Fußball-Bundesliga Moukokos Traumtor leitet BVB-Sieg ein, FC Bayern gewinnt knapp bei Hertha BSC

Der FC Bayern machte es nach 3:0-Führung bei Hertha BSC noch einmal spannend, BVB-Youngster Youssoufa Moukoko schoss zeitgleich den VfL Bochum ab. In mehreren Stadien protestierten Fans gegen die bevorstehende WM in Katar.
Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund war gegen Bochum gleich doppelt erfolgreich

Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund war gegen Bochum gleich doppelt erfolgreich

Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga haben die Toptalente der Spitzenklubs ihre Klasse gezeigt: Zu Borussia Dortmunds 3:0 (3:0)-Erfolg gegen den VfL Bochum steuerte Youssoufa Moukoko zwei sehenswerte Treffer bei, für die Führung des FC Bayern München beim 3:2 (3:2)-Auswärtserfolg gegen Hertha BSC sorgte Jamal Musiala. RB Leipzigs starke Form hielt auch bei der TSG Hoffenheim an, die Mannschaft von Trainer Marco Rose gewann 3:1 (1:0). Der FC Augsburg verlor 1:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt, der VfL Wolfsburg triumphierte 3:0 (1:0) bei Mainz 05.

Jenseits des Sportlichen sorgte auch die am 20. November beginnende WM in Katar für Gesprächsstoff. Aufgrund der problematischen Menschenrechtslage im Emirat protestierten gleich in mehreren Stadien die Fanszenen der Klubs mit Plakaten gegen die Austragung des Turniers.

Youssoufa Moukoko ist der jüngste Spieler, der in der Bundesliga die Marke von zehn Toren erreichen konnte. Der 17 Jahre alte BVB-Angreifer brachte seine Mannschaft gegen den VfL Bochum traumhaft in Führung: Nach einem Ballgewinn gegen Ivan Ordets machte Moukoko noch ein paar Schritte in Richtung Strafraum, ehe sein wuchtiger Distanzschuss erst gegen die Unterkante der Latte, dann ins Tor flog (8. Minute).

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Der nächste BVB-Youngster erhöhte nur vier Minuten später: Nach einem Foul von Vasilios Lampropoulos an Donyell Malen trat Giovanni Reyna zum Elfmeter an und schob den Ball lässig an Torwart Manuel Riemann vorbei. Die Bochumer Hoffnungen, eine Niederlage abzuwenden, zerschlugen sich dann spätestens, als Philipp Hofmanns vermeintlicher Anschlusstreffer wegen einer Abseitsstellung per Videobeweis annulliert wurde (27.).

Stattdessen legte Dortmund nach. Ein vermeintliches Foul an Reyna bestrafte Schiedsrichter Tobias Stieler nach Ansicht der Videobilder zwar doch nicht mit Elfmeter (43.), dafür war erneut Moukoko aus der Distanz erfolgreich. Diesmal überlupfte der Stürmer, der noch auf einen Kaderplatz für die WM in Katar hoffen darf, VfL-Keeper Riemann, der zu weit vor seinem Tor stand (45.+1).

»Boycott Qatar«: Die organisierte Fanszene in Dortmund positionierte sich gegen die WM im Emirat

»Boycott Qatar«: Die organisierte Fanszene in Dortmund positionierte sich gegen die WM im Emirat

Foto: IMAGO/UWE KRAFT / IMAGO/Uwe Kraft

Das WM-Turnier hatte vor Anpfiff bereits Proteste von den Rängen auf sich gezogen. Ein großflächiges Plakat forderte zum Boykott auf, mehrere Banner auf der Südtribüne positionierten sich klar gegen den Gastgeber. Hintergründe zu den Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der WM und den Menschenrechtsverletzungen in Katar erfahren Sie im Podcast »Ausverkauft« bei Spotify und SPIEGEL+.

Der FC Bayern München hat ein wildes Spiel in Berlin für sich entschieden. Bei Hertha BSC sah es nach 38 Minuten schon so aus, als sei die Partie für die Berliner gelaufen: Jamal Musiala hatte die Bayern in Führung gebracht (12.), der erneut stark aufspielende Eric Maxim Choupo-Moting zweimal im Strafraum am schnellsten reagiert (37.,38.) und das Spiel vermeintlich vorentschieden. Dann aber verkürzte erst Dodi Lukebakio für die Mannschaft von Sandro Schwarz (40.), ehe Bayern-Verteidiger Benjamin Pavard Hertha-Angreifer Davie Selke im Strafraum zu Fall brachte. Der Gefoulte trat selbst an, Manuel Neuer, der nach einer Schulterverletzung sein Comeback im Bayern-Tor gab, war ohne Chance (45.).

In der zweiten Halbzeit traf Hertha-Verteidiger Agustín Rogel nach Musiala-Hereingabe ins eigene Tor (57.), wegen einer Abseitsstellung zuvor blieb es jedoch bei der knappen 2:3-Niederlage für die Gastgeber.

»15.000 Tote für 5760 Minuten Fußball«: Die Fans des FC Bayern und von Hertha BSC stellten sich einträchtig gegen die WM in Katar

»15.000 Tote für 5760 Minuten Fußball«: Die Fans des FC Bayern und von Hertha BSC stellten sich einträchtig gegen die WM in Katar

Foto:

IMAGO/Uwe Koch/Eibner-Pressefoto / IMAGO/Eibner

Auch in Berlin regte sich Protest gegen die Weltmeisterschaft in Katar. Heim- und Auswärtsfans hatten eine Botschaft für ihre Banner abgestimmt, die auf die zahlreichen Arbeitsmigranten hinwies, die in Katar in den vergangenen Jahren zu Tode gekommen waren.

In der Champions League steht Eintracht Frankfurt im Achtelfinale. Und auch in der Liga hält sich die SGE im Rennen um die vorderen vier Plätze, die für die Königsklasse qualifizieren. Beim FC Augsburg gerieten die Frankfurter zwar schnell in Rückstand durch Mërgim Berisha (1.), drehten danach aber auf.

Bis zum Ausgleich dauerte es nicht lange: Von rechts spielte Junior Dina Ebimbe in den Rückraum, Jesper Lindstrøm ließ klug für Kapitän Sebastian Rode durch, der leichtes Spiel hatte (13.). Danach drückte die Eintracht, Djibril Sow (17.) und Dina Ebimbe (29.) wurden gefährlich. Torwart Kevin Trapp rettete kurz vor der Pause mit einer überragenden Reaktion gegen Ermedin Demirović (42.).

Auch nach Wiederanpfiff blieb Frankfurt stärker, der eingewechselte Ansgar Knauff versuchte es gleich in der 47. Minute erstmals. Der 20-Jährige war auch der Spieler, der schließlich das Siegtor erzielte, als er nach einer Ecke aus der zweiten Reihe zum Schuss kam (64.).

Mit 23 Punkten steht Frankfurt weiterhin auf Platz fünf, Augsburg (14 Punkte) ist Tabellen-13. und blieb auch im fünften Spiel in Folge ohne Sieg.

Mit Marco Rose als Trainer läuft es bei RB Leipzig. Nach dem 4:0 bei Schachtar Donezk in der Champions League und der Qualifikation fürs Achtelfinale gelang den Leipzigern gegen Hoffenheim erneut ein überzeugender Sieg, eingeleitet durch Christopher Nkunku, der in der 17. Minute einen Freistoß aus halblinker Position und etwa 18 Metern Entfernung sanft in den linken Winkel hob.

Eine schöne Kombination mit Dani Olmo hätte das schnelle 2:0 durch den Spanier bedeutet, allerdings kam Nkunku aus dem Abseits (31.). So kam Hoffenheim zum Ausgleich, als der Ex-Leipziger Angeliño perfekt zum im Strafraum unbewachten Georginio Rutter flankte, der im Laufen einköpfte (50.).

Das 1:1-Remis hielt aber nicht lange, denn TSG-Torwart Oliver Baumann wehrte eine Flanke vor die Füße von Nkunku ab, der erneut zur Führung traf (57.). Im Konter besorgte Olmo mit einem starken Winkelschuss den Endstand (69.). Für Leipzig war was wettbewerbsübergreifend das elfte ungeschlagene Spiel in Serie und der erste Bundesliga-Auswärtssieg der Saison.

Hoffenheim hingegen steckt in der Krise. Aus den vergangenen sieben Partien gab es nur einen Sieg, mit 18 Punkten steht die TSG aber noch auf Rang neun. Leipzig nähert sich den Europapokalplätzen, auf Platz sechs fehlt nur noch ein Punkt zur Eintracht.

Der Aufwärtstrend des VfL hält an: In Mainz blieb die Mannschaft von Trainer Niko Kovač auch im sechsten Spiel in Serie ungeschlagen. In einer chancenarmen Partie waren die Gastgeber zunächst besser: Dominik Kohr scheiterte erst an Wolfsburg-Keeper Koen Casteels (27.), dann am Pfosten (29.).

Die Führung fiel nach einer Standardsituation: Am zweiten Pfosten kam eine Ecke von der rechten Seite herunter, Felix Nmecha hielt den Ball mit dem Kopf im Spiel und Patrick Wimmer zog aus der Drehung ab (33.).

Im zweiten Durchgang traf Nmecha nach Zuspiel von seinem Bruder Lukas die Latte (58.), ehe VfL-Kapitän Maximilian Arnold per direkt verwandeltem Freistoß auf 2:0 erhöhte (70.), wobei 05-Torhüter Robin Zentner nicht gut aussah. Den Schlusspunkt setzte Ex-Mainzer Ridle Baku, der einen Konter erfolgreich abschloss (84.).

cev/mrk
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