Fußball-Bundesliga Arnesen feiert mit HSV Dusel-Sieg in Freiburg 

Interimscoach Frank Arnesen hat beim Hamburger SV das Glück zurückgebracht. In Freiburg feierte das Team einen schmeichelhaften Erfolg, die Abwehr des Tabellenletzten machte erneut schwere Fehler. Die Gastgeber vergaben beste Chancen, unter anderem einen Elfmeter.

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Hamburg - Die Planung des Sonntagnachmittags stand bei Thorsten Fink bereits seit Tagen fest. In Basel hatte der neue Coach des Hamburger SV das Spiel des HSV in Freiburg am Fernseher verfolgen wollen. Ob er entspannte 90 Minuten vor dem TV-Gerät erlebte, ist fraglich. Immerhin dürfte ihm das Endergebnis gefallen haben. Der Hamburger SV gewann durch Treffer von Heung-Min Son (12. Minute) und Ivo Ilivecic (74.) zwar 2:1 (1:0), zeigte aber erneut große Schwächen in der Abwehr.

In der Tabelle bleibt die künftige Fink-Elf auf Rang 18, Freiburg ist 17. Doppelt bitter für die Elf von Trainer Marcus Sorg: Stürmer Papiss Demba Cissé vergab nach seinem zwischenzeitlichen Ausgleich (47.) einen Elfmeter in der Schlussphase. "Es war ein sehr spannendes Spiel, aber so sind solche Spiele. Am Ende haben wir Glück bei dem Elfmeter, aber das gehört auch dazu" sagte ein erleichterter Arnesen nach Spielende.

Der Sportchef ließ den HSV bei seiner ersten und vorerst letzten Partie als verantwortlicher Coach im 4-4-2-System auflaufen, verzichtete auf große Änderungen. Aus dem Spiel heraus entwickelten aber beide Mannschaften wenig durchdachte Aktionen. Hamburg startete nervös, die Gastgeber versuchten es zu häufig durch die Mitte und rannten sich regelmäßig fest. Freiburgs Julian Schuster war der erste, der bei den eigenen Fans wohlwollendes Klatschen auslöste. Der Mittelfeldmann scheiterte mit einem Freistoß an Hamburgs Torwart Jaroslav Drobny (10.).

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Zwölf des Tages: Fröhliche Retter und humpelnde Kurzarbeiter
Auf der anderen Seite knallte Mladen Petric einen Freitstoß aus fast 30 Metern ans Lattenkreuz. Kurz darauf durfte Hamburgs Interims-Coach Arnesen auf der Bank jubeln. Nach einer Ecke scheiterte erst Jeffrey Bruma an Oliver Baumann. Gegen den anschließenden Kopfball von Son war Freiburgs Keeper dann aber machtlos (12.).

Dessen Elf war geschockt. Hamburg hatte wenig Mühe, schon im Mittelfeld die Zweikämpfe zu gewinnen - konnte die Schwächephase des Gegners aber nicht nutzen. Einzig Gojko Kacar fiel im Freiburger Strafraum auf, weil er sich in aussichtsreicher Position für eine Schwalbe entschied. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte Gelb (22.).

Rajkovics Patzer ermöglicht Freiburgs Ausgleich

Die beste Chance der Gastgeber in der ersten Hälfte vergab Papiss Demba Cissé, der nach einem Fehler von Hamburgs Heiko Westermann aus kurzer Distanz nur das Außennetz traf (22.). Den Freiburger Fans unter den insgesamt 24.000 Zuschauern wurde bis zur Pause noch jede Menge Nerven abverlangt. Trotz guter Gelegenheiten durch Cissé (31.) und Cédric Makiadi (31.) blieb es zur Pause beim 0:1.

Noch nie hatte der SC in dieser Saison einen Rückstand in einen Sieg umwandeln können. Doch schon kurz nach dem Wiederanpfiff leistete der HSV bei diesem Vorhaben tatkräftige Unterstützung. Eine harmlose Hereingabe in den Strafraum ließ Abwehrspieler Slobodan Rajkovic passieren, Cissé staubte frei vor Drobny ab: 1:1 (47.). Bei Hamburg ging nun kaum noch etwas. Petrics Schuss aus 20 Metern war bereits pure Verzweiflung (53.).

Und die Abwehr des Tabellenletzten wackelte. Weil Westermann einen einfachen Ball zum Gegenspieler beförderte, kam erneut Cissé in Position, verfehlte das Tor aber (56.). Im Mittelfeld hatte Freiburg nun ein deutliches Übergewicht, der HSV fand kaum noch den Weg nach vorne. Auf der Gegenseite verzog Yacine Abdessadki frei am Strafraum (64.), eine Minute später wollte Makiadi Cissé bedienen, statt selbst abzuschließen. Die Hamburger Abwehr konnte klären.

Die Freiburger Führung schien nur eine Frage der Zeit, doch das Tor fiel auf der anderen Seite. Hamburgs Gökhan Töre und der eingewechselte Ilicevic durften sich im Strafraum den Ball solange zuspielen, bis der vier Millionen Euro teure Zugang vom 1. FC Kaiserslautern in seinem ersten Spiel für seinen neuen Arbeitgeber zum 2:1 für den HSV getroffen hatte (74.).

Doch wieder schienen die Gäste Freiburg helfen zu wollen. Dieses Mal war es Bruma, der im eigenen Strafraum erst den Ball vertändelte und dann den eingewechselten Stefan Reisinger foulte: Elfmeter. Cissé trat an - und verschoss deutlich (81.). Für ein letztes Aufbäumen reichte es bei den Gastgebern nicht, der HSV holte mit viel Glück den zweiten Saisonsieg. Thorsten Fink wird wissen, dass er viel Arbeit vor sich hat.

SC Freiburg - Hamburger SV 1:2 (0:1)
0:1 Son (12.)
1:1 Cisse (47.)
1:2 Ilicevic (74.)
Freiburg: Baumann - Hinkel (82. Nicu), Barth, Krmas, Bastians - Flum, Schuster - Putsila (74. Reisinger), Makiadi, Abdessadki (76. Dembele) - Cissé
Hamburg: Drobny - Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo - Kacar, Tesche - Lam (66. Ilicevic), Töre - Son (87. Jansen), Petric (75. Guerrero)
Schiedsrichter: Aytekin
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Schuster (3) - Kacar (2), Petric (2), Drobny
Besonderes Vorkommnis: Cissé schießt Foulelfmeter neben das Tor (81.)

insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Koltschak 16.10.2011
1. Frank Arnesen kann als Copach nicht verlieren...
....das wissen wir doch schon aus Eindhovens Zeiten. 6 mal Trainer: 18:0 Punkte! So sieht ein Erfolgsmensch aus. Mit dem HSV geht es ab jetzt aufwärts. Bleibt nur die Frage, wer steigt ab: Augsburg, Freiburg, Kaiserslautern, Köln, Mainz oder Nürnberg. Mein Tipp: Augsburg und Kaiserslautern direkt, Köln in die Relegation.
nesmo 16.10.2011
2. Und
Zitat von Koltschak....das wissen wir doch schon aus Eindhovens Zeiten. 6 mal Trainer: 18:0 Punkte! So sieht ein Erfolgsmensch aus. Mit dem HSV geht es ab jetzt aufwärts. Bleibt nur die Frage, wer steigt ab: Augsburg, Freiburg, Kaiserslautern, Köln, Mainz oder Nürnberg. Mein Tipp: Augsburg und Kaiserslautern direkt, Köln in die Relegation.
der HSV ist unabsteigbar. Dann noch so ein "Erfolgsmensch", jeder der ein bißchen rational denken kann, weiß damit, dass der HSV Meister werden wird, also vielleicht nicht in dieser Saison ... .
debahn 16.10.2011
3. der HSV wäre fällig
finde ich! Wer über Jahre hinweg so eine Sch... fabriziert, gehört mal abgestraft! Ganz besonders, wenn solche Vereine dann immer noch große weite Welt spielen. Ruhig mal nach Aue und nach Paderborn... ;-)
stefan kaitschick 16.10.2011
4. Super Schiri
Ist ja nicht direkt das Thema, aber super, wie der Aytekin gepfiffen hat. Begrabbeln - Foul, so einfach ist das. Davon könnten sich andere Schiris 'ne Scheibe abschneiden. Es ist natürlich ein Problem, wenn sich die Spieler von Spiel zu Spiel umstellen müssen. Da hilft nur standhaft bleiben, damit die Spieler wissen was sie erwartet. Und hoffen, dass andere Schiris mitziehen. Dass Problem ist, dass nicht jeder Unparteiische so ein gutes Auge hat. Da lässt man die Dinge im Zweifelsfall lieber laufen, und schon schleichen sich die Dauerfouls ein.
Flaschengeist64 16.10.2011
5.
Zitat von debahnfinde ich! Wer über Jahre hinweg so eine Sch... fabriziert, gehört mal abgestraft! Ganz besonders, wenn solche Vereine dann immer noch große weite Welt spielen. Ruhig mal nach Aue und nach Paderborn... ;-)
Werda-Fan oder Becherwurf-Unterstützer-Fan? Warum gehört da jemand abgestraft? Wer natürlich selbst ständig Drehtürmäßig von der 1. in die 2. oder gar die 3. Liga gereicht wird, der hätte den großen Bruder wohl gern mal im Staub zu sich heruntergezogen, was? Ich muss Sie enttäuschen. Der HSV wird sich auch in dieser Saison noch fangen und in der 1. Liga bleiben. Und da gehört der Verein auch hin.
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