Fußball-Bundesliga Gladbach gewinnt wildes Spiel in Wolfsburg, Superjoker Petersen schockiert Hertha

Der starke Breel Embolo führte Borussia Mönchengladbach zum Sieg in Wolfsburg. Und Hertha BSC verlor auch gegen Freiburg – durch ein Fallrückziehertor von Nils Petersen.
Zweikampfbetontes Spiel in Wolfsburg: Borussia Mönchengladbach holte den zweiten Sieg in Folge

Zweikampfbetontes Spiel in Wolfsburg: Borussia Mönchengladbach holte den zweiten Sieg in Folge

Foto: Joachim Sielski / imago images/Joachim Sielski

Am Bundesliga-Nachmittag hat Borussia Mönchengladbach 3:1 (2:1) bei den zuletzt so überzeugenden Wolfsburgern gewonnen. Auch Stuttgart gewann 3:1 (1:0) gegen Hoffenheim, Dortmund rettete ein knappes 2:1 (1:1) gegen starke Augsburger. Und die Krise von Hertha BSC wird nach dem 1:2 (0:1) gegen den SC Freiburg immer größer.

Der Saisonstart von Borussia Mönchengladbach hakte, mit dem Saisonsieg gegen Borussia Dortmund in der vergangenen Woche sollte die Spielzeit für die Gladbacher erst so richtig beginnen. Am siebten Spieltag wurde dieses Vorhaben früh umgesetzt und das mit einem Doppelschlag: Nach einer Freistoßflanke mit abschließender Direktabnahme von Denis Zakaria stieg Breel Embolo im Fünfmeterraum hoch und traf per Fallrückzieher zur Führung (5. Minute). Nur wenige Augenblicke besser waren die Wolfsburger erneut überrascht, diesmal durch einen tiefen Pass von Embolo. Jonas Hofmann erlief den Ball, ließ den herausgeeilten Torhüter Koen Casteels aussteigen und schob ein (6.).

Die Wolfsburger wirkten schockiert, kaum einmal hatten sie den Ball kontrolliert, da lagen sie bereits 0:2 hinten. Immerhin kamen sie durch Sommerzugang Luca Waldschmidt zum Anschluss (25.). Im zweiten Durchgang drückten sie zwar auf den Ausgleich, wurden aber nur selten zwingend: Dodi Lukébakio vergab noch eine der besten Chancen, als er aus zentraler Position an Torhüter Yann Sommer scheiterte (54.). Auf der anderen Seite sah Maxence Lacroix für ein Foul im Strafraum an Embolo Gelb-Rot, die Entscheidung vereitelte aber Casteels, der gegen Lars Stindl parierte (78.). Joe Scally traf spät dann doch noch zum 3:1 für Gladbach (90.+5).

Ohne den verletzten Erling Haaland stockte die Dortmunder Offensive zuletzt, zwei Tore aus den vergangenen beiden Pflichtspielen sind für Dortmunder Verhältnisse wenig. Gegen den FC Augsburg dauerte es aber nur bis zur zehnten Minute, um die gegnerische Defensive zu überwinden – unter kräftiger Mithilfe: Augsburgs Kapitän Jeffrey Gouweleeuw stieg Donyell Malen von hinten auf den Schuh, Raphaël Guerreiro verwandelte den fälligen Strafstoß sicher. Auf der anderen Seite tat sich Augsburg wiederholt schwer, für das erst dritte Saisontor bedurfte es schon eines großen Zufalls.

Ein abgefälschter Schuss von Arne Maier prallte erst gegen das Lattenkreuz, dann gegen den Rücken von Torhüter Gregor Kobel und vor die Füße von Andi Zeqiri, der zum Ausgleich abstaubte (35.). Augsburg war in der Folge und auch zu Beginn der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft, ließ sich aber auskontern: Julian Brandt traf aus der Distanz zur erneuten Dortmunder Führung (51.). Die vorzeitige Entscheidung verpassten Thorgan Hazard (66.) und Marco Reus (70.).

Nach dem 1. Spieltag war beim VfB Stuttgart die Stimmung bestens: 5:1 gegen Fürth, Tabellenerster. Seitdem hatte es allerdings keinen Sieg mehr gegeben und die Stuttgarter wurden nach unten durchgereicht. Trainer Pellegrino Matarazzo beendete daraufhin das Experiment Viererkette und kehrte zu einem 3-5-2-System zurück. Zurück auch das Spielglück bei den Gastgebern: Beim Schuss des Hoffenheimers Ihlas Bebou rettete die Latte den VfB (17.). Statt 0:1 stand es eine Minute später 1:0: Marc-Oliver Kempf traf nach einem Eckball per Kopf (18.).

Hoffenheim fand gegen aggressive Stuttgarter keine Lösungen – und musste nach einer typischen Szene für dieses Spiel das 0:2 hinnehmen: Abwehrspieler Konstantin Mavropanos gewann Höhe Mittellinie einen Zweikampf und setzte zu einem unwiderstehlichen Solo an, an dessen Ende ein Schuss ins linke Eck stand (60.). Roberto Massimo erhöhte auf 3:0 (81.), Jacob Bruun Larsen gelang der Ehrentreffer (84.).

Es bleibt ungemütlich für Berlins Trainer Pál Dárdai: Nach dem 0:6 bei RB Leipzig schlug die Wiedergutmachung gegen die formstarken Freiburger fehl. Zwar hatten die mit vier Neuen in der ersten Elf startenden Gastgeber die erste Chance, als Stevan Jovetic einen gefährlichen Freistoß Richtung SCF-Tor brachte (15.), das erste Tor erzielten aber die Gäste. Christian Günter hatte einen Eckstoß an die Vorderkante des Fünfmeterraums gebracht, wo sich Philipp Lienhart gegen Davie Selke durchsetzen und wuchtig einköpfen konnte (17.).

Sportdirektor Arne Friedrich sah seine Berliner in der Halbzeitpause »mit dem Rücken zur Wand« stehend, Dardai wechselte doppelt. Einer der beiden Neuen, Krzysztof Piątek, sorgte mit der ersten guten Aktion der Herthaner für das 1:1 (70.). Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung brachte Nils Petersen die Freiburger wieder in Führung – der beste Joker der Bundesligageschichte traf per Fallrückzieher (78.)!

Die Berliner kann mit der Ausbeute von sechs Punkten aus sieben Partien nicht zufrieden sein, die Freiburger stehen im Gegensatz dazu mit 15 Zählern prächtig da und bleiben neben dem FC Bayern das einzige ungeschlagene Team der Liga.

hba/mfu
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