Fußball-Bundesliga Dortmund siegt spät und rückt bis auf einen Punkt an die Bayern heran

Bis in die Schlussphase sah es aus, als könnte Borussia Dortmund die Niederlage der Bayern nicht nutzen. Dann traf Marco Reus. Leipzig wurde bei Hoffenheim auseinander gespielt und Wolfsburg holte zwei Tore auf.
Ein kämpferisches Bundesligaspiel: Dortmund gegen Stuttgart

Ein kämpferisches Bundesligaspiel: Dortmund gegen Stuttgart

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Bernd Thissen / dpa

Borussia Dortmund ist am zwölften Spieltag der Fußball-Bundesliga durch einen 2:1 (0:0)-Sieg gegen den VfB Stuttgart bis auf einen Punkt an Tabellenführer Bayern München herangerückt. Starke Hoffenheimer gewannen 2:0 (1:0) gegen RB Leipzig und der VfL Wolfsburg holte beim 2:2 (0:1) in Bielefeld nach einem Rückstand noch einen Punkt. Die beiden Aufsteiger verloren: Bayer Leverkusen sicherte einen 1:0 (1:0)-Sieg gegen den VfL Bochum, Fürth ging 0:4 (0:3) in Mönchengladbach unter.

Die Bayern verloren am Freitag überraschend in Augsburg. Die Chance nutzte der erste Verfolger Borussia Dortmund. Gegen weiter von Verletzungen geplagte Stuttgarter, Stürmer Silas kehrte zwar zuletzt ins Training, aber noch nicht in den Spielkader zurück, taten sich die Dortmunder nach zwei Pflichtspielniederlagen in Folge erneut schwer. Zwar lief der BVB im ersten Durchgang an, kassierte dabei aber fast ein Gegentor: Der ehemalige Stuttgarter Gregor Kobel parierte gegen seinen ehemaligen Mitspieler Tanguy Coulibaly stark und vereitelte den Rückstand (38.).

Im zweiten Durchgang brachte einer die Dortmunder in Führung, der zuletzt vermehrt in die Kritik geraten war: Ohne den verletzten Erling Haaland lastet mehr Druck auf Sommerzugang Donyell Malen, der nur selten überzeugen konnte, gegen Stuttgart aber Glück hatte, dass sein Schuss von der Strafraumgrenze abgefälscht ins Tor flog (56.). Dortmunds Defensive offenbarte aber Lücken: Wiederholt wurde Stuttgart durch Konter gefährlich, Roberto Massimo nutzte einen davon zum Ausgleich (63.). Stuttgarts Torhüter Florian Müller parierte in der Folge gegen Manuel Akanji herausragend (67.), war beim Abstauber von Marco Reus in der 86. Minute aber chancenlos.

Nach dem schwachen Saisonstart schien sich RB Leipzig vor der Länderspielpause gefangen zu haben. Gegen Hoffenheim gab es einen heftigen Rückschlag, was aber auch an stark aufspielenden Hoffenheimern lag: Von Beginn an tat sich Leipzig schwer und drohte das Spiel bereits früh vollends aus der Hand zu geben. Erst köpfte Diadié Samassékou nach einer Ecke und einem Fehler von Péter Gulácsi zur Führung (12.), dann scheiterten nur wenig später Kevin Akpoguma (13.), Georgino Rutter (14.) und Ihlas Bebou (22.) mit Versuchen knapp. Hoffenheim dominierte die Leipziger im ersten Durchgang nach Belieben.

Deutlich ausgeglichener wurde die Partie im zweiten Durchgang ebenfalls nicht, stattdessen belohnte sich Hoffenheim: Nach einem Fehler im Aufbauspiel der Leipziger schnappte sich Munas Dabbur den Ball und entschied die Partie mit einem Schuss aus rund 18 Metern (68.).

Der VfL war mit drei Pflichtspielsiegen unter dem neuen Chefcoach Florian Kohfeldt in die Länderspielpause gegangen. Nun, beim Tabellenvorletzten, schien den Wolfsburgern die Favoritenrolle zu gehören – doch dann jubelte Bielefeld. Mit einem sehenswerten Schuss aus der Drehung brachte Masaya Okugawa die Arminia in Führung (11.). Nach dem Seitenwechsel gelang das 2:0 per Elfmeter (54.). Fabian Klos verwandelte den Strafstoß, den Kevin Mbabu mit einem Foulspiel verursacht hatte.

Die Vorentscheidung war das aber nicht. Lange war vom VfL nichts zu sehen, dann traf zuerst Wout Weghorst für die Wolfsburger (62.) und nur wenige Sekunden später gelang Lukas Nmecha sogar der Ausgleich (63.). Wolfsburg erhöhte den Druck weiter, gewann aber nicht mehr.

Seit dem 3. Oktober oder fünf Partien hatte Bayer Leverkusen kein Bundesligaspiel mehr gewonnen, dadurch verlor man den Anschluss an die Tabellenspitze. Gegen vor der Länderspielpause starke Bochumer entschied aber das Leverkusener Tempo auf den Flügeln: Moussa Diaby schickte bereits in der vierten Minute rechts Jeremie Frimpong in den Strafraum; der Ball war eigentlich etwas lang gespielt, Frimpong kratzte ihn aber von der Torauslinie und flankte auf den zweiten Pfosten. Amine Adli köpfte ein. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, auch die Bochumer kamen wiederholt zu Abschlüssen. Es blieb aber beim knappen Bayer-Sieg.

Fürth bleibt nach der elften Niederlage im zwölften Saisonspiel abgeschlagen Tabellenletzter. In Gladbach geriet der Aufsteiger bereits früh in Rückstand, als Lars Stindl mit einem Steilpass das Führungstor durch Jonas Hofmann vorbereitet hatte (8.). Davon sollten sich die Gäste nicht erholen, und es kam noch schlimmer. Beim 0:2 hatte Fürth-Keeper Marius Funk den Ball unglücklich in den Fuß von Florian Neuhaus gepasst, der Gladbacher nutzte den Fehler und schoss aus 25 Metern direkt ins leere Tor.

Spätestens mit dem 3:0 durch Alassane Pléa noch vor der Pause wurde ein Klassenunterschied deutlich (43.). Beim 4:0 lieferte der überragende Stindl seine dritte Torvorlage an diesem Tag, Hofmann vollendete den Angriff (57.). Gladbach ist vorerst Tabellensiebter.

hba/jan
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