Gegen Hertha BSC Borussia Dortmund nutzt die Patzer der Konkurrenz

Im Rennen um die Champions-League-Qualifikation zieht Dortmund gegen Hertha BSC erst spät das Tempo an. Wichtige Spieler fehlten dem BVB. Es reichte trotzdem zum Sieg.
Jadon Sancho (Mitte)

Jadon Sancho (Mitte)

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Vor dem Spiel setzten die Spieler von Borussia Dortmund und Hertha BSC noch ein gemeinsames Zeichen. Die Spieler knieten vor dem Anpfiff um den Mittelkreis und am Spielfeldrand und schwiegen. Sie solidarisierten sich mit den Demonstranten in den USA, die seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straßen gehen. Die Geste hatte 2016 Football-Profi Colin Kaepernick als Protestform etabliert. Schon am vergangenen Wochenende hatte es mehrere Proteste durch einzelne Spieler gegeben.

In der Geste noch gemeinsam, ging es auch im Spiel dann schnell auseinander. Dortmund gewann gegen Berlin 1:0 (0:0). Das Team von Trainer Lucien Favre schaffte es nach den Patzern von RB Leipzig und Gladbach, sich von der Konkurrenz im Kampf um die Champions-League-Plätze etwas abzusetzen. Emre Can traf in der 57. Minute. Für Bruno Labbadia war es die erste Niederlage in seinem fünften Spiel als Hertha-Trainer.

Haaland, Hummels und Götze fehlten beim BVB

Dortmund musste wegen Kniebeschwerden erneut auf Stürmer Erling Haaland verzichten. Dazu fehlte Abwehrchef Mats Hummels wegen einer Gelb-Sperre. Auch Mario Götze stand nicht im Kader - allerdings nicht aus sportlichen oder gesundheitlichen Gründen: Seine Frau erwartete ihr erstes gemeinsames Kind.

Beide Mannschaften ließen in der ersten Hälfte den Zug Richtung Tor vermissen. Die sonst energische BVB-Offensive nahm nur selten Tempo auf - auch dank der Berliner Defensivarbeit. Zu wirklich torgefährlichen Szenen kam es vor der Pause nicht.

Vier Punkte Vorsprung auf RB Leipzig

Danach zogen aber beide Teams an. In der 51. Minute kam Jadon Sancho zur bis dato besten Chance: Hakimi schlug einen Pass scharf in die Mitte. Hazard legte für Sancho ab. Doch der zeigte sich überrascht und vergab. Wenig später war er dennoch am Dortmunder Treffer beteiligt: Sancho spielte den Ball in den Strafraum zu Julian Brandt, der per Kopf an Can weiterleitete. Der traf ins rechte untere Eck.

Durch das knappe Ergebnis hat sich der Abstand Dortmunds zu Tabellenführer Bayern München zumindest nicht vergrößert: Er beträgt weiter sieben Punkte. Nach unten hat sich der BVB etwas Luft verschafft: Auf den nächstgelegenen Tabellendritten sind es nun vier Punkte Vorsprung, nachdem Leipzig am Nachmittag gegen Paderborn nur unentschieden spielte.

ara
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