Fußball-Bundesliga Bayern starten traumhaft, Bremen stolpert

Zwei neue Stürmer, drei Tore: Für den FC Bayern München hat die Saison mit einem deutlichen Sieg begonnen. Überraschend stark präsentierte sich Bielefeld, auch Hamburg und Frankfurt konnten gewinnen. Bremen stolperte.


Hamburg - Die Bayern warteten gegen Rostock mit einer Überraschung auf: Luca Toni, lange verletzt, wurde von Trainer Ottmar Hitzfeld von Beginn an aufgeboten. Und der Italiener dankte es auf seine Weise. Bereits in der 14. Minute traf der Stürmer in seinem ersten Bundesligaspiel ins Tor. Nach Vorarbeit von Miroslav Klose, der frei vor Hansa-Keeper Stefan Wächter auftauchte und den Ball zu seinem Kollegen spielte. Bayern war über 90 Minuten das deutlich bessere Team, kam aber erst nach einem Fehler von Wächter zum 2:0 durch Klose (66.). Der Nationalspieler erzielte in der 85. Minute auch den Treffer zum 3:0-Endstand und schoss die Münchner an die Tabellenspitze.


"Wir haben heute unsere Pflicht erfüllt. Die Mannschaft hat Rostock gut in den Griff gekriegt und sehr gut begonnen. Das 1:0 zur Halbzeit war verdient", sagte Hitzfeld, der seine Mannschaft aber auch kritisierte: " Aber auch Rostock hatte vier bis fünf Kontermöglichkeiten, weil wir auf beiden Seiten schlecht organisiert waren, da müssen wir uns verbessern. Ich freue mich, dass sich das Risiko, Luca Toni zu bringen, rentiert hat. Für Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf war Bayern der verdiente Sieger: "Wir wollten selbstbewusst auftreten, das ist uns überhaupt nicht gelungen. Wir haben zu viel zugelassen."

Werder Bremen verspielte unterdessen beim VfL Bochum eine 2:0-Führung und musste sich nach 90 Minuten mit einem 2:2 zufriedengeben. Diego hatte die Gäste in der 39. Minute mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung gebracht. Zuvor war Boubacar Sanogo im Strafraum gefoult worden. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erhöhte der vom HSV an die Weser gewechselte Stürmer dann nach einem Freistoß Diegos per Kopf zum 2:0. Bochum jedoch erwischte den besseren Start in die zweite Hälfte. Stanislav Sestak kam im Strafraum frei zum Schuss und überwand Werder-Torwart Tim Wiese (47.), der beim Ausgleich zwei Minuten später gegen Tommy Bechmann machtlos war. "Es war ein intensives Auftaktspiel. Wir haben mutig nach vorne gespielt, weil wir wussten, dass Bremen noch nicht bei 100 Prozent ist. Das war auch schon viel besser als beim 0:6 im letzten Jahr", analysierte VfL-Coach Marcel Koller die 90 Minuten, zu denen Werder-Trainer Schaaf sagte: "Aller Anfang ist schwer. Man hat gesehen, dass noch nicht alles rund läuft. Wenn man 2:0 auswärts führt, muss man den Sack zumachen."

Arminia Bielefeld siegte beim VfL Wolfsburg 3:1. Artur Wichinarek (38.) traf zur Gäste-Führung, nach dem Seitenwechsel erhöhten Christian Eigler (52.) und Oliver Kirch (80.) auf 3:0, Sergiu Radu gelang nur noch der Ehrentreffer (84.) für die Magath-Elf. Die Bielefelder nutzten die anfängliche Verunsicherung der Gastgeber und spielten von Beginn an frech nach vorne. Dieser Mut wurde mit dem Führungstreffer durch Wichniarek nach einem sehenswerten Pass von Jörg Böhme belohnt. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Angriffsspiel der Wolfsburger harmlos. Zudem offenbarten sie in der Defensive große Schwächen. Nach dem 2:0 zog sich Arminia zurück und lauerte auf Konter. Das 3:0 von Kirch bescherte den Bielefeldern zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung.

Hamburg beendet schwarze Serie

Der Hamburger SV gewann unterdessen das Nordderby bei Hannover 96 1:0. Den entscheidenden Treffer erzielte Collin Benjamin in der 23. Minute nach Vorarbeit von Piotr Trochowski und Nigel de Jong. Die Hamburger feierten damit nach 19 Jahren wieder einen Erfolg in Hannover, das nach der erfolgreichen Vorbereitung (unter anderem ein 3:0-Sieg gegen Real Madrid) einen Dämpfer erhielt. Nachdem beide Teams kontrolliert begannen, übernahm der HSV im Anschluss an den Führungstreffer das Kommando, aber de Jong (27.), Rafael van der Vaart (29.) sowie Mohamed Zidan (35.) vergaben vor der Pause Chancen für einen weiteren Treffer. Hannover erhöhte im zweiten Durchgang den Druck, ein Tor aber wollte nicht fallen.

Eintracht Frankfurt besiegte Hertha BSC ebenfalls 1:0. Das Tor erzielte Ioannis Amanatidis (31.). Vor 45.900 Zuschauern in der Commerzbank-Arena übernahm die Elf von Trainer Friedhelm Funkel von der ersten Minute an die Initiative. Abwehrchef Sotirios Kyrgiakos hatte die erste gute Chance, setzte einen Kopfball aus kurzer Distanz aber knapp über das Gäste-Tor (12.). Dagegen fehlte es der Hertha vor allem im Mittelfeld an Ideen. Eine Torchance spielte sich die Berliner im gesamten ersten Abschnitt nicht heraus. Auch nach dem Seitenwechsel war von der Hertha-Offensive zunächst wenig zu sehen. Erst ein Fehler des ansonsten starken Kyrgiakos ermöglichte den Gästen eine Chance, doch Frankfurts Verteidiger Marco Russ rettete in höchster Not gegen Pantelic (56. ). Auf der anderen Seite war allerdings auch bei den Gastgebern bis auf Meiers Chance zum 2:0, als er aus kurzer Distanz nur das Außennetz traf (69.), nur noch wenig zu sehen.

Bayer Leverkusen enttäuschte nach dem Pokal-Aus in der ersten Runde bei Zweitligist FC St. Pauli auch gegen Energie Cottbus und kam nicht über ein 0:0 hinaus. Dabei verzweifelte die Elf von Trainer Michael Skibbe, der weiter auf seinen 50. Sieg als Bundesligatrainer warten muss, vor allem am starkten Cottbuser Keeper Tomislav Piplica. Der 38-jährige Bosnier, den Energie-Coach Petrik Sander erst wenige Tage vor dem Saisonstart nach einem "knappen Duell" mit Gerhard Tremmel erneut zur Nr. 1 ausgerufen hatte, rechtfertigte dieses Vertrauen und avancierte zum überragenden Mann auf dem Platz. Vor 22.500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena entwickelte sich das erwartete Spiel. Cottbus baute bei Leverkusener Ballbesitz etwa 30 Meter vor dem eigenen Tor einen zehn Spieler umfassenden Abwehrriegel auf. Die Gastgeber rannten größtenteils ideenlos dagegen an, beraubten sich durch unnötige Stockfehler selbst vieler guter Chancen und scheiterten bei ihren guten Gelegenheiten letztlich immer wieder an Piplica.

mt/sid



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