Fußball-Bundesliga Bayern lässt erneut Punkte liegen

Mit einem Sieg in der Sonntagspartie in Wolfsburg kann Werder Bremen die Tabellenführung nach dem 25. Spieltag gar auf elf Punkte ausbauen. Titelverteidiger Bayern München enttäuschte auch beim Vorletzten in Berlin, der dennoch im Abstiegskampf weiter an Boden verlor. Den höchsten Sieg des Tages feierte Borussia Mönchengladbach.


Machtloser Kahn: Ausgleich per Foulelfmeter
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Machtloser Kahn: Ausgleich per Foulelfmeter

Hamburg - Vor 60.000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion kam Rekordmeister Bayern München nicht über ein 1:1 hinaus. "Wir haben heute zwei Punkte verloren und müssen abwarten, wie Bremen spielt. Wenn sie gewinnen wird es sehr schwer für uns", sagte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld enttäuscht. Dabei hatte Torjäger Roy Makaay mit Saisontreffer Nummer 18 die Gäse durch einen wunderbaren 22-Meter-Schuss (8.) in Führung gebracht. Herthas Brasilianer Marcelinho (43.) glich aber per Foulelfmeter aus. Das Unentschieden verdienten sich die abstiegsbedrohten Berliner durch eine überlegen geführte zweite Hälfte. "Man kann sagen, dass es heute einen korrekten Spielausgang gegeben hat, obwohl das 1:1 zur Halbzeit für uns sehr glücklich war. In den ersten 30 Minuten haben die Bayern unsere Ängstlichkeit ausgenutzt und sind verdient in Führung gegangen. Nach dem Wechsel hat sich unsere Mannschaft aber besser präsentiert", fasste Hertha-Trainer Hans Meyer zusammen.

Stolpern im Titelrennen: Stuttgarts Streller (r.) kam in Köln nicht zum Zuge
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Stolpern im Titelrennen: Stuttgarts Streller (r.) kam in Köln nicht zum Zuge

Auch der Tabellendritte VfB Stuttgart kam bei der Aufholjagd auf Werder Bremen zu Fall. Beim Tabellenletzten 1. FC Köln mussten sich die Schwaben mit 2:2 zufrieden geben. "Ich bin enttäuscht, aber ich sehe immer noch Chancen, Deutscher Meister zu werden. Ich hatte in Köln allerdings drei Punkte eingeplant", sagte VfB-Trainer Felix Magath. Silvo Meißners 1:0-Führungstor (28.) auf Vorarbeit des Ex-Kölners Horst Heldt konterten die Platzherren mit dem Ausgleich durch Florian Kringe (45.). Der Ex-Münchner Markus Feulner (71.) traf sogar zum 2:1 für die Rheinländer, die zuletzt sechs Mal in Folge verloren hatten. Doch ein Eigentor von Matthias Scherz (72.) bescherte dem VfB wenigstens einen Teilerfolg. Scherz traf schon zum zweiten Mal in dieser Saison - zuvor beim 0:1 in Mönchengladbach - ins eigene Netz. "Wir geben nicht auf, solange wir rechnerisch noch eine Chance haben", gab sich FC-Coach Marcel Koller weiter kämpferisch.

Erfolg mit Köpfchen: Der Bochumer Wosz (r.) überwindet FCK-Keeper Wiese
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Der VfL Bochum musste sich beim 1. FC Kaiserslautern trotz einer 2:0-Führung mit einem 2:2 begnügen. Vahid Hashemian (15.) und Dariusz Wosz (44.), der per Kopfball erfolgreich war, hatten für das 2:0 zur Halbzeit gesorgt. Vratislav Lokvenc (55./64.) sicherte den Gastgebern den Punktgewinn. "Ich weiß nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll", war Lautern Trainer Kurt Jara nach den ereignisreichen 90 Minuten aufgewühlt, "wir haben 15 Minuten sehr verhalten gespielt, dann kam der Riesenfehler von Tchato. Auf diesen Hallo-Wach-Effekt hätte ich gerne verzichtet. Danach haben wir viele Torchancen leichtfertig vergeben." Auch das Fazit von Bochums Coach Peter Neururer fiel zwiespältig aus: "Es war ein kurioses Spiel, aber unsere Serie hat es gehalten, und wir sind jetzt zehn Spiele ungeschlagen. Ich bin ein klein wenig traurig über die vergebenen Möglichkeiten. Aber am Ende können wir mit dem Unentschieden gut leben."

Leverkusen nutzt Gunst der Stunde

Dennoch mussten die Westfalen in der Tabelle Bayer Leverkusen vorbeiziehen lassen. Der Bulgare Dimitar Berbatow (58.) brachte Leverkusen beim 2:0-Auswärtssieg in Rostock in Führung, Marko Babic (75.) sorgte für den Endstand. "Ich bin froh, dass wir auch auswärts noch gewinnen können, allerdings war die erste Halbzeit grausam. Daran gab es viel zu bemängeln", gab Bayer-Trainer Klaus Augenthaler zu. Rostock kassierte nach sechs Spielen ohne Pleite wieder eine Niederlage.

Hannover 96 feierte durch ein 2:2 bei Schalke 04 einen wichtigen Teilerfolg im Kampf um den Klassenerhalt und den ersten Punktgewinn unter dem neuen Trainer Ewald Lienen. Thomas Brdaric (14.) sorgte auf Zuspiel von Clint Mathis für das 1:0 der Niedersachsen. Per Mertesacker unterlief in der 64. Minute ein Eigentor zum Ausgleich. Erneut Brdaric (71.) schoss die Gäste erneut in Führung. Der Däne Ebbe Sand (84.) sorgte für den Punktgewinn der Hausherren. "Mit der taktischen Ausrichtung des Gegners hatten wir sehr große Probleme. Nach dem Rückstand sind die Spieler unruhig und unsicher geworden, die erste Halbzeit haben wir total verschlafen", analysierte Schalkes Trainer Jupp Heynckes. Hannovers Mohammadou Idrissou (88.) flog in der Schlussphase wegen wiederholten Foulspiels vom Platz.

Schwarz-Gelber Riese: Koller (h.) machte den Dortmunder Sieg perfekt
AP

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Borussia Dortmund zog im Kampf um die Uefa-Cup-Plätze durch ein 2:0 gegen Eintracht Frankfurt an den Schalkern vorbei. Der Brasilianer Ewerthon (23.) markierte das Führungstor der Schwarz-Gelben, bei denen Mannschaftskapitän Stefan Reuter,37, sein Karriereende nach dieser Saison ankündigte. Jan Koller (80.) mit Saisontor Nummer elf beseitigte die letzten Zweifel am verdienten BVB-Sieg. "Unser Torhüter hat uns vor einer höheren Niederlage bewahrt", lobte Eintracht-Coach Willi Reimann seinen Torwart Oka Nikolov. Der Frankfurter Henning Bürger (39.) war wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt worden. Anschließend ließ sich Reimann zu einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter-Assistenten hinreißen und wurde auf die Tribüne verbannt. Ihm droht nun ein lange Sperre.

Gladbacher Befreiungsschlag

Drei Tage nach dem Pokal-K.o. bei Zweitligist Alemannia Aachen schaffte Borussia Mönchengladbach mit dem 3:0 gegen den Hamburger SV einen Befreiungsschlag. Trainer Holger Fach war zufrieden: "Die Mannschaft hat den Klassenerhalt selbst in der Hand, wenn sie so aufspielt, wie sie es heute getan hat." Jeff Strasser (61.) traf zum verdienten Führungstor für die Borussia. Anschließend waren Vaclav Sverkos (79.) und Thomas Broich (82.) für die Gladbacher erfolgreich. "In der zweiten Halbzeit brachen alle Dämme, da war keine Gegenwehr, kein Biss und kein Aufbäumen mehr da", erklärte HSV-Coach Klaus Toppmöller, "0:3 zu verlieren, das ist eine Katastrophe."

Der 25. Spieltag wird am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) mit Wolfsburg gegen Bremen und 1860 München gegen den SC Freiburg komplettiert.



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