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07. Juni 2018, 22:31 Uhr

Bestechungsskandal

Ghanas Regierung kündigt Auflösung des Fußballverbands an

In Ghana muss sich ein neuer nationaler Fußballverband gründen. Das hat die Regierung des afrikanischen Staates entschieden. Der Grund: Schmiergelder und Manipulation, auch der Verbandspräsident soll involviert sein.

Die Regierung Ghanas hat als Folge eines massiven Bestechungsskandals die Auflösung des nationalen Fußball-Verbands GFA angekündigt. Die Staatsführung sei "schockiert und empört", teilte Informationsminister Mustapha Abdul-Hami mit.

In einer am Mittwoch ausgestrahlten TV-Dokumentation war unter anderem zu sehen, wie mehrere Schiedsrichter des Landes Geld angenommen hatten und Verbandspräsident Kwesi Nyantakyi Schmiergeld forderte. Nyantakyi ist auch Mitglied des Councils des Weltverbands Fifa und gilt als einer der einflussreichsten Funktionäre im afrikanischen Fußball.

"Diese Dokumentation legt das schwerwiegende Versagen des Verbands offen, das von Betrug, Korruption und Bestechung gekennzeichnet ist", heißt es in der Erklärung. Die Regierung habe entschieden, die nötigen Schritte einzuleiten, um den Verband aufzulösen. Sie werde die Fußballaktivitäten im Land beaufsichtigen, "bis ein neuer Verband ordnungsgemäß gegründet wird", hieß es weiter.

In der zweistündigen Reportage war unter anderem zu sehen, wie Schiedsrichter umgerechnet 85 Euro für das Verschieben eines Spiels annahmen. GFA-Präsident Nyantakyi wurde dabei gefilmt, wie er von Investoren 9,3 Millionen Euro für angebliche Verträge mit der Regierung einforderte. Bei den Investoren handelte es sich in Wahrheit um Journalisten.

Der Verband hatte nach Ausstrahlung der Reportage mitgeteilt, man nehme die Vorwürfe sehr ernst und werde eine Untersuchung einleiten. Eine Reaktion auf die Erklärung der Regierung gibt es bislang noch nicht. Ghana nahm zuletzt drei Mal in Serie an einer Weltmeisterschaft teil, beim Turnier 2010 in Südafrika kam das Land ins Viertelfinale. Für die diesjährige Endrunde in Russland ist Ghana nicht qualifiziert.

Sollte die Regierung ihre Ankündigung tatsächlich in die Tat umsetzen, könnte dem ghanaischen Fußballverband eine Sperre durch die Fifa drohen. Der Weltverband untersagt den Einfluss der Politik in den Sport. Eine Strafe der Fifa erhielt 2014 der Fußballverband in Nigeria, zuvor hatte sich die Regierung des Staates in die Angelegenheiten des nationalen Verbands eingemischt.

jan/sid/Reuters

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