Fußball-Bundesliga Bayern-Verfolger machen Boden gut

Die Verfolger von Tabellenführer Bayern München dürfen wieder etwas Hoffnung schöpfen. Während die Hitzfeld-Schützlinge am letzten Vorrunden-Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen Schalke nicht über ein Remis hinaus kamen, fuhren Werder Bremen und Borussia Dortmund klare Siege ein. Als einziger Münchner echauffierte sich Oliver Kahn darüber.


Luftduell in der Lausitz: Marko Topic (l.) im Zweikampf mit Dortmunds Christoph Metzelder
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Luftduell in der Lausitz: Marko Topic (l.) im Zweikampf mit Dortmunds Christoph Metzelder

Hamburg - Fußball-Feste gab es beim 17. und letzten Spieltag der 40. Bundesligasaison vor der Winterpause nicht mehr zu feiern. Müde und ausgelaugt wirkten die meisten Kicker am Ende des WM-Jahres. Indiz für die Schwäche war, dass in den neun Spielen nur 16 Tore fielen, in drei der Partien sogar gar keine. Darunter war auch das trostlose Duell zwischen Spitzenreiter Bayern München und Schalke 04, über das sich aber nur Bayern-Keeper Oliver Kahn noch erregen konnte: "So ein Scheiß-Kick. Mit mehr Leidenschaft hätten wir das Spiel gewonnen."

Einen Sechs-Punkte-Vorsprung nehmen die Münchner mit in die Winterpause, bevor es für sie am 26. Januar gegen Gladbach wieder los geht. Dass die Distanz zu Titelverteidiger Borussia Dortmund durch einen Sieg gegen Schalke noch größer hätte sein können, stört Mittelfeldstar Michael Ballack nicht: "Da können wir nichts schleifen lassen. Es liegt noch ein hartes Stück Arbeit vor uns."

Harten Zeiten sieht dagegen sein Nationalteam-Kollege Jörg Böhme entgegen, der nach einigen Eskapaden bei Schalke bis zum Jahresende mit Manager Rudi Assauer ein klärendes Gespräch über seine Zukunft bei dem Revierclub führen muss.

Ungewiss bleibt auch die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern, dem im Abstiegskampf ein wichtiger 2:1 (1:0)-Sieg gegen Herta Berlin gelang. Harry Koch erzielte per Foulelfmeter vier Minuten vor dem Spielende den Siegtreffer. Das erste Tor in der neuen Volkswagen-Arena in Wolfsburg erzielte Stuttgarts Thomas Schneider. Er markierte das 1:0 beim 2:1-Sieg des VfB beim VfL Wolfsburg. Die Stuttgarter überwintern so auf einem Uefa-Cup-Platz.

Kämpferischer Sammer


Titelverteidiger Dortmund, das Schlusslicht Energie Cottbus mit dem 4:0-Auswärtssieg dem Abstieg näher brachte, will das Handtuch auf keinem Fall frühzeitig werfen. "Sechs Punkte kann man aufholen", gab sich BVB-Chefcoach Matthias Sammer kämpferisch und erinnerte daran, dass in der vergangenen Saison schon anderen Clubs zu vorzeitig gratuliert wurde. So zum Beispiel Bayer 04 Leverkusen, das mit zwölf Siegen Herbstmeister geworden war. Nach der 0:2-Heimpleite gegen den 1. FC Nürnberg, Platz 14 in der Tabelle und gerade einmal fünf Erfolgen in 17 Spielen muss der Vizemeister eine katastrophale Zwischenbilanz ziehen. "Das Thema Ausreden ist nach der Winterpause erledigt", kündigte Bayer-Manager Reiner Calmund eine harte Welle an.

Werder-Spieler bejubeln das Führungstor von Markus Daun (2.v.r.): "Mit positivem Gefühl in den Winterurlaub"
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Werder-Spieler bejubeln das Führungstor von Markus Daun (2.v.r.): "Mit positivem Gefühl in den Winterurlaub"

Die letztjährige Rolle der Leverkusener übernimmt in dieser Saison Werder Bremen, das nach dem 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach punktgleich mit dem BVB als Überraschungs-Dritter überwintert. "Damit hat hier keiner gerechnet", freute Werder-Manager Klaus Allofs. Großen Anteil an diesem Erfolg hat der vor ein paar Monaten fast ausrangierte Ailton. Der Brasilianer baute seine Spitzenstellung in der Torjägerliste mit dem 2:0 auf 13 Treffern aus und schoss damit fast die Hälfte aller Bremer Bundesliga-Tore.

"Schade, dass die Hinrunde schon vorbei ist"


Für positive Schlagzeilen sorgten auch andere Clubs. Der Hamburger SV rappelte sich nach einen Fehlstart bis auf Rang sechs hoch, obwohl er nur ein dürftiges 0:0 bei Hansa Rostock erreichte. "Es ist schade, dass die Hinrunde schon vorbei ist", klagte HSV-Keeper Martin Pieckenhagen. Auch für Aufsteiger VfL Bochum (8. Platz) und 1860 München (5.) könnte es so weitergehen: Das 1:1 war deshalb für beide Teams kein Beinbruch. "Wir haben es den Kritikern gezeigt", zog VfL-Trainer Peter Neururer eine Bilanz, die auch für die Münchner zutrifft.

Benjamin Lauth (l.) erzielte in Bochum seinen neunten Saisontreffer
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Benjamin Lauth (l.) erzielte in Bochum seinen neunten Saisontreffer

Mit einem beachtlichen Endspurt hat Arminia Bielefeld (10.) Distanz zum Bundesliga-Keller geschaffen. Das 0:0 bei Mitaufsteiger Hannover 96 (16.) nutzte den Ostwestfalen mehr als den Niedersachsen. Obwohl 96-Coach Ralf Rangnick zuletzt von seinem Präsidenten Martin Kind Rückendeckung erhalten hat, kennt er die Spielregeln des Profigeschäfts: "In Ruhe kannst du in der Bundesliga nie arbeiten."

Dortmund als Zuschauerkrösus


Bisher hat in der Hinrunde nur der 1. FC Kaiserslautern Trainer Andreas Brehme durch Erik Gerets ersetzt - bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Der Tabellen-Vorletzte aus der Pfalz gilt mit Cottbus als Abstiegskandidat Nummer eins. Neun Punkte fehlen Energie zum rettenden 15. Platz. Die Tristesse wird auch von den Fans quittiert. Mit 12.769 Besuchern im Schnitt liegt Energie auch in der Zuschauerstatistik am Ende. Krösus ist wieder Dortmund, das den Schnitt sogar noch auf 54.110 steigern konnte. Insgesamt kamen zu den bisher 153 Spielen 5.099.879 Zuschauer (2001/2002: etwa 5.142.691).

Die Rückrunde beginnt am 25. Januar.



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