Fußball-Bundesliga "Aktuelles Sportstudio" erst am Sonntag?

Durch die geplante Spielplanänderung in der Fußball-Bundesliga und die Verschiebung der Übertragung im Free-TV ist der Stammtermin des ZDF-Klassikers "Aktuelles Sportstudio" gefährdet.


Frankfurt/Main - Die Begegnungen der Fußball-Bundesliga werden nach dem Willen des Vorstandes des neu gegründeten Ligaverbandes ab der neuen Saison nur noch am Samstag und Sonntag ausgetragen. Das Gremium mit dem Hamburger Vereinschef Werner Hackmann an der Spitze plädierte auf seiner Sitzung für die Reduzierung von vier auf nur noch zwei Anstoßzeiten. Nach diesen Plänen sollen künftig am Samstag sieben Partien um 15.30 Uhr angepfiffen werden, zwei Begegnungen finden am Sonntag um 17.30 Uhr statt.

Eventuell sogar drei Sonntagsspiele


Erste Zusammenfassungen im frei empfangbaren Fernsehen soll es nach dem Willen des Liga-Verbands am Samstag ab 20.15 Uhr geben. "Wir halten eine solche Zeit für zeitnah und kommen mit unserem Vorschlag den Interessen der Zuschauer entgegen", erklärte Hackmann.

Den Sonntag als Austragungstermin zweier Begegnungen hält Hackmann für notwendig. "Der internationale Terminkalender zwingt uns schon dazu", meinte der Ligachef mit Verweis auf Europapokal-Begegnungen am Donnerstag. Der bereits vorliegende Spielplan soll nach der Aussage von Straub weiter Gültigkeit besitzen. Bei der Terminierung der Sonntagsspiele soll darauf geachtet werden, dass die beteiligten Mannschaften nicht weiter als 300 Kilometer auseinander liegen, damit - so Straub - "die Zuschauer auch noch zu einer christlichen Zeit nach Hause kommen". Sollten vier oder fünf Bundesligisten im Uefa-Cup engagiert sein, so ist denkbar, dass es am Sonntag auch eine dritte Begegnung geben kann. Über den Vorschlag des Ligaverbandes wird die Vollversammlung aller 36 Lizenzvereine am 27. Juni abschließend beraten und entscheiden.

"Pro 15:30" für Freitagabendspiele


Bei den Fans sorgte der Beschluss des Ligaverbands-Vorstandes für Erleichterung. "Das ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung", meinte Thomas Krämer als einer der Sprecher der Fan-Initiative "Pro 15:30", die den heftigen Ärger unter den Fans Ende letzter Saison publik gemacht hatten. Allerdings würde Krämer lieber ein oder zwei Spiele am Freitag und den Rest am Samstag sehen.

Den Widerständen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gegen den Beginn der Berichterstattung im Privatsender SAT.1 um 20.15 Uhr sieht Hackmann gelassen entgegen. WDR-Intendant Fritz Pleitgen hatte schon im Vorfeld moniert, das ein Sendebeginn nach 20 Uhr nicht mehr als zeitnah zu bezeichnen sei. Zudem pochen ARD und ZDF auf ihr Recht, in ihren Nachrichtensendungen über die Bundesliga mit Bildern zu berichten.

Gemäß der "Frankfurter Rundschau" denkt ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann jetzt über eine Verlegung des "Aktuellen Sportstudios" auf Sonntag nach. In der letzten Saison war die traditionsreiche Sendung noch durch die Samstagabendpartie, die das ZDF exklusiv im Free-TV verwerten konnte, erheblich aufgewertet worden.



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