Fußball-Bundesliga Leverkusen verliert nach Eigentor, Union nimmt Kurs auf Europa

Ein Eigentor von Edmond Tapsoba kostet Bayer Leverkusen auswärts in Frankfurt einen Punktgewinn. Union Berlin kämpft um die Champions-League-Plätze mit, bei der TSG Hoffenheim geht gegen Freiburg fast alles schief.
Frankfurts Torschütze Amin Younes im Zweikampf mit Leverkusens Julian Baumgartlinger

Frankfurts Torschütze Amin Younes im Zweikampf mit Leverkusens Julian Baumgartlinger

Foto: Michael Probst / dpa

Bayer Leverkusen hat bei Eintracht Frankfurt eine 1:2 (1:1)-Niederlage hinnehmen müssen. Dabei startete das neue Jahr für den Tabellenzweiten mit einem Traumtor: Nationalspieler Nadiem Amiri tunnelte Kevin Trapp sehenswert mit der Hacke (10. Minute). In der Folge hatten die Leverkusener zwar mehr vom Spiel, kamen aber kaum noch zu Chancen. Auf der Gegenseite traf Amin Younes erstmals seit seiner Rückkehr in die Bundesliga frei vor Lukas Hradecky zum Ausgleich (22.).

In der zweiten Hälfte unterlief Edmond Tapsoba ein Eigentor: Der Innenverteidiger grätschte eine Hereingabe von Daichi Kamada über die Linie (54.). Frei stehend aus zehn Meter Torentfernung vergab der Japaner später die Vorentscheidung (73.), eine verunglückte Abwehraktion von Martin Hinteregger landete am Frankfurter Lattenkreuz (82.). Frankfurt hält dank der drei Punkte den Anschluss an die Europapokalränge, Leverkusen bleibt trotz der Niederlage sicher auf einem Champions-League-Platz.

Das Wiedersehen zwischen Max Kruse und seinen Bremer Ex-Kollegen fiel aus, ein Muskelbündelriss setzte Union Berlins Starstürmer außer Gefecht. Ohne Kruse besann sich die Mannschaft von Urs Fischer auf die Tugenden der Vorsaison: Starkes Konterspiel und Effizienz reichten den Berlinern zu einem 2:0 (2:0)-Auswärtssieg bei Werder Bremen.

Zur frühen Führung traf Sheraldo Becker, der nach einem Zuspiel von Sturmpartner Taiwo Awoniyi einen Konter aus 16 Meter Torentfernung erfolgreich abschloss (12.). Werder fehlten die Ideen, es leistete sich defensiv aber weitere Aussetzer: Nach einem Fehlpass von Bremens Marco Friedl spitzelte Awoniyi den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 ins Tor (29.). Ein vermeintlicher Anschlusstreffer durch Romano Schmid zählte aufgrund einer Abseitsstellung nicht (44.).

Durch den Erfolg klettert Union vorübergehend auf Tabellenplatz vier, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigen würde. Am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker: SPIEGEL.de, TV: Sky) können Borussia Dortmund oder der VfL Wolfsburg im direkten Duell wieder an den Berlinern vorbeiziehen.

Die Freiburger Erfolgsserie geht weiter: Das Team von Christian Streich setzte sich 3:1 (3:0) bei der TSG Hoffenheim durch. Von Beginn an waren die Gäste aus Freiburg besser in der Partie und erspielten sich mehrere Torchancen. Die beste davon verwertete Baptiste Santamaria zur Führung (7.). Die Sinsheimer hatten Probleme, die schnellen Gegenangriffe der Gäste zu unterbinden. Das lag auch daran, dass Sebastian Rudy (9.) und Kevin Akpoguma (17.) früh verletzt ausgewechselt werden mussten.

Kurz vor der Pause machten die Breisgauer alles perfekt: Erst verwandelte Freiburgs bester Schütze Vincenzo Grifo einen Handelfmeter sicher zum 2:0 (34.), dann drückte Kasim Adams den Ball in der Rückwärtsbewegung ins eigene Tor (42.). Nach der Pause gelang Ihlas Bebou zwar noch ein Treffer (58.), doch der Aufschwung kam zu spät für ein Hoffenheimer Comeback. Insgesamt haben die Freiburger seit sechs Ligaspielen nicht mehr verloren und klettern auf Rang sieben.

Vier Spiele in Folge musste Mönchengladbach auf einen Dreier warten – so lange war die Borussia unter Marco Rose noch nie sieglos. In Bielefeld gelang durch einen 1:0 (0:0)-Erfolg die Wende. Der Champions-League-Achtelfinalist erarbeitete sich gegen den Aufsteiger zahlreiche Chancen, scheiterte jedoch zunächst am eigenen Abschluss oder dem stark parierenden Stefan Ortega. Nach der Pause gelang Gladbach erst die verdiente Führung durch Breel Embolo (58.). Nach dem Formloch im Dezember steht die Borussia derzeit auf Rang sieben der Tabelle.

Der FC Köln bleibt zu Hause weiter sieglos und verliert 0:1 (0:0) gegen den FC Augsburg. Bereits in der ersten Hälfte jubelten die Augsburger, doch Florian Niederlechner stand bei seinem Kopfball im Abseits (8.). Im Anschluss verlor das Spiel beider Mannschaften an Zielstrebigkeit, Köln und Augsburg gelang es nicht mehr, die gegnerischen Defensivreihen zu überwinden.

Die beste Chance der ersten Hälfte hatte Kölns Sebastiaan Bornauw (38.) durch einen Kopfball aus kurzer Distanz, Rafał Gikiewicz konnte aber klären. Erst kurz vor dem Ende sorgte der Augsburger Iago für die Erlösung und den 1:0-Endstand (77.). Köln bleibt weiter in akuter Abstiegsgefahr, mit elf Punkten rangiert das Team von Markus Gisdol nur einen Zähler vor Bielefeld, das den Relegationsplatz belegt.

cev/mjm
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