicht eine teilweise wirtschaftliche und mediale Kompensation in der Folgesaison."

sak/sid/dpa
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