Fußball-Bundesliga Bayern demontiert Bremen, Schalke demütigt Dortmund

Aus vier mach zwei: Im Kampf um die Meisterschaft haben Bremen und der VfB hohe Niederlagen hinnehmen müssen. Werder wurde von Bayern vorgeführt, Stuttgart ging in Berlin unter. Schalke rächte sich an Dortmund. Siege feierten auch Nürnberg und Wolfsburg.


Hamburg - Beim 4:0 (1:0)-Erfolg der Bayern in Bremen haben die neuen Akteure die Akzente gesetzt. Franck Ribery sorgte in der 30. Minute mit einem verwandelten Foulelfmeter für die 1:0-Führung der Münchner. Der Franzose hatte zuvor Luca Toni freigespielt, der Italiener war danach von Petri Pasanen im Strafraum zu Fall gebracht worden. Schiedsrichter Markus Merk zeigte ohne zu zögern auf den Punkt. Toni erzielte dann in der 50. Minute das 2:0 und damit seinen zweiten Saisontreffer. Die Vorlage hatte Hamit Altintop gegeben, der zur zweiten Halbzeit für den verletzten Miroslav Klose auf das Feld kam. Der frühere Bremen-Stürmer war vor der Partie verabschiedet worden, musste sich aber ein Pfeifkonzert der Fans gefallen lassen. Nach Vorarbeit von Ribery traf Altintop zum 3:0 (79.), Andreas Ottl (87.) sorgte endgültig für die Bremer Demontage.


Bayern-Torwart Oliver Kahn war anschließend voll des Lobes: "Ich habe immer gesagt, wenn wir in Bremen gewinnen, ist es das erste richtige Achtungszeichen." Werder-Trainer Thomas Schaaf kommentierte die höchte Heimniederlage der Bremer seit zehn Jahren mit den Worten: "Wir können im Moment nicht mehr, als wir in der in der ersten Halbzeit angeboten haben. Das war okay. Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt."

Schalke 04 hat sich dagegen im Derby gegen Borussia Dortmund 4:1 (1:0) durchgesetzt und bleibt Bayern damit auf den Fersen. Dortmund steht unter der Führung von Thomas Doll unterdessen nach zwei Spieltagen mit null Punkten da. Marcelo Bordon traf bereits nach elf Minuten per Kopf zum 1:0, nachdem Christian Pander zuvor einen Freistoß in den Strafraum geschlagen hatte. "Wir haben keinen Zweifel daran gelassen, dass wir das Spiel gewinnen wollen", sagte Torschütze Pander.In der 31. Minute war der Verteidiger dann aus 25 Metern selbst erfolgreich, Gerald Asamoah erzielte per Hechtkopfball in der 59. Minute das 3:0, Nelson Valdez gelang anschließend für die Gäste ebenfalls per Kopf zwar das 1:3. Doch Kevin Kuranyi setzte mit dem 4:1 den Schlusspunkt. "Schalke war uns in allen Belangen überlegen", bekannte Dortmunds Abwehrchef Christian Wörns.
"Sieben Gegentore in zwei Spielen sind viel zu viel", schimpfte Doll.

Der VfB Stuttgart hat auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung einen Dämpfer erhalten. Bei Hertha BSC verlor der Meister 1:3 (1:0). Dabei sah es für den Meister gut aus, nachdem Thomas Hitzlsperger in der 15. Minute nach einem Zuspiel von Roberto Hilpert aus 20 Metern in das Berliner Tor traf. Doch die Gastgeber drehten die Partie in der zweiten Halbzeit. Sofian Chahed verwandelte einen Strafstoß zum 1:1 (51.), zuvor soll Lucio von Pavel Pardo gelegt worden sein. Lucio trat seinerseits die Ecke, die zum 2:1 durch Malik Fathi führte (67.). Solomon Okoronkwo vollendete einen Konter zum 3:1-Endstand.

Bielefeld vergibt klare Führung

Arminia Bielefeld hat einen bereits sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben. Die Ostwestfalen mussten sich zu Hause gegen Eintracht Frankfurt mit einem Unentschieden begnügen. Bis fünf Minuten vor Schluss führte die Arminia noch 2:0. Mit einem Doppelschlag konnte die Eintracht noch ausgleichen. Alex Meier (87.) und Marco Russ (89.) trafen für die Hessen. Bis weit in die zweite Hälfte hinein ließen die Frankfurter nur wenige Chancen zu. Erst eine Flanke von Routinier Jörg Böhme konnte die Abwehr der Gäste knacken. Arminia-Angreifer Radim Kucera sprang höher als Gegenspieler Michael Fink und köpfte an Keeper Markus Pröll vorbei ins Tor (68.). Zwölf Minuten später erhöhte Artur Wichniarek völlig freistehend.

Schnell schien alles klar: Nach 25 Minuten lag der 1. FC Nürnberg 2:0 in Rostock vorn. Für Hansa drohte nach der Niederlage gegen die Bayern auch das zweite Saisonspiel zu einem Desaster zu werden. Bei der Führung von Tomas Galasek (16.), einem Weitschuss, sah Hansa-Torhüter Stefan Wächter nicht gut aus. Neun Minuten später traf Peer Kluge mit einem Flachschuss im Anschluss an einem Eckball. Rostock wachte zu spät auf und kam durch den brasilianischen Verteidiger Orestes nur noch zum 1:2-Anschlusstreffer (63.).

Der VfL Wolfsburg hat einen Fehlstart in die Saison verhindert. Das Team von Trainer Felix Magath konnte beim Aufsteiger MSV Duisburg 3:1 (1:0) gewinnen und sich für die Heimniederlage zum Auftakt gegen Bielefeld revanchieren. Dabei sah es zunächst so aus, als könnten die Duisburger an ihre starke Leistung gegen Borussia Dortmund anknüpfen: Einen Kopfball von MSV-Verteidiger Björn Schlicke konnte Ashkan Dejagah gerade noch von der Linie kratzen (31.). Eine verunglückte Abwehr von Iulian Filipescu leitete die überraschende Führung der Wolfsburger ein. Der Ball landete bei Marcelinho. Und der Brasilianer traf aus dem Stand aus 20 Metern (40.). Nach der Pause glänzte Marcelinho dann als Vorbereiter. Seine Freistoßflanke verwertete Alexander Madlung per Kopf (53.). Stürmer Sergiu Radu machte nach einer Marcelinho-Hereingabe seinen zweiten Saisontreffer (72.). An der deutlichen Niederlage konnte auch die Einwechslung des früheren Bundesliga-Torschützenkönigs Ailton nichts mehr ändern. Sturmkollege Klemen Lavric gelang lediglich noch der Ehrentreffer.

mt/wit

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