Fußball-Bundesliga Bayern halten Schalke auf Distanz

Im Duell um die deutsche Fußball-Meisterschaft bleibt Bayern München dank der besseren Torbilanz im Vorteil. Der Tabellenführer siegte in Wolfsburg ebenso deutlich wie der punktgleiche FC Schalke 04 gegen Nürnberg. Am Tabellenende setzte Hansa Rostock acht Spieltage vor Saisonende seine Aufholjagd fort.


Starke Bayern: Jubel über das 3:0 in Wolfsburg
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Starke Bayern: Jubel über das 3:0 in Wolfsburg

Hamburg - Am 27. Spieltag zeigten die beiden punktgleichen Spitzenteams der Bundesliga keine Schwächen. Bayern München siegte beim VfL Wolfsburg mit 3:0 (2:0). Die Führung für die Gäste, die schon nach sechs Minuten Stürmer Claudio Pizarro auf Grund eines Muskelfaserrisses verloren, erzielte Bastian Schweinsteiger (29.) durch eine großartige Volleyabnahme. Kurz vor dem Halbzeitpfiff unterlief Wolfsburgs Innenverteidiger Kevin Hofland ein kurioses Eigentor, als der Ball nach einer Fußabwehr von VfL-Keeper Simon Jentzsch von seinem Bein direkt ins eigene Gehäuse zurücksprang. Für die Entscheidung sorgte Torsten Frings (55.) mit einem Kopfballtreffer. "Wir haben das Spiel hinten kontrolliert und nach vorne das Nötigste gemacht. Das war für den Sieg ausreichend. Wir haben einen mehr oder weniger ruhigen Nachmittag erlebt", lautete das Fazit von Bayern-Trainer Felix Magath.

Der schon in der vierten Minute für den verletzten Ebbe Sand eingewechselte Mike Hanke brachte Schalke 04 beim 4:1 (3:0) gegen den 1. FC Nürnberg mit zwei Treffern (24. und 36.) auf die Siegerstraße. Ailton (40.) erhöhte auf 3:0. Nach dem Anschlusstreffer des Nürnbergers Samuel Slovak (55.) verloren die Platzherren für eine Weile ihren Rhythmus, aber mit dem 4:1 sorgte Lincoln (74.) für die Entscheidung. "Nach dem 4:1 hätte ich mir gewünscht, dass wir mehr auf Tore aus sind", sagte Schalke-Coach Ralf Rangnick, "es war ein wichtiger Pflichtsieg. Nach dem Stuttgarter Sieg in Bremen gibt es um die deutsche Meisterschaft einen Dreikampf."

Erfolgreicher Joker: Mike Hanke brachte Schalke auf die Siegerstraße
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Erfolgreicher Joker: Mike Hanke brachte Schalke auf die Siegerstraße

Durch den 2:1 (0:0)-Auswärtssieg bei Meister Werder Bremen ist der Tabellendritte VfB Stuttgart am Führungsduo (fünf Punkte Vorsprung) nämlich dran geblieben. Nachdem Ivan Klasnic (52.) die VfB-Führung durch Silvio Meißner (48.) ausgleichen konnte, erzielte Christian Tiffert (87.) den Siegtreffer gegen die Bremer, die nach der Gelb-Roten Karte gegen Valerien Ismael (84.) nur noch zu zehnt spielten. "Wir schaffen es einfach nicht, unsere Chancen in Tore umzumünzen. Durch diese Nachlässigkeiten geraten wir immer wieder in Schwierigkeiten", kommentierte Werder-Trainer Thomas Schaaf enttäuscht, "in den entscheidenden Situationen haben wir nur reagiert und nicht agiert." VfB-Coach Matthias Sammer trat nach dem wichtigen Sieg auf die Euphoriebremse: "Kämpferisch kann ich meinen Spielern keinen Vorwurf machen, spielerisch ist noch einiges zu verbessern." Am besten schon bis zum nächsten Spieltag. Dann empfangen die Stuttgarter im heimischen Stadion den FC Schalke.

Augenthaler: Gran Canaria statt Uefa-Cup

Bayer Leverkusen konnte seine Ambitionen auf einen Platz im Uefa-Cup oder gar der Champions League in Bielefeld nicht untermauern. Der Werksclub unterlag dem Aufsteiger aus Ostwestfalen mit 0:1 (0:0). Den entscheidenden Treffer erzielte Radomir Dalovic (66.). "Heute haben wir zu Recht verloren", gab Bayer-Trainer Klaus Augenthaler enttäuscht zu, "so kann man einfach keinen Fußball spielen, ohne Leidenschaft, Biss und Engagement. Wir reden immer davon, dass wir international spielen wollen. Aber wenn wir so auftreten, werden wir international sicher nicht dabei sein - es sei denn, wir werden zu einem Turnier auf Gran Canaria eingeladen."

Auch Leverkusens Tabellennachbar Hamburger SV konnte in Freiburg nicht überzeugen. Gegen den quasi abgestiegenen SC kam der Tabellensechste nur zu einem 1:1 (1:1). Dennis Kruppke (18.) hatte das Schlusslicht in Führung gebracht, Almami Moreira (41.) erzielte den Ausgleich. Zu allem Überfluss verloren die Hamburger in der Schlussphase ihren Schlüsselspieler Sergej Barbarez, der nach 77 Minuten wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte sah. "Der Platzverweis von Barbarez hat alles über den Haufen geworfen. Ich bin sehr enttäuscht über Sergej, er hat der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen", so HSV-Trainer Thomas Doll.

Kaiserslautern: Jara zornig auf Sforza

Der stark abstiegsgefährdete FC Hansa Rostock holte durch das 2:0 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 den dritten Sieg im vierten Spiel und darf weiter vom Klassenerhalt träumen. Thomas Rasmussen (41.) und Michael Hartmann (58.) schossen den zweiten Heimerfolg dieser Saison heraus. "Das war ein verdienter Rostocker Sieg. Die Überlegenheit bei Standardsituationen hat Hansa gereicht", urteilte der Mainzer Trainer Jürgen Klopp. Vor dem direkten Duell beim 1. FC Nürnberg, der nur noch fünf Zähler Vorsprung auf die Rostocker hat, eröffnete Hansa-Coach Jörg Berger die Psychospiele. "Der Druck auf Nürnberg ist inzwischen sehr, sehr groß", so Berger, der seine Schützlinge mittlerweile auf Rang 16 geführt hat.

Von großer Bedeutung für den Abstiegskampf ist auch der Ausgang der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Bochum, die wie die Begegnung zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) stattfindet. Verlieren die Gladbacher, sind sie nur noch drei Punkte von Platz 16 entfernt, den dann wieder die Bochumer einnehmen würden.

Der 1. FC Kaiserslautern unterlag Hannover 96 mit 0:2 (0:0). Die beiden Treffer für die Gäste erzielte Jiri Kaufman (72. und 90.+1). "Es war ein absolut verdienter Sieg für Hannover. Wir hatten bis zum Gegentor kein Tempo im Spiel, kamen nicht in die Zweikämpfe und haben schlecht nach vorne gespielt", so die verbitterte Einschätzung von Kurt Jara, der sich nach dem Abpfiff Schmährufe von der Tribüne anhören musste. Vor allem mit Führungsspieler Ciriaco Sforza ging der FCK-Coach hart ins Gericht. "Für uns ist der UI-Cup das höchste der Gefühle. Aber speziell ein Spieler spricht immer wieder vom Uefa-Cup. Dann muss er aber auch die entsprechende Leistung zeigen, sich zerreißen und nicht sowas abliefern. Die Leute sollten für ihren Unmut den Richtigen ausmachen", kritisierte der Coach den Schweizer. Sforza war zuletzt der Einzige, der beim FCK vom Erreichen des Uefa-Cups sprach.



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