Fußball-Bundesliga Bremen brilliert, Hamburg verliert

Bis zur Halbzeit sah es so aus, als ob die Bundesliga-Saison noch einmal spannend werden würde. Der FC Bayern lag zurück. Der HSV machte das Rennen um die Champions-League-Plätze spannend. Am Ende zeigten sich die Bayern aber doch souverän, auch Bremen hatte gut lachen.


Hamburg - Mit 5:0 gewann Werder Bremen am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga sein Heimspiel gegen Hannover 96 Damit rückten die Bremer auf den dritten Tabellenrang vor.

Dabei taten sich die Bremer lange Zeit schwer gegen die Gäste. Hannover war in der ersten Hälfte die spielbestimmende Mannschaft. Allerdings verpassten die Niedersachsen die Führung, als Werder-Torwart Tim Wiese die Chancen von Christoph Dabrowski (11./18.), Vahid Hashemian (18.), Per Mertesacker (22.) und Michael Tarnat (29.) vereitelte. Umso glücklicher fiel das 1:0 von Nelson Valdez, der zuletzt mit Borussia Dortmung in Verbindung gebracht wurde und anstatt von Ivan Klasnic in der Startelf stand. Johan Micoud traf noch vor der Pause zum 2:0 (45.+2).

Abermals Valdez (52./83.) und Sturmpartner Miroslav Klose (53.) machten den Bremer Sieg perfekt. "Besser als in der ersten Halbzeit können wir eigentlich nicht spielen", sagte 96-Trainer Peter Neururer, "Nach den schnellen Gegentoren in der zweiten Halbzeit war die Partie entschieden, ein 0:4 kann man gegen Werder nicht aufholen."


Späte Tore der Dortmunder Florian Kringe (83.) und Tomas Rosicky (90.+3) bescherten dem Hamburger SV eine empfindliche 2:4 (1:1)-Heimniederlage. Ebi Smolarek (25.) hatte die Gäste in Führung geschossen, die Benjamin Lauth zehn Minuten später egalisierte. Der eingewechselte Ailton schoss nach der Pause mit seinem ersten Tor für die Hamburger den HSV in Front (66.). Doch Tomas Rosicky glich umgehend aus (67.), ehe Kringe und erneut Rosicky die Entscheidung markierten.

"Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Spielerisch waren wir schon oft gut, heute haben wir das in Tore umgesetzt", freute sich der Dortmunder Coach Bert van Marwijk. Der BVB bleibt damit der Angstgegner für den HSV. Seit dem Mai 1997 konnten die Hamburger gegen den Revierclub zu Hause nicht mehr gewinnen. "Man hat gesehen, dass man nur durch Reden keine Punkte bekommt", sagte HSV-Trainer Thomas Doll.

Bayern tut sich gegen Duisburg schwer

Einen wichtigen Auswärtssieg fuhr auch der FC Bayern München ein, der mit nun neun Punkten Vorsprung vor dem HSV dem 20. Meistertitel immer näher kommt. Allerdings tat sich der Tabellenführer beim 3:1 (0:1) gegen den MSV Duisburg lange Zeit schwer. Für die Heimmannschaft erzielte Abdelaziz Ahanfouf sogar den Führungstreffer per Foulelfmeter (40.). Martin Demichelis hatte den Duisburger Stürmer zuvor im Strafraum gefoult.

Nachdem sich die Bayern in Halbzeit eins durch die engagierte und furchtlose Spielweise der Hausherren noch beeindrucken ließen, zeigten sie in der zweiten Halbzeit mehr Engagement. Folgerichtig traf Hasan Salihamidzic (66.) zum Ausgleich. Sechs Minuten später markierte Roy Makaay das 2:1, Claudio Pizarro besorgte den 3:1-Endstand (80.). "In der ersten Halbzeit haben wir zu langsam gespielt, aber als wir das Tempo erhöht haben, hat man gesehen, was in der Mannschaft steckt", erklärte Bayern-Coach Felix Magath, der Torwart Oliver Kahn schon nach zehn Minuten wegen eines eingeklemmten Rückennervs auswechseln musste. Im Länderspiel unter der Woche hatte sich Kahn am Rücken verletzt.

Schalke schwächelt gegen Wolfsburg

Dagegen gab sich der FC Schalke 04 gegen den Tabellen-15. VfL Wolfsburg die Blöße eines 2:2 (1:1) im eigenen Stadion. Kevin Kuranyi hatte früh zur Schalker Führung getroffen (7.), Wolfsburgs Rick Hoogendorp nach einer knappen halben Stunde zum 1:1 getroffen. Allerdings nahm der Stürmer dabei die Hand zur Hilfe. Nach der Pause brachte Lincoln die Hausherren wieder in Front (66.), Christopher Lamprecht sicherte Wolfburg jedoch einen Auswärtspunkt.

Trotz des Blitzstartes kamen die Schalker nicht richtig in Schwung, und Wolfsburg gestaltete die Partie ausgeglichen und war mit Kontern immer gefährlich. "Ich darf nicht darüber nachdenken: Es wäre heute mehr drin gewesen, obwohl wir drei Stammspieler ersetzen mussten. Am Ende bin ich mit dem Unentschieden zufrieden und kann damit leben", sagte VfL-Coach Klaus Augenthaler. Nach der Pause entwickelten die Knappen mehr Druck. Aber zu viele Fehlpässe ließen ein gutes Mannschaftsspiel nicht aufkommen. "Wir haben heute einen schweren Rückschlag erlitten im Kampf um die Champions-League-Pläzte. Das ist besonders bitter", so Schalkes Trainer Mirko Slomka.

Stuttgart verpasst "big point" gegen Leverkusen

Bayer Leverkusen sicherte sich unterdessen drei Auswärtspunkte beim VfB Stuttgart. Paul Freier (30.) und Dimitar Berbatov (88.) trafen zum 2:0 (1:0)-Erfolg für die Gäste. Damit verkürzte Bayer den Rückstand auf die Stuttgarter auf einen Punkt. Die Leverkusener spielten im ersten Durchgang wesentlich weniger zurückhaltend als der VfB und nutzten geschickt die Räume. Hingegen wirkten die Schwaben nach vorne oft ideenlos und hektisch.

Der eingewechselte Cacau sorgte nach dem Wechsel für kurzzeitige Aufregung, als er mit drei satten Schüssen innerhalb von fünf Minuten die Bayer-Abwehr und Torwart Jörg Butt erschreckte und sein eigenes Team aufrüttelte. Doch Leverkusen rettete den Sieg über die Zeit. "Mit der Art und Weise des Spiels meiner Mannschaft war ich sehr zufrieden", erklärte Leverkusens Trainer Michael Skibbe. VfB-Coach Armin Veh ärgerte sich: "Die Leverkusener haben es einfach gehabt, weil wir nicht in die Zweikämpfe gekommen sind."

Pantelics Doppelpack

In letzter Minute erkämpfte sich Hertha BSC einen Punkt auf fremden Platz. Marco Pantelic traf kurz vor dem Ende zum 2:2 (0:1) gegen den FSV Mainz 05. Der Serbe hatte die Berliner nach 41 Minuten in Front geschossen, Michael Thurk (52.) und Conor Casey (77.) die Tore für Mainzer erzielt. "Zur Halbzeit hatten wir keinen Punkt. Am Ende einen. Daher ist es ein Punktgewinn", erklärte Mainz-Coach Jürgen Klopp.

Über die gesamte Partie war der Unterschied zwischen einem UEFA-Cup-Anwärter und einem Abstiegskandidaten kaum feststellbar. Während die Mainzer angetrieben vom starken Angreifer Thurk die Räume eng machten und die Gäste früh attackierten, forcierte die Hertha zumindest vor der Pause das Offensivspiel über den emsigen Yildiray Bastürk. Auch das Chancenverhältnis war zunächst ausgeglichen. "Wir sind sehr froh, dass wir den Punkt geholt haben. Die erste Halbzeit ging an uns, wir haben es aber versäumt, noch dringender auf die Entscheidung zu spielen", so Berlins Trainer Falko Götz.

Köln kaum noch zu retten

Dagegen wird der vierte Bundesliga-Abstieg für den 1. FC Köln immer wahrscheinlicher. Das Spiel gegen Eintracht Frankfurt endete 1:1 (1:1). Kölns Christian Springer (2.) und Frankfurts Marko Rehmer (15.) besorgten die Tore im Duell der beiden schlechtesten Rückrundenteams. Zudem verlor Köln Stürmer Imre Szabics nach einer roten Karte wegen eines groben Fouls. "Vom spielerischen Potenzial her waren wir nach dem Platzverweis nicht mehr in der Lage, die Partie zu kontrollieren", sagte Kölns Chefcoach Hanspeter Latour. Nach dem Wechsel vergaben Alexander Meier per Kopf (56.) und Ioannis Amanatidis (66.) gute Chancen für die geschickt agierenden Gäste. Bei Köln blieb fast alles Stückwerk. dpa/sid/kob



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