BVB-Erfolg in Köln Der Sieg des Widders

Vor der Partie beteten die Kölner Fans im Dom um gutes Gelingen. Am Abend dann half auch der Segen von oben nicht gegen die Dortmunder Angriffswucht. Der BVB setzt seine Zweite-Halbzeit-Serie fort.

Axel Witsel und Paco Alcácer bezwingen den Geißbock
Wolfgang Ratta/ REUTERS

Axel Witsel und Paco Alcácer bezwingen den Geißbock

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Segen des Spiels: Wenn der 1. FC Köln sein erstes Saisonheimspiel bestreitet, dann gehen einige Tausend FC-Fans vorher in den Kölner Dom, um für ihren Klub zu beten. Alle halten ihre rot-weißen Schals in die Höhe, die Orgel intoniert "Mir stonn zu dir, FC Kölle". Erzählt wurde in der Lesung, so vermeldet die Deutsche Presse-Agentur, diesmal die Geschichte des Propheten Daniel, in der ein Geißbock einen Widder bezwingt, obwohl er eigentlich der Schwächere war.

Ergebnis des Spiels: Alle Gebete haben nicht geholfen. Borussia Dortmund gewann dank einer Leistungssteigerung nach der Pause 3:1 (0:1). Der FC hatte zur Pause durch ein Tor von Dominik Drexler geführt (29. Minute). Danach schossen Jadon Sancho (70.), Achraf Hakimi (85.) und Paco Alcácer (90.+4) den BVB zum späten Auswärtserfolg. Zum Spielbericht geht es hier entlang. Und zum Nachlesen des Livetickers hier.

Die erste Halbzeit: Der Geißbock hatte den Widder fast bei den Hörnern. Der BVB spielte weitgehend harmlos, der FC nutzte die Verwirrung in der Dortmunder Abwehr zur Führung. Selbst danach reagierten die Gäste seltsam passiv. Als wüssten sie schon, dass sie in der zweiten Hälfte ohnehin noch entscheidend zulegen werden.

Die zweite Halbzeit: Beim bis dahin beeindruckend kämpfenden Aufsteiger ließen die Kräfte irgendwann für jeden im Stadion spürbar nach. Und als BVB-Coach Lucien Favre nach einer Stunde dann auch noch Julian Brandt für Vornamenskollege Weigl in die Partie brachte, hieß die Offensivformation des BVB fortan Marco Reus, Thorgan Hazard, Jadon Sancho, Paco Alcácer und Julian Brandt. Die Abwehr, die dem 30 Minuten standhalten kann, verdient einen Orden. Die Kölner Abwehr konnte es nicht.

Hennes IX regiert jetzt in Köln
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Hennes IX regiert jetzt in Köln

Spieler des Spiels: Julian Brandt musste eine Stunde bis zu seiner Einwechslung warten. Danach fielen die drei Treffer. Dennoch war der entscheidende Mann des Spiels ein anderer: Lukasz Piszczek ist mittlerweile 34 Jahre alt, er hält dem BVB seit neun Jahren die Treue. Und man hat eher das Gefühl, dass der Außenverteidiger jede Saison wichtiger wird. Seine Flanke zum 2:1 auf den Kopf von Abwehrkollege Hakimi war exquisit.

Gesetz des Spiels: Bereits in der Hinrunde der Vorsaison hatte der BVB eine besondere Qualität. Er konnte den Eindruck einer mäßigen ersten Halbzeit dadurch wettmachen, dass er in der zweiten Hälfte den Druck dermaßen erhöhte, dass die Spiele zu seinen Gunsten kippten. Gegen Augsburg vor einer Woche wurde aus einem 1:1 ein 5:1, jetzt aus einem 0:1 ein 3:1. Jedes Spiel hat zwei Halbzeiten. Ernst Happel hats gesagt. Und der hatte immer Recht.

Tier des Spiels: Der 1. FC Köln beginnt die neue Spielzeit mit einem neuen Maskottchen. Hennes IX. regiert als Geißbock an der Seitenlinie in dieser Saison. Vorgänger Hennes VIII. ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Der Neue soll sich nicht grämen, dass die Premiere misslang. Es lag nicht an ihm. Und an der Kölner Mannschaft auch nicht. Der Widder war einfach zu stark. Wenn der FC so leidenschaftlich spielt wie gegen den BVB, dann könnte Hennes der Neunte am Ende sogar den Tabellenstand im Titel tragen.

Erkenntnis des Spiels: Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl, wat ich dann bedde däät. (BAP 1982)

1. FC Köln - Borussia Dortmund 1:3 (1:0)
1:0 Drexler (29.)
1:1 Sancho (70.)
1:2 Hakimi (86.)
1:3 Alcácer (90.+4)
Köln: Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, Hector - Verstraete - Schindler (73. Kainz), Skhiri, Drexler - Modeste (81. Höger), Córdoba (55. Terodde)
Dortmund: Bürki - Piszczek, Akanji, Hummels, Schulz (62. Hakimi) - Weigl (62. Brandt), Witsel - Sancho, Reus, Hazard (85. Bruun Larsen) - Alcácer
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter:
Christian Dingert
Gelbe Karten: Verstraete, Ehizibue - Piszczek



insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
ser4t 24.08.2019
1. Beten hat noch nie geholfen
Das sollte sich eigentlich in den vergangenen 2000 Jahren herumgesprochen haben. Aber auch heute noch gibt es Millionen uneinsichtige Kretins. Unglaublich!
bernharddietz 24.08.2019
2. Papa Piszczek
der Vater des Sieges !
maxgil 24.08.2019
3. Heja BVB
weiter so!
dodgerone 24.08.2019
4.
Die Kölner hatten keine Chance... auch wenn es so aussah als dominierten sie die erste Halbzeit... was Dortmund dann wieder die letzten 30 Minuten brachte war Sahnefussball und Dominanz. Wird auf alle Fälle ne schöne Saison. Und Köln muss keine Angst haben bei 0 Punkten stehen zu bleiben... es kommen noch genug Gegner die nicht so stark sind!
FrankDunkel 24.08.2019
5.
Dortmund wird nicht Meister. Dafür gibt es einen Grund. Und der heißt Lucien Favre.
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