Torwartfehler und Joker-Tore Dortmund dreht spektakuläres Spiel in Freiburg

Bis zur 77. Minute lag Borussia Dortmund in Freiburg hinten. Dann patzte SC-Keeper Mark Flekken schwer – und die BVB-Joker stachen.
Die beiden Matchwinner für Dortmund: Jamie Bynoe-Gittens und Youssoufa Moukoko

Die beiden Matchwinner für Dortmund: Jamie Bynoe-Gittens und Youssoufa Moukoko

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RONALD WITTEK / EPA

Borussia Dortmund hat mit drei späten Toren das Bundesliga-Auswärtsspiel beim SC Freiburg gedreht. Nach einem 1:0-Rückstand profitierte der BVB von einem schweren Torwartfehler von SC-Keeper Mark Flekken nach einem Schuss vom eingewechselten Jamie Bynoe-Gittens (77. Minute). Der zweite Dortmunder Joker, Youssoufa Moukoko, schoss kurz darauf das 2:1 (84.). Marius Wolf, ebenfalls eingewechselt, erhöhte sogar noch auf 3:1 (88.). Zuvor hatte Michael Gregoritsch die Freiburger in Führung gebracht (35.).

Für den 18 Jahre alten Bynoe-Gittens war es erst der fünfte Einsatz in der Bundesliga. Nach seiner Einwechslung (64.) brauchte er nur 20 Minuten, um das Spiel auf den Kopf zu stellen. Erst probierte er es aus 30 Metern mit dem linken Fuß, der Schuss war eigentlich ungefährlich. Flekken wollte den Ball fangen, erwischte ihn aber nicht ganz. Hinter ihm tropfte der Ball ins Tor zum Ausgleich (77.).

Nur sieben Minuten später leitete Bynoe-Gittens die nächste Chance ein. Mit einem Dribbling samt Übersteiger zog er mehrere Freiburger Verteidiger auf sich, ehe er zu Julian Brandt durchsteckte. Der hatte die Übersicht, um direkt quer zu Moukoko zu legen, der aus kurzer Distanz das 2:1 erzielte (84.). Dass Wolf nach einem Haken von der linken Seite in die Mitte noch das 3:1 schoss, verkam zur Randnotiz nach dieser spektakulären Wendung (88.).

Modeste fügt sich gut ein

In der ersten Hälfte waren die Dortmunder noch völlig überfordert gewesen von Freiburgs linker Seite mit Christian Günther und Vincenzo Grifo. In der 17. Minute gelang den beiden die erste Kombination, Günthers Hereingabe konnte BVB-Torhüter Gregor Kobel aber noch abfangen.

Dortmund verteidigte anders als noch beim Auftaktsieg gegen Bayer Leverkusen. Mit Neuzugang Anthony Modeste im Sturm attackierten die Gäste erst im Mittelfeld, anstatt weit vorne schon zu pressen.

Bei Ballbesitz konnte sich der Franzose bei seinem Debüt aber gut einfügen, im Umschaltspiel war er anspielbar und ballsicher. Bei einer solchen Gelegenheit ließ er den Ball gut zu Marco Reus klatschen, bekam ihn direkt wieder, scheiterte mit links aber an Flekken.

Anthony Modeste kam kurzfristig zum BVB als Ersatz für den erkrankten Sébastien Haller

Anthony Modeste kam kurzfristig zum BVB als Ersatz für den erkrankten Sébastien Haller


Foto: IMAGO/Kirchner/Marco Steinbrenner / IMAGO/Kirchner-Media

Auch die nächste Chance gehörte Dortmund, als Raphaël Guerreiro nach tollem Doppelpass mit Jude Bellingham von der Grundlinie flanken konnte. Der Ball kam aber etwas zu hoch in die Mitte, wo Modeste hätte einköpfen können (31.).

Drei Dortmunder können Ginter nicht stoppen

Die Schlussphase der ersten Hälfte dominierten die Freiburger – über die gefährliche linke Seite. Erst zwang Grifo mit einem schlitzohrigen Freistoß Kobel zu einer Parade (34.), kurz darauf fiel das Führungstor.

Eine Günther-Flanke aus dem linken Halbfeld flog bis zum zweiten Pfosten, wo Matthias Ginter sich im Luftkampf gegen drei Gegenspieler durchsetzte und quer zu Gregoritsch prallen ließ. Der war vor BVB-Innenverteidiger Mats Hummels am Ball und köpfte gefühlvoll gegen Kobels Laufrichtung ins Tor (35.). Nach erneut sehenswertem Zusammenspiel mit Günther bekam Grifo die Chance zum 2:0, schoss aber Gregoritsch an (41.).

Nach der Pause spielten die Freiburger immer noch stark – bis BVB-Trainer Edin Terzić seine Wechsel vornahm. Alle an den drei Dortmunder Toren beteiligten Spieler hatten nicht in der Startelf gestanden.

mrk
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