Bundesliga Fans dürfen in Stadien - Länder einigen sich auf Testbetrieb

20 Prozent der Stadionkapazitäten können genutzt werden: Bundesweit soll es zum Bundesligastart am Freitag ein einheitliches Verfahren für die Rückkehr der Fans geben. In Dortmund könnten 16.000 Zuschauer kommen.
Im DFB-Pokal beim Spiel zwischen Dresden und dem HSV waren bereits 10.000 Fans im Stadion

Im DFB-Pokal beim Spiel zwischen Dresden und dem HSV waren bereits 10.000 Fans im Stadion

Foto: Martin Ewert / foto2press / imago images/foto2press

Die Länder haben sich kurz vor dem Start der Fußball-Bundesliga am Freitag auf einheitliche Regeln zur Fanrückkehr geeinigt. Zunächst wurde ein sechswöchiger Testbetrieb unter Corona-Bedingungen mit Zuschauern von Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder beschlossen. Als zulässige Höchstkapazität während des Probebetriebs wird oberhalb einer absoluten Zahl von 1000 Zuschauern 20 Prozent der jeweiligen Stadien- oder Hallenkapazität empfohlen.

Im Fall von Borussia Dortmund bedeutet das die Möglichkeit von 16.273 Fans im Stadion, wenn der BVB am Samstag Borussia Mönchengladbach empfängt (Stadionkapazität 81.365 Zuschauer). Der Deutsche Meister FC Bayern, der am Freitag zum Auftakt den FC Schalke in München empfängt, könnte rund 15.000 Zuschauer ins Stadion lassen (Kapazität: 75.024).

Die Frage der Sieben-Tage-Inzidenz

Spannend ist ein weiterer Punkt des Beschlusses: Nach SPIEGEL-Informationen einigten sich die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder auf die Sieben-Tage-Inzidenzzahl von 35. Das bedeutet: Innerhalb der vergangenen sieben Tage darf die Fallzahl der Neuinfektionen in einem Landkreis nicht höher sein als 35 je 100.000 Bewohner.

"Keine Zulassung von Zuschauern erfolgt in der Regel, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist. Stets bedarf es einer engen Abstimmung mit den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern", heißt es im Beschluss, der dem SPIEGEL vorliegt.

In München, der Heimat des FC Bayern, beträgt die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz 40,05 .

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Am Wochenende und am Montag war der DFB-Pokal eine Art Testlauf für entsprechende Hygienekonzepte. In Dresden beispielsweise sahen 10.053 Zuschauer das 4:1 von Dynamo gegen den Hamburger SV. Allerdings waren dabei auch viele Zuschauer auf den Rängen zu beobachten, die weder den Mindestabstand von 1,50 Metern einhielten noch eine Maske korrekt trugen. Ähnlich war es in Rostock, wo der FC Hansa im Pokal gegen den VfB Stuttgart vor 7500 Zuschauern spielen durfte.

"Sportveranstaltungen leben von der Unterstützung der Fans, von der Atmosphäre mit Publikum - das gilt sowohl für Bundesligaspiele als auch für den Amateur- und Breitensport", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zum Beschluss und fügte an: "Mit sicheren Infektionsschutzkonzepten und Grenzen bei der Kapazität können die Vereine ihre Sportstätten jetzt endlich wieder mit Leben füllen. Dabei gilt: Hygienekonzepte, Schutzmaßnahmen und ein umsichtiges Vorgehen haben Priorität."

Rechnet sich der Beschluss für Hallen-Sportarten?

Nach einer zweimonatigen Unterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Bundesliga den Spielbetrieb Mitte Mai ohne Zuschauer wieder aufgenommen. Letztes Spiel vor normaler Kulisse war das Duell zwischen Mainz 05 und Fortuna Düsseldorf (1:1) am 8. März.

Der nun beschlossene Probebetrieb soll von den Verbänden wissenschaftlich begleitet werden, heißt es in dem Beschluss.

Auch die Hallen-Sportarten wie Handball, Basketball und Eishockey dürften die Lockerungen aufmerksam beobachtet haben. Vereine aus diesen Sportarten sind deutlich stärker als der Profifußball auf Einnahmen aus dem Ticketing angewiesen. Ungewiss ist jedoch, ob sich ein Heimspiel bei 20-prozentiger Auslastung angesichts von Kosten für Hygienemaßnahmen und Sicherheitspersonal bereits rechnet.

"Wir hoffen nun darauf, dass wir die Auslastung ab Ende Oktober noch weiter steigern können. 20 Prozent reichen für uns auf Dauer nicht aus, um profitabel zu wirtschaften", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, der aber auch von einem "großen Schritt nach vorne" sprach.

mif/jan/mey/dpa/sid
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