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Bayern-Sieg in Freiburg: Merken Sie sich dieses Gesicht!

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Bayerns Sieg in Freiburg Jüngste Demut

Bayerns Talent Joshua Zirkzee erzielte gegen Freiburg sein erstes Bundesligator - und jubelte nach der Partie mit seinen Jungs aus der zweiten Mannschaft. Zurückhaltende Töne kamen von Trainer Hansi Flick.

Die Szene des Spiels: Nach dem späten Sieg gegen den SC Freiburg bildeten die Bayern-Spieler einen Kreis, sie hüpften und feierten. Als sich die Jubeltraube auflöste, blieben vier Spieler übrig: Der 20-jährige Sarpreet Singh, Lars-Lukas Mai (19), Leon Dajaku (18) und der Jüngste, der 18-jährige Joshua Zirkzee. Letzterer hatte die Bayern zuvor in der Nachspielzeit in Führung gebracht und einen erneuten Punktverlust des Rekordmeisters verhindert. Es schien, als würden sich die Vier aus der zweiten Mannschaft zusammen freuen, dass der Erste von ihnen das geschafft hat, nach dem alle streben: Für die Bayern in der Männer-Bundesliga zu treffen.

Das Ergebnis: Nach Zirkzees 2:1 in der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte Serge Gnabry (90. Minute +5) den 3:1-Endstand. Hier geht es zum Spielbericht.

221. Treffer: Bereits zum 19. Mal in dieser Saison traf Robert Lewandowski. Damit zog er nicht nur an Leipzigs Timo Werner im Rennen um die Torjägerkanone für die aktuelle Spielzeit vorbei. Der Treffer zum 1:0 war zudem das 221. Bundesligator insgesamt für den 31-Jährigen. Ein besonderer Treffer. Denn damit überholte Lewandowski Jupp Heynckes in der ewigen Torjägerliste. Einzig Klaus Fischer (268) und Gerd Müller (365) haben noch mehr Tore erzielt.

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Erste Hälfte: Wirklich absehbar war diese Entwicklung in den ersten 25 Minuten noch nicht. Die Bayern spielten herausragenden Fußball, einzig die Chancenverwertung verhinderte wie zuletzt häufiger eine noch höhere Führung. Dann aber folgte der große Einbruch: Thiago spielte die einzige Sechs, und befreite sich Freiburg erst einmal vom Münchner Dauerdruck, geriet der technisch herausragende Spanier mächtig ins Schwimmen. Torhüter Manuel Neuer rettete die Halbzeitführung mit zwei starken Paraden gegen Lucas Höler (34.) und Vincenzo Grifo (41.).

Zweite Hälfte: Es sollte nur der Beginn des Defensivchaos des Meisters sein. Freiburg erzielte in der zweiten Hälfte nicht nur den Ausgleich durch Grifo (59.), der Sport-Club drückte gegen den Rekordmeister auf den Siegtreffer. Vor allem bei der Arbeit gegen den Ball war Freiburg den Bayern weit voraus; während Lucas Höler und Nils Petersen fleißig anliefen, hatten Coutinho (für den in der 90. Minute übrigens Zirkzee kam), Lewandowski und Perisic zumindest defensiv einen entspannten Urlaubstag im Schwarzwald. "Freiburg hat es in der zweiten Hälfte einfach gut gemacht", sagte Flick beim Fernsehsender Sky. Eben bis in die Nachspielzeit.

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Bayern-Sieg in Freiburg: Merken Sie sich dieses Gesicht!

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Jüngste Demut: Nach einer größtenteils verpatzten Hinrunde, vier Niederlagen und einem Trainerwechsel können sich die Bayern offenbar wieder über Siege gegen individuell unterlegene Teams wie Freiburg freuen. Nach der Partie brach ein weiß-roter Jubelsturm aus, wie er meist nicht einmal auf der bayerischen Meisterfeier zu sehen ist. Der Eindruck wurde von demütigen Aussagen von Bayern-Trainer Hansi Flick gestützt: "Wir haben es zum Glück überstanden", sagte er, wohlgemerkt immer noch nach einem Sieg gegen den SC Freiburg.

Lucas Höler wird von Weltmeister Thomas Müller gefoult

Lucas Höler wird von Weltmeister Thomas Müller gefoult

Foto: Patrick Seeger/DPA

Der Anti-Zirkzee: Der 18 Jahre alte Torschütze der Bayern dürfte einer der Shootingstars der Liga werden, er gilt bereits seit Jahren als großes Talent. Viele Freiburger Profis haben einen anderen Weg zurückgelegt, um in die Bundesliga zu kommen. Exemplarisch dafür ist Höler, der in der Jugend bei Bremer Amateurklubs und bei seiner ersten Männerstation noch in der Regionalliga spielte. Fünfeinhalb Jahre ist das nun her, seitdem ist er alle zwei Jahre eine Liga aufgestiegen, über die dritte ging es in die zweite Liga, ehe ihn Christian Streich in Freiburg zum Bundesligaspieler machte.

Höler ist heute 25 Jahre alt, sein Spielstil ist nicht spektakulär, aber als Stammspieler ist er inzwischen unverzichtbar - gegen die Bayern war er einer der Besten. Sein nachhaltiger Karriereweg dürfte ein Vorbild für alle Talente sein, die nicht schon mit 18 Jahren das erste Mal in der Bundesliga treffen. Auch, wenn er es nicht in die Überschrift geschafft hat.

SC Freiburg - Bayern München 1:3 (0:1)
0:1 Lewandowski (16.)
1:1 Grifo (59.)
1:2 Zirkzee (90.+2)
1:3 Gnabry (90.+5)
Freiburg: Flekken - Gulde, Koch, Heintz - Frantz (54. Kwon), Haberer, Höfler, Günter - Höler (90.+3 Schlotterbeck), Grifo (75. Borrello) - Petersen
München: Neuer - Kimmich, Pavard, Alaba, Davies - Thiago - Gnabry, Thomas Müller (63. Martinez), Coutinho (90. Zirkzee), Perisic - Lewandowski
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Stegemann
Gelbe Karten: - / Thomas Müller, Lewandowski, Thiago