Fußball-Bundesliga Eine gute Hälfte genügt Dortmund in Paderborn

Beim Tabellenletzten tat sich der BVB 45 Minuten lang schwer. Nach der Pause konnte Paderborn dann nicht mehr mithalten. Jadon Sancho nutzte seine Rückkehr in die Startelf für eine Botschaft.
Jadon Sancho fiel gegen Paderborn nicht nur durch seine drei Tore auf

Jadon Sancho fiel gegen Paderborn nicht nur durch seine drei Tore auf

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Lars Baron/ AP

Borussia Dortmund hat in der Fußball-Bundesliga 6:1 (0:0) beim SC Paderborn gewonnen. Die Tore für den BVB erzielten Thorgan Hazard (54. Minute), Jadon Sancho (57., 74., 90.+1), Achraf Hakimi (85.) und Marcel Schmelzer (89.), für die Gastgeber traf Uwe Hünemeier (72., Elfmeter). Durch den Auswärtssieg hat der BVB auf dem zweiten Platz weiterhin vier Punkte Vorsprung auf Borussia Mönchengladbach, das am Nachmittag klar über Union Berlin gesiegt hatte.

An der Situation der Paderborner ändert sich wenig: Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart steht weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz, bis zu Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsrang sind es acht Punkte.

Nach einem ersten Durchgang mit wenigen gefährlichen Torszenen begann die zweite Hälfte deutlich rasanter. Zunächst rutschte ein Querpass von Raphael Guerreiro bis zum zweiten Pfosten durch, wo Achraf Hakimi am stark reagierenden Leopold Zingerle scheiterte (49.), dann verfehlte Thorgan Hazard das Tor um Zentimeter nach einem präzisen Querpass von Jadon Sancho (51.), der erstmals nach der Corona-Pause wieder in der Startaufstellung stand.

Sancho zeigt solidarische Botschaft

Seine bis dahin gute Leistung verdarb Zingerle in der 54. Minute, als er eine Flanke von Emre Can nach vorne abwehrte, sodass Hazard aus kurzer Distanz den Abpraller einschieben konnte. Bis zum 2:0 dauerte es nicht lange: Thomas Delaney überspielte die Paderborner Abwehr mit einem Steilpass zu Brandt auf dem linken Flügel, der Sancho im Zentrum bediente (57.).

Bei seinem Torjubel zog der Engländer sein Trikot aus, um eine Botschaft zu zeigen, die er auf sein Unterhemd geschrieben hatte: "Justice for George Floyd" (Gerechtigkeit für George Floyd). Damit schloss er sich dem Gladbacher Marcus Thuram und Weston McKennie vom FC Schalke 04 an, die ihrerseits bereits solidarische Gesten mit den Protesten in den USA gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen gezeigt hatten. Für das Ausziehen des Trikots sah Sancho die Gelbe Karte.

Als das Spiel bereits entschieden schien, gewährte Schiedsrichter Daniel Siebert den Gastgebern einen Strafstoß. Bei einem Abschluss von Mohamed Dräger hatte sich Can in den Schuss geworfen und dabei den Ball an den Ellbogen bekommen, was als Handspiel gewertet wurde. Uwe Hünemeier schoss den Ball scharf in die obere, linke Ecke, BVB-Keeper Roman Bürki war nur noch mit den Fingerspitzen dran (72.).

Doch die Spannung hielt nicht lange, denn kurz darauf stellte Sancho mit seinem zweiten Treffer die Zwei-Tore-Führung wieder her (74.). In den Schlussminuten erhöhte Hakimi auf 4:1 und zeigte beim Jubel unter seinem Trikot die gleiche Botschaft wie Sancho zuvor (85.). Der eingewechselte Marcel Schmelzer erzielte ein weiteres Tor (89.), ehe Sancho mit seinem dritten Treffer den Schlusspunkt setzte (90.+1).

mrk
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