Fußball-Bundesliga Dortmund und Bayern siegen im Gleichschritt

Der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga behält seine Spannung: Vor dem Liga-Gipfel am Mittwoch lösten Bayern München und Borussia Dortmund ihre Aufgaben. Köln zeigte sich beim Remis gegen Bremen verbessert, Kaiserslautern ist nach der nächsten Heimpleite so gut wie abgestiegen.

DPA

Von , und Nils Lehnebach


3:0 für die Bayern nach 20 Minuten - das war eine der gängigen Wetten, die vor dem Anpfiff der Partie gegen den FC Augsburg abgeschlossen wurden. Und direkt vom Anstoßpunkt machte sich Mario Gomez in der Münchner Arena daran, diese Vorhersagen in die Tat umzusetzen. Nach 24 Sekunden hatte der Nationalspieler zum 1:0 gegen den FC Augsburg getroffen - alles schien seinen Gang zu nehmen.

Am Ende konnten die Münchner froh sein, das bayerische Duell gegen den Aufsteiger 2:1 (1:1) gewonnen zu haben. Es war ein ganz hartes Stück Arbeit für den Rekordmeister.

Da gleichzeitig Borussia Dortmund die Auswärtsaufgabe beim heimstarken VfL Wolfsburg auf souveräne Weise 3:1 (1:0) löste, beträgt der Vorsprung des BVB auf die Bayern drei Tage vor dem Liga-Gipfel der beiden Top-Clubs weiterhin drei Punkte.

An Boden verloren hat weiterhin Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern, das gegen 1899 Hoffenheim 1:2 (0:1) verlor und jetzt für die zweite Liga planen kann. Der 1. FC Köln und Werder Bremen trennten sich im Duell der Krisenclubs 1:1 (1:1). Der SC Freiburg und der 1. FC Nürnberg punkteten beim 2:2 (0:2) im Kampf um den Klassenerhalt. Um den muss Mainz 05 nach der 1:4 (1:1)-Niederlage beim VfB Stuttgart noch bangen.

Bayern konnten sich auf Gomez verlassen

Es waren die Saisontore Nummer 24 und 25 von Gomez, die den FC Bayern gegen die wackeren Augsburger im Titelrennen halten. Wobei die Gäste speziell in der ersten Halbzeit sogar die bessere Mannschaft waren - zum Erstaunen der fast 70.000 in der Arena. Augsburg ließ sich von dem frühen Rückstand überhaupt nicht schocken, vergab zunächst durch Marcel Ndjeng eine dicke Ausgleichsmöglichkeit und traf dann durch den Südkoreaner Ja-Cheol Koo (23. Minute) zum Ausgleich.

Die Bayern wirkten in dieser Phase so, als hätten sie die Partie gegen den Neuling nur als lästige Pflichtaufgabe zwischen dem Champions-League-Viertelfinale gegen Marseille und dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen den BVB wahrgenommen. Dass der FCA ernsthaften Widerstand leistete, schien nicht in die Planungen der Bayern zu gehören.

Das änderte sich erst nach dem Wechsel, als der zuvor geschonte Toni Kroos in die Partie kam, die Augsburger sich zu weit in die eigene Hälfte zurückzogen und die Bayern nun Dauerdruck ausübten. Belohnt von Gomez in der 60. Minute.

Die Bayern sind somit im Soll. Das Topspiel in Dortmund kann kommen.

Dortmund musste noch auf Götze verzichten

Als Gomez in München zum 1:0 traf, war die Partie in Wolfsburg noch nicht einmal angepfiffen. Doch das frühe Tor des Meisterschaftskonkurrenten hätte Borussia Dortmund rasch kontern können. Neun Minuten waren gespielt, als Shinji Kagawa Robert Lewandowski bediente. Der Pole verzog jedoch frei vor VfL-Keeper Diego Benaglio.

Im Hinspiel, das Dortmund 5:1 gewonnen hatte, stand es bereits nach zwölf Minuten 1:0 für den Meister. Torschütze war damals ein gewisser Mario Götze, der nach seiner Schambeinentzündung zwar wieder im Mannschaftstraining, aber noch keine Option für den Kader ist. Im Rückspiel dauerte es trotzdem nur zehn Minuten länger bis zur BVB-Führung.

Kagawa passte zu Ivan Perisic, der von Trainer Jürgen Klopp auf der linken Seite den Vorzug vor Kevin Großkreutz bekommen hatte. Der Kroate bediente Lewandowski, der den Ball an Bengalio vorbei über die Linie drückte (22.). Es war sein 18. Saisontreffer. Die Gastgeber bekamen allerdings schnell die Großchance zum Ausgleich.

Weidenfeller rettet dem BVB die Führung

Auf der linken Seite setzte sich Marcel Schäfer durch und passte zu Mario Mandzukic. Der Kroate scheiterte an Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller, Patrick Helmes setzte den Abpraller aus kurzer Distanz am Tor vorbei (26.). Wolfsburg, das zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte, ließ anschließend nichts mehr zu, blieb bis zur Halbzeit in der Offensive allerdings ähnlich ungefährlich wie der Gegner.

BVB-Coach Klopp wollte in Wolfsburg "einen raushauen". Seine Elf begann die zweite Hälfte jedoch schläfrig. Sekunden nach Wiederanpfiff kam Mandzukic an der Strafraumgrenze völlig frei zum Abschluss, verstolperte aber kläglich (46.). Das sollte sich rächen.

Bei der ersten Offensivaktion der Gäste gelangte der Ball zu Ilkay Gündogan. Der Schlenzer des Jungnationalspielers aus rund elf Metern schlug unhaltbar für Benaglio im rechten Winkel ein (49.). Nach der "gefühlten Niederlage" (Weidenfeller) beim 4:4 gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende schien die Borussia wieder auf Kurs und drängte auf das dritte Tor. Jakub "Kuba" Blaszczykowski traf aus 14 Metern nur die Latte (59.).

Kurz darauf musste der Meister den Anschlusstreffer verdauen. Eine Flanke von Ashkan Dejagah köpfte Mandzukic zum 1:2 ins Netz (61.), Gegenspieler Neven Subotic hatte den Torjäger aus den Augen verloren. Die Partie war wieder offen, blieb jedoch ohne große Chancen. Ausnahme: Kagawas Schuss, der nach Vorlage von Gündogan nur knapp das gegnerische Tor verfehlte (73.). In der 84. Minute schickte Schiedsrichter Christian Dingert Wolfsburgs Alexander Madlung mit Gelb-Rot vom Platz, der Verteidiger hatte bei einem Kopfball den Ellenbogen eingesetzt.

Die Gastgeber probierten dennoch alles, doch die Gäste schafften die Entscheidung. Einen Konter schloss Lewandowski zum 3:1 ab (90.+1), wenig später war die Partie beendet.

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Augustusrex 07.04.2012
1. Gomez der "Unnütze"
Zitat von sysopdapdDer Titelkampf in der Fußball-Bundesliga behält seine Spannung: Vor dem Liga-Gipfel am Mittwoch lösten Bayern München und Borussia Dortmund ihre Aufgaben. Köln zeigte sich beim Remis gegen Bremen verbessert, Kaiserslautern ist nach der nächsten Heimpleite so gut wie abgestiegen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,826272,00.html
Wie war das letztens in einem Beitrag: "Gomez kann keine entscheidenden Tore schießen" usw. Aber hallo!
_Mensch_, 07.04.2012
2. Sonderbares Verhalten
Als BVB-Fan bin ich in der letzten Zeit ziemlich verunsichert von dem Sonderbaren Verhalten der dortmunder Mannschaft. Wenn sie mit zwei Toren in führung stehen wird irgendwie ein Schalter in deren Köpfen aktiviert und auf einmal funktioniert das Spiel nicht mehr so gut wie davor. Ähnlich war es auch im Spiel gegen Suttgart. Damals habe ich es auf die Auswechslung von Gündogan zurückgeführt. Offensichtlich lag es nicht daran. Komisch.
MarkusW77 07.04.2012
3.
Zitat von _Mensch_Als BVB-Fan bin ich in der letzten Zeit ziemlich verunsichert von dem Sonderbaren Verhalten der dortmunder Mannschaft. Wenn sie mit zwei Toren in führung stehen wird irgendwie ein Schalter in deren Köpfen aktiviert und auf einmal funktioniert das Spiel nicht mehr so gut wie davor. Ähnlich war es auch im Spiel gegen Suttgart. Damals habe ich es auf die Auswechslung von Gündogan zurückgeführt. Offensichtlich lag es nicht daran. Komisch.
Naja das legt wohl eher an der Tatsache das der BVB eine unglaubliche Serie hingelegt hat die man so von kaum einem BULI Team kennt. Also verunsichert brauchen Sie eigentlich nicht sein, eher positiv beeindruckt oder als BVB Dankbar fuer diesen absolut GEILEN Fußball :-) :-) :-)
germanvirgin 07.04.2012
4. Am Ende
Zitat von _Mensch_Als BVB-Fan bin ich in der letzten Zeit ziemlich verunsichert von dem Sonderbaren Verhalten der dortmunder Mannschaft. Wenn sie mit zwei Toren in führung stehen wird irgendwie ein Schalter in deren Köpfen aktiviert und auf einmal funktioniert das Spiel nicht mehr so gut wie davor. Ähnlich war es auch im Spiel gegen Suttgart. Damals habe ich es auf die Auswechslung von Gündogan zurückgeführt. Offensichtlich lag es nicht daran. Komisch.
ist es doch wurscht, Hauptsache BVB bleibt vor Bayern.
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