Fußball-Bundesliga Bremen ärgert Bayern, HSV verspielt Tabellenführung

Sie spielten 75 Minuten in Überzahl und erzielten doch kein Tor: Die Bayern mussten sich bei Werder Bremen mit einem Unentschieden zufriedengeben. Der Hamburger SV hatte gegen Wolfsburg keine Chance. In Karlsruhe sorgten Randalierer für Aufregung.

Hamburg - Der Kampf um die deutsche Meisterschaft wird immer spannender: Nach der 1:3 (0:2)-Niederlage des HSV gegen Wolfsburg und dem 0:0 zwischen Werder Bremen und Bayern München beträgt der Abstand zwischen Spitzenreiter Hertha BSC Berlin (43 Punkte) und dem Tabellenfünften Bayern (39) nur noch vier Punkte.

Werder-Profi Fritz (l.), Bayerns Klose: Keine Tore in Bremen

Werder-Profi Fritz (l.), Bayerns Klose: Keine Tore in Bremen

Foto: Getty Images

Der HSV liegt mit 42 Punkten auf Rang zwei, Herbstmeister Hoffenheim mit einem Punkt weniger auf dem dritten Platz. Neuester Kandidat im Titelrennen ist der VfL Wolfsburg, der durch den Sieg in Hamburg an den Bayern vorbei auf Platz vier der Tabelle kletterte. Das Team von Trainer Felix Magath ist in der Rückrunde noch unbesiegt und hatte erst in der vergangenen Woche gegen Hertha triumphiert (2:1).

Zum Abschluss des 22. Spieltages gewann der VfB Stuttgart 2:0 (0:0) beim Karlsruher SC. Aufregender als das eigentliche Spiel waren allerdings die Geschehnisse vor dem Anpfiff: Weil Randalierer den Mannschaftsbus der Gäste mit Flaschen bewarfen und die Zufahrt zum Stadion blockierten, begann die Partie mit 15 Minuten Verspätung.

Bayern vergibt beste Chancen

Vor 42.000 Zuschauern in Bremen scheiterten die Bayern immer wieder am Bremer Keeper Christian Vander, der den verletzten Stammtorhüter Tim Wiese hervorragend vertrat. Werder hatte sich schon in der 15. Minute entscheidend geschwächt: Innenverteidiger Naldo sah nach einer Notbremse gegen Bastian Schweinsteiger die Rote Karte.

Von diesem Moment an wurde die bis dahin ausgeglichene Begegnung recht einseitig. Auch ohne die verletzten Leistungsträger Luca Toni und Philipp Lahm erspielten sich die Gäste Chancen fast im Minutentakt. Besonders agil präsentierte sich in der ersten Hälfte der frühere Bremer Tim Borowski, der gleich viermal in guter Position zum Schuss kam. "Nach dem Platzverweis war klar, dass wir in der Offensive nicht viel zeigen konnten. Ein großes Lob für den Einsatzwillen der Mannschaft, wir können mit diesem Ergebnis sehr gut leben", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Auch nach dem Seitenwechsel beherrschte die Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann das Geschehen, doch die Aktionen waren nicht mehr so zwingend wie noch in der ersten Hälfte. So wäre Werder beinahe in Führung gegangen, doch Stürmer Claudio Pizarro schoss den Ball in der 72. Minute völlig frei stehend am linken Pfosten vorbei.

Drei Minuten später hätte Zé Roberto das 1:0 für die Münchner erzielen können, doch der Brasilianer scheiterte mit einem wuchtigen Schuss an Vander. In der Schlussphase konnten sich die Münchner trotz Überlegenheit keine großen Chancen mehr erspielen und mussten so das sechste Unentschieden der Saison hinnehmen. In der Rückrunde hat Klinsmanns Team erst ein Spiel gewonnen und bereits drei verloren.

Grafite lässt Wolfsburg jubeln

Vor 57.000 Zuschauern in Hamburg geriet der HSV schnell in Rückstand: Verteidiger Dennis Aogo hatte den Wolfsburger Stürmer Edin Dzeko im Strafraum zu Fall gebracht, den folgenden Elfmeter verwandelte Angreifer Grafite mit einem Schuss in die untere rechte Ecke (12.).

Nur wenig später war der Brasilianer erneut erfolgreich - diesmal allerdings aus dem Spiel heraus. Grafite traf nach Vorlage von Mittelfeldmann Marcel Schäfer mit einem Flachschuss aus etwa elf Metern. Es war bereits das 14. Tor des 29-Jährigen im 13. Saisonspiel.

In der Folge hatten die Hamburger große Probleme, ihren Rhythmus zu finden. Zudem musste Trainer Martin Jol Verteidiger Guy Demel ersetzen, der sich vor dem 0:2 im Laufduell mit Schäfer verletzte. So kam Albert Streit in die Partie, doch auch der Zugang aus Schalke konnte keine entscheidenden Akzente setzen. "Die zwei Tore vor der Pause haben uns das Genick gebrochen", sagte HSV-Trainer Martin Jol.

Nach dem Seitenwechsel durften die Hamburger noch einmal kurz hoffen, als Stürmer Paolo Guerrero in der 72. Minute auf 1:2 verkürzte. Doch nur vier Minuten später stellte Dzeko mit seinem Treffer aus kurzer Distanz den Zwei-Tore-Abstand wieder her und sorgte so für den elften Saisonsieg des VfL Wolfsburg. "Das war ein schweres Stück Arbeit und wir freuen uns sehr, dass wir hier gewinnen konnten. Unsere Tore sind zum richtigen Zeitpunkt gefallen", war VfL-Trainer Felix Magath zufrieden.

In Karlsruhe erzielten der Brasilianer Elson (50.) und Mittelfeldmann Sami Khedira (88.) die Tore für den VfB Stuttgart. Der KSC war zwar zunächst die bessere Mannschaft, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Nach einer halben Stunde wurde der VfB dann stärker, Stürmer Ciprian Marica traf mit einem Distanzschuss aber nur den Pfosten (34.). Fünf Minuten später traf Martin Lanig aus kurzer Distanz die Latte.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der VfB dann zielsicherer: Elson hatte nach Vorarbeit von Marica keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu schieben. Khedira machte nach einem Konter den zehnten Saisonsieg der Stuttgarter perfekt.

hut
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