Fußball in Australien Gleiches Geld für "Matildas" und "Socceroos"

In Australien sollen die Fußballnationalteams der Männer und Frauen gleichermaßen von Werbeeinnahmen profitieren. Eine historische Grundsatzeinigung.

Australiens Fußballer jubeln bei der WM 2018
Getty Images/Mark Kolbe

Australiens Fußballer jubeln bei der WM 2018


Australien setzt ein Zeichen für mehr Gleichheit im Sport: Wie der "Guardian" und der "Daily Telegraph" berichten, sollen die Fußball-Nationalteams der Frauen und Männer künftig nicht mehr unterschiedlich bezahlt werden. In australischen Medien war von einer historischen Grundsatzeinigung die Rede, die nach monatelangen Verhandlungen mit dem nationalen Fußballverband FFA erzielt worden sei.

Die Nationalspielerinnen und ihre international weniger erfolgreichen männlichen Pendants sollen demnach in gleichem Maße von Werbeeinnahmen und Prämien des Verbands profitieren. Jedenfalls dann, wenn der Deal die letzten rechtlichen Hürden nimmt, womit laut der Zeitung "Daily Telegraph" noch diese Woche zu rechnen ist.

Australiens Fußballerinnen auf Platz acht der Weltrangliste

Die Spielerinnen und Spieler würden den neuen Regeln zufolge künftig 40 statt bislang 30 Prozent der Werbeeinnahmen ausgezahlt bekommen. Wesentlich bemerkenswerter als dieser Anstieg ist aber, dass die Summe auch genau gleich zwischen den Teams beider Geschlechter aufgeteilt werden soll. Darauf hatten sich die Vertreter der Frauen- und Männerauswahl schon vor längerem untereinander geeinigt, um ein Zeichen für Gleichberechtigung zu setzen. Ihre Gewerkschaftsvertreter setzten diese Linie nun offenbar auch gegenüber dem Verband durch.

Unklar ist aber, wie sich der Deal auf mögliche Turnier-Preisgelder auswirkt. Das australische Frauen-Team hätte laut "Guardian" für einen WM-Sieg in diesem Jahr 250.000 US-Dollar bekommen. Die Männer hingegen hätten den Berichten zufolge für einen Erfolg beim wenig bedeutenden Asien-Cup in den Vereinigen Arabischen Emiraten 1,25 Millionen US-Dollar verdient.

In der Praxis dürften die Männer - derzeit auf Rang 41 der Weltrangliste - somit weiter mehr verdienen als die Frauen, da von der FFA nicht zu beeinflussende Preisgelder wie bei der Fußball-WM in der Regel deutlich höher sind. Dabei schneiden die "Matildas" im internationalen Vergleich klar besser ab: Sie sind zurzeit die Nummer acht der Welt und waren 2017 sogar vorübergehend auf Platz vier.

bam/dpa



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