Niederlage gegen den VfL Wolfsburg verschärft Bremer Krise

Harmlos, ideenlos, kopflos: Die Talfahrt von Bremen in der Bundesliga hält an. Am 30. Spieltag musste sich die Elf von Trainer Thomas Schaaf im Nordderby gegen den VfL Wolfsburg geschlagen geben. Werder wartet damit seit nunmehr neun Spielen auf einen Sieg und steckt mitten im Abstiegskampf.

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Hamburg - Bremen hat den nächsten Rückschlag in der Fußball-Bundesliga hinnehmen müssen. Im Nordderby setzte es eine 0:3 (0:2)-Niederlage gegen Wolfsburg. Bei der Rückkehr von Klaus Allofs, der vor seinem Engagement als VfL-Manager 13 Jahre bei Werder gearbeitet hatte, zeigte Bremen eine erschreckend schwache Leistung.

Die Gäste präsentierten sich dagegen gut erholt von der 1:6-Pokalklatsche unter der Woche gegen den FC Bayern und feierten dank der Treffer von Maximilian Arnold (13. Minute), Ivica Olic (27.) und Diego (66. Foulelmeter) einen verdienten Auswärtssieg.

Durch den Erfolg ist Wolfsburg der Klassenerhalt kaum noch zu nehmen. Als Tabellenzwölfter hat der Club zehn Punkte Vorsprung auf Augsburg und den Relegationsplatz. Bremen bleibt auf Rang 14 mitten im Abstiegskampf. "Wir haben nicht ins Spiel gefunden, nicht die Zweikämpfe angenommen, die es braucht", bemängelte SVW-Trainer Thomas Schaaf nach der Partie.

Schaaf hatte seine Startelf im Vergleich zum 2:2-Unentschieden am vergangenen Spieltag in Düsseldorf auf drei Positionen verändert: Der nach einem Rippenbruch wiedergenesenen Clemens Fritz, Sokratis und Aaron Hunt verdrängen Felix Kroos, Mateo Pavlovic und Nils Petersen. VfL-Coach Dieter Hecking baute sein Team ebenfalls auf drei Positionen um. Für den verletzten Alexander Madlung rückte der Däne Simon Kjaer in die Innenverteidigung. Fagner und Slobodan Medojevic mussten Arnold und Christian Träsch weichen.

Arnold und Olic treffen vor der Pause

Werder hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach einen frühen Rückstand eingehandelt - gegen Mainz am 27. Spieltag bereits nach 13, in Düsseldorf nach 83 Sekunden. Das sollte gegen Wolfsburg verhindert werden, entsprechend konzentriert startete die Schaaf-Elf in die Partie. Zunächst mit Erfolg. In den ersten Minuten hatten die Gastgeber das Spiel im Griff.

Lange dauerte es bis zur VfL-Führung trotzdem nicht: Nach einem Zuspiel von Kjaer zog Arnold aus rund 25 Metern ab und traf mit dem ersten Wolfsburger Torschuss zur Führung für die Gäste (13.). Bremen wirkte nach dem Rückstand konsterniert, versuchte aber, sich zurück ins Spiel zu kämpfen.

Wolfsburg spielte abgeklärt und nutzte seine wenigen Chancen eiskalt aus. Mit ihrem dritten Torschuss erhöhten die Gäste auf 2:0. Werders Verteidiger Sebastian Prödl hatte sich bei einem langen Ball verschätzt, davon profitierte Olic. Der VfL-Stürmer drang in den Sechzehner ein, narrte dort den herausstürzenden Sebastian Mielitz und schob aus spitzem Winkel ins leere Tor ein.

Zur Pause quittierten die Bremer Fans die Leistung ihres Teams mit einem gellenden Pfeifkonzert. Nach dem Seitenwechsel blieb Werder zwar bemüht, trotz guter Torchancen reichte es aber nicht zum Anschlusstreffer. Die beste Möglichkeit vergab Marko Arnautovic, als der Österreicher nach einer Flanke von der linken Seite den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte (59.).

Auf der Gegenseite bestachen die Gäste weiter durch ihre Effektivität. Nach einem Foul an Vieirinha im Strafraum verwandelte Diego den fälligen Strafstoß sicher zum 3:0-Endstand (66.).

Werder Bremen - VfL Wolfsburg 0:3 (0:2)
0:1 Arnold (13.)
0:2 Olic (27.)
0:3 Diego (66., Foulelfmeter)
Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl (33. Petersen), Lukimya, Sokratis - Fritz, Bargfrede (59. Yildirim) - Junuzovic, De Bruyne, Hunt - Arnautovic
Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Kjaer (54. Knoche), Rodriguez - Träsch, Polak (79. Medojevic) - Vieirinha, Arnold (78. Marcel Schäfer), Diego - Olic
Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 41.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Fritz (2), Bargfrede (3), Arnautovic (8) - Träsch (3)

mib

insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
donadoni 20.04.2013
1. Das Bremer Problem ist Schaaf
Wenn ein Trainer wie Schaaf seit 14 Jahren beim gleichen Club ist, da wird es irgendwann zu Problemen kommen. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Wenn Bremen nicht noch weiter abrutschen will, sollte man sich noch rechtzeitig von Schaaf trennen. Nach 14 Jahren ist schon lange die Platte abgelaufen.
kroto 20.04.2013
2. Schaaf...
... hat, da er wie mit einer extra Ladung Pattex am Stuhl festklebt, den Moment verpasst, in Würde abzutreten. Nun könnte er als Trainer, unter dem Werder einst auf Augenhöhe mit den Spitzenclubs der Champions League spielte, zum Totengräber Werders werden...
ickeditte 20.04.2013
3.
Schwachsinn...wenn man sich die Leistung der Mannschaft auf dem platz ansieht sollte man sich eher fragen ob die ihren job noch machen?da hadert der eine mehr mit dem Schiedsrichter als das er mal einen pass vernünftig spielt der nächste gewinnt nicht einen Zweikampf und wieder rum der nächste ist unfähig einen pass vernünftig anzunehmen...es zum heulen was da heute wieder geboten wurde...
LeonLanis 20.04.2013
4. Das Hauptproblem von Werder
Zitat von donadoniWenn ein Trainer wie Schaaf seit 14 Jahren beim gleichen Club ist, da wird es irgendwann zu Problemen kommen. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Wenn Bremen nicht noch weiter abrutschen will, sollte man sich noch rechtzeitig von Schaaf trennen. Nach 14 Jahren ist schon lange die Platte abgelaufen.
ist der Aufsichtsrat mit Lemke an der Spitze, der den Vorstand ins Abseits geschoben hat und nicht begreift, daß die Ära Thomas Schaaf seit mindestens 2 Jahren abgelaufen ist.
johannes_33 20.04.2013
5. Ab zur Bank
Bremen sollte bis zur nächsten Saison mal bei der Bank vorstellig werden, ein wenig Knete aufnehmen und mal ein paar anständige Spieler kaufen. Da wird der Lemke allerdings einen Strich durch die Rechnung machen.
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