Fußball-Bundesliga Gladbach nutzt Bremens schwache zwei Minuten

Hinten anfällig, vorn fahrlässig: Bremen hatte in Gladbach die besseren Chancen. Aber weil es beste Gelegenheiten ausließ und hinten innerhalb von 103 Sekunden zweimal patzte, rutscht Werder Richtung Tabellenkeller.

Gladbach bleibt noch mindestens ein paar Wochen Tabellenführer
Sascha Steinbach / EPA

Gladbach bleibt noch mindestens ein paar Wochen Tabellenführer


Tabellenführer Borussia Mönchengladbach hat die vier Punkte Vorsprung auf die ersten Verfolger verteidigt. Im frühen Sonntagsspiel der Bundesliga gewannen die Gladbacher 3:1 (2:0) gegen Werder Bremen. Ramy Bensebaini (20. Spielminute) und Patrick Herrmann (22. und 59.) erzielten die Tore für die Gastgeber. Leonardo Bittencourt traf in der Nachspielzeit für Werder (90.+3). Bremen wartet seit nunmehr sieben Partien auf einen Sieg und ist momentan Tabellenvierzehnter.

Fast wäre Gladbach schon nach 36 Sekunden in Führung gegangen. Doch der zuletzt überragende Marcus Thuram setzte den Ball per Schienbein knapp am Tor vorbei. Zwei Minuten später hatte Bremen die Chance auf das 1:0. Maximilian Eggestein zwang Yann Sommer zu einer Parade.

Nach dem turbulenten Start hatte der Gastgeber mehr Ballbesitz, Bremen, das defensiv in einer Dreierkette agierte, lauerte auf Konter. Nach einer Freistoßflanke von Laszlo Bénes traf der völlig frei stehende Bensebaini per Kopf zur Führung für Gladbach. Nicht einmal zwei Minuten später zögerte Jiri Pavlenka bei einem langen Ball von Ginter zu lange beim Rauslaufen. Thuram war deswegen zuerst am Ball und legte für Herrmann auf, der mit einem Schuss ins leere Tor auf 2:0 erhöhte.

VAR und Sommer verhindern Anschluss

Kurz danach lag der Ball im Netz der Gastgeber, weil aber Milot Rashica zuvor Zakaria gefoult hatte, zählte das Tor von Yuya Osako nach Videobeweis zu Recht nicht (28.). Bremen spielte weiter mutig nach vorn, kreierte vor allem über den starken Rashica noch einige Chancen. Sommer gewann noch einmal das Duell mit Eggestein, parierte einen Flugkopfball aus fünf Metern stark (42.).

Auch in der zweiten Hälfte hatte Bremen die besseren Torgelegenheiten, aber selbst ein Elfmeter reichte zunächst nicht für ein Tor. Davy Klaassen vergab die große Chance nach einem Foulspiel an Osako (53.). Sechs Minuten später sorgte Herrmann, der bei seinem Schuss aus knapp 13 Metern nicht angegriffen wurde, mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung.

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen 3:1 (2:0)
1:0 Bensebaini (20.)
2:0 Herrmann (22.)
3:0 Herrmann (59.)
3:1 Bittencourt (90.+3)
Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini - Kramer (34. Hofmann), Bénes (59. Neuhaus), Zakaria - Thuram, Pléa (81. Stindl), Herrmann
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Langkamp, Friedl (81. Sargent) - Sahin (73. Goller) - M. Eggestein, Klaassen - Bittencourt, Rashica - Osako
Gelbe Karten: Lainer, Elvedi, Herrmann / Veljkovic, Friedl, Sahin, Klaassen
Gelb-Rote-Karte: Bensebaini (87.)
Schiedsrichter: Stieler
Zuschauer: 54.022

svs



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charlybird 10.11.2019
1. Schade.
Kohfeldts Handschrift fürs Bremer Spiel ist nach wie vor überraschend gut, aber du brauchst dafür eine wirklich sichere Abwehr und die muss man sich leisten können. Das aber kann Bremen nicht und die Schwächen sind dabei eben unübersehbar. Die verletzungsbedingten Rochaden können da natürlich auch keinen Rückhalt geben, nur da ist der Trainer gefragt Mittel und Wege zu finden. Harter Job, zugegeben. Friedel zB. ist ein guter ''Verteidiger'', aber sein antizipatives Spiel ist einfach nur zum Wegschauen, ob das auf Dauer für Liga 1 reicht, weiß ich nicht, denn trainieren kann man das nicht. Natürlich braucht man auch ein bisschen Glück und ein Tor zur rechten Zeit, aber wenn man selbst das per Elfer vermasselt und wie gewohnt reihenweise Chancen verhaut, verliert man nicht nur in Mönchengladbach, das mit dem Sieg zumindest aber die Bayern ''noch'' auf Distanz hält. Bremen muss sich jetzt bedauerlicherweise wieder auf den Klassenerhalt konzentrieren. Hat aber auch was Spannendes und ist man hier gewohnt.
meresi 10.11.2019
2. Okay, gewonnen aber...
...die letzten 20 min waren fast nicht zum ansehen. Dieses teilweise gefährliche Ballgeschiebe vorm eigenen 16er. Hätt auch ins Auge gehen können. Ansonsten, naja, die Tabellenspitze verteidigt. Ansonsten noch immer eng auf den ersten 6 Plätzen. Wer wird wieder Federn lassen nach der Länderspielpause? gibt es hier Experten oder Kaffeesatzleser die dazu eine Meinung haben?
karstendenktsichwas 10.11.2019
3. Hat Werder ein Torwartproblem?
Pavlenka ist auf der Linie mit seinen Reflexen einfach Weltklasse. Aber darum klebt er auf selbiger vielleicht zu oft. Wenn ein Flankengeber (Standards) sicher sein kann, dass der Torwart nicht rauskommt kann er eben mal dichter und damit gefährlicher vors Tor flanken. Schade um den Lohn des wirklich oft gut anzusehenden Bremer Spiels. Ich drücke fest die Daumen, dass es demnächst erfolgreicher wird.
ambergris 10.11.2019
4.
Gladbach hat beim Spiegel keine Lobby... Ob Bremen wirklich "die besseren Chancen" hatte? Naja, den Elfmeter, ja. Aber Gladbach hatte da auch nen Pfostentreffer, die Chance in der 1. Minute und eben zwei Tore mehr. Bremen strahlte eine unglaubliche Harmlosigkeit aus. Und Gladbach dominiert die Hinrunde. Mindestens bis zum Spiel gegen die Bayern. Das wird dann interessant.
willib1955 10.11.2019
5.
Zitat von meresi...die letzten 20 min waren fast nicht zum ansehen. Dieses teilweise gefährliche Ballgeschiebe vorm eigenen 16er. Hätt auch ins Auge gehen können. Ansonsten, naja, die Tabellenspitze verteidigt. Ansonsten noch immer eng auf den ersten 6 Plätzen. Wer wird wieder Federn lassen nach der Länderspielpause? gibt es hier Experten oder Kaffeesatzleser die dazu eine Meinung haben?
VFL hat klar gewonnen, ewig diese Gemecker. Und nach dem nächsten Spieltag sind die immer noch auf Platz 1.
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