Fußball-Bundesliga Bayern zittert sich zu Punkt in Hamburg

Remis im Bundesliga-Klassiker: Bei der Partie Hamburg gegen Bayern fielen keine Tore. In einem durchschnittlichen Spiel waren beide Teams gut genug, sich Chancen zu erspielen - aber nicht gut genug, eine davon zu nutzen. Die beste Möglichkeit vergab der HSV kurz vor Schluss.

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Hamburg - In der 62. Minute keimte Hoffnung bei den HSV-Fans auf. Im Spiel gegen den FC Bayern verließ der ehemalige Münchner Paolo Guerrero das Feld. Für ihn kam Mladen Petric - der Mann, der in den vergangenen beiden HSV-Heimspielen gegen die Bayern am 30. Januar und 26. September 2009 jeweils das 1:0-Siegtor erzielt hatte.

Allein, Petric konnte die Hoffnungen der HSV-Anhänger nicht erfüllen. Auch er schaffte beim 0:0 im ersten Spiel des neunten Spieltages kein Tor. Das Ergebnis war zwar gerecht. Aber es hilft keinem der Teams richtig weiter. Die Bayern haben nun zwölf Punkte und stehen auf Platz neun - sollten Mainz und Dortmund gewinnen, betrüge der Rückstand des Rekordmeisters zur Tabellenspitze bereits zwölf Punkte. Für Hamburg sieht es ein wenig besser aus. Der HSV belegt mit 15 Punkten zumindest bis Samstag Platz vier. "Gegen Bayern ist ein Punkt nicht verkehrt", sagte HSV-Kapitän Heiko Westermann. "Wir hatten die besseren Chancen. Ansonsten war es ein ausgeglichenes Spiel."

In der ersten Viertelstunde bestimmten die Hamburger die Partie. Das lag am aggressiven HSV-Pressing, aber auch an vielen Unkonzentriertheiten der Münchner. Beispiel: In der siebten Minute unterlief Bastian Schweinsteiger ein Fehlpass. Sein Teamkollege Danijel Pranjic konnte gerade noch gegen Collin Benjamin klären. Ansonsten brachte die Überlegenheit dem HSV kaum etwas ein. Nur in der 13. Minute nutzte der ehemalige Münchner Paolo Guerrero einen Fehler von Philipp Lahm zum ersten HSV-Torschuss.

Aus für Rost vor der Pause

Das schien für die Bayern ein Weckruf zu sein. Beim ersten energischen Angriff der Gäste war Hamit Altintop bei einem Konter noch zu eigensinnig. Er übersah den freistehenden Thomas Müller und lief sich in der HSV-Deckung fest. Doch nur eine Minute später musste Rost gegen einen guten Schuss von Müller zur Ecke klären. Unmittelbar danach prallte der HSV-Keeper mit Bastian Schweinsteiger zusammen. Rost spielte zunächst weiter, musste aber in der 43. Minute doch gegen Jaroslav Drobny ausgewechselt werden. "Das Knie ist dick geworden. Wir gehen davon aus, dass er ein Band gerissen hat", sagte HSV-Trainer Armin Veh über Rosts Verletzung.

Nach der Behandlungspause wurde das Spiel deutlich besser. In der 19. Minute passte Müller im Strafraum auf Mario Gomez, der knapp verzog. Kurz darauf meldete sich der HSV mit einem abgefälschten Schuss aus spitzem Winkel von Ruud van Nistelrooy zurück, den Hans-Jörg Butt im Bayern-Tor parierte.

Die besten HSV-Gelegenheit in der ersten Halbzeit vergab Jonathan Pitroipa nach einer halben Stunde. Der Flügelstürmer wurde vom Ex-Münchner Zé Roberto im Bayern-Strafraum freigespielt. Anstatt am Fünfmeterraum selbst zu schießen, legte Pitroipa den Ball zu Ruud van Nistelrooy quer - Pranjic blockte ab.

Für die Bayern verzog Altintop in der 32. Minute knapp von der Strafraumgrenze. Vier Minuten vor der Halbzeit regte sich der türkische Nationalspieler zurecht auf: Bei einem von ihm eingeleiteten Konter zog Toni Kroos überhastet ab, anstatt auf den freistehenden Altintop zu passen. Ein Kopfball von Mathijsen nach einer Ecke war die letzte HSV-Chance in Halbzeit eins.

Pitroipa trifft den Pfosten

In der zweiten Halbzeit dauerte es sieben Minuten, ehe die Heimelf wieder eine Chance hatte. Marcell Jansen zielte knapp am langen Pfosten vorbei, der Schuss ging durch Timoschtschuks Beine und war noch abgefälscht. Nach der folgenden HSV-Ecke schloss Lahm einen Konter der Bayern ab, verzog aber bei seinem Schuss auf das kurze Eck.

Die Partie spielte sich nun wie schon zu Beginn der ersten Halbzeit vorwiegend in der Münchner Hälfte ab. Doch zwingende Chancen erspielte sich der HSV zunächst nicht. Ein Distanzschuss von Tomas Rincon (60.) verfehlte Butts Tor, kurz darauf blockte Timoschtschuk einen Schuss van Nistelrooys ab. Auf der Gegenseite verzog Schweinsteiger (69.).

In der Schlussviertelstunde ließen beide Teams mehr Chancen zu. Der HSV konnte sein Pressing nicht mehr aufrecht erhalten, Bayern spielte offensiver. Es war der Zögerlichkeit im Abschluss zu verdanken, dass die Gäste nicht häufiger für Gefahr sorgten. So wartete Gomez in der 79. Minute zu lang, sein Schuss wurde geblockt. Kurz zuvor hatten Petric und Piotr Tochowski gute Chancen gegen Butt vergeben.

Und dann, in der 81. Minute, hatte Pitroipa die Chance des Spiels: Er lief allein auf Butt zu und traf nur den Pfosten. "Das war eine hundertprozentige Torchance - die muss er nutzen", sagte HSV-Trainer Veh. Ähnlich sah es Bayern-Kapitän Philipp Lahm: "Der HSV hatte in der 81. Minute eine Riesenchance - dann muss man froh sein, einen Punkt mitzunehmen." Weniger zufrieden war sein Trainer: "Es ist schade, dass wir nicht gewonnen haben. Hamburg war in den letzten 15 Minuten körperlich kaputt, da müssen wir das Tor machen", sagte Louis van Gaal. Das sah auch Toni Kroos so: "Wir können mit dem Punkt nicht zufrieden sein. Wir hätten hier gewinnen müssen."

Hamburger SV - FC Bayern München 0:0
Hamburg:
Rost (43. Drobny) - Benjamin, Westermann, Mathijsen, Jansen - Rincon - Pitroipa, Trochowski, Ze Roberto - Guerrero (62. Petric), van Nistelrooy (71. Choupo-Moting)
München: Butt - Lahm, Tymoshchuk, Badstuber, Pranjic - Ottl, Schweinsteiger - Hamit Altintop, Toni Kroos, Müller - Gomez (86. Olic)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Mathijsen (2) - Pranjic, Schweinsteiger (2)

Mit Material von sid und dpa

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Kai-Uwe 22.10.2010
1. Klassiker?
Zitat von sysopRemis im Bundesliga-Klassiker: Bei*der Partie Hamburg gegen Bayern fielen keine Tore. In einem durchschnittlichen Spiel waren beide Teams gut genug, sich Chancen zu erspielen - aber nicht gut genug, eine davon zu nutzen. Die beste Möglichkeit vergab der HSV kurz vor Schluss. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,724852,00.html
Zwei selbsternannte Titelanwärter bleiben hinter ihren Ansprüchen zurück. Wobei die Bayern ja wenigstens in den letzten Jahren den einen oder anderen Titel (BL, CL, Pokal) geholt haben mit all dem investierten Geld. Beim HSV wird seit zehn Jahren krampfhaft versucht, mal was zu erreichen. Aber trotz noch so hoher Investitionen in Trainer und Spieler und noch so großer Ankündigungen vor jeder Spielzeit: Seit fast dreissig Jahren nichts geholt, oder?
mooringman, 23.10.2010
2. Spitzenspiel
In einem nicht gerade guten Spiel war es noch nie so leicht,schwache Bayern zu schlagen.Aber der HSV hatte Angst und wohl auch nicht genug Qualität ,die Bayern hatten Glück beim Pfostenschuss. Es war kein Spitzenspiel!
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