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Bundesliga: Bayern verliert, Guerrero tritt

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Fußball-Bundesliga BVB-Jäger Bayern und Schalke patzen

Der FC Bayern ist zurück in der Krise: Gegen Bayer Leverkusen vergab das Team von Trainer Jupp Heynckes zunächst zahlreiche Chancen - und verlor durch zwei späte Gegentore. Auch Schalke musste einen Rückschlag im Meisterschaftskampf hinnehmen. Der HSV ging im eigenen Stadion gegen den VfB unter.

Hamburg - Der Gewinner nach den frühen Samstagsspielen der Bundesliga heißt: Borussia Dortmund. Zwar tritt der Deutsche Meister erst um 18.30 Uhr gegen Mainz an - doch die Konkurrenz im Titelkampf hat bereits gepatzt. Der FC Bayern verlor bei Bayer Leverkusen 0:2 (0:0), Schalke kassierte beim SC Freiburg eine 1:2-Niederlage (0:1).

"Das Ergebnis stellt für uns alle eine Enttäuschung dar. Das war aber trotz allem auch ein gutes Auswärtsspiel. Wir haben uns es selbst zuzuschreiben, dass wir verloren haben", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach der Partie. Sein Gegenüber in Leverkusen, Robin Dutt, freute sich: "Meine Mannschaft hat eine tolle Mentalität gezeigt. Sie wollte unbedingt den Sieg und hat ihn sich aufgrund der zweiten Hälfte auch verdient."

Damit hat der BVB (52 Punkte) am Abend gegen Mainz die Chance, den Vorsprung in der Tabelle auf sieben Punkte vor dem zweitplatzierten FC Bayern (48) auszubauen. Schalke liegt mit 44 Punkten auf Platz vier hinter Gladbach, das am Sonntag gegen Nürnberg spielt (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

In den weiteren Spielen ging der Hamburger SV im eigenen Stadion 0:4 (0:2) gegen den VfB Stuttgart unter. Hertha gewann 1:0 (0:0) gegen Werder Bremen, Hannover kam nur zu einem 2:2 (1:1) gegen Augsburg. Torlos endete das Spiel zwischen Wolfsburg und dem 1. FC Kaiserslautern.

Robben vergibt erste Chance, Neuer rettet gegen Schürrle

Einen "offenen Schlagabtausch" hatte sich Bayers Sportdirektor Rudi Völler vor dem Anpfiff der Partie gewünscht - doch besonders zu Beginn bot sich Völler und Co. ein sehr einseitiges Bild. Die Gäste waren klar überlegen. Der FCB, bei dem Franck Ribéry wegen einer Oberschenkelprellung zunächst nur auf der Bank saß, erspielte sich die ersten Chancen.

Schon in der zweiten Minute bereitete Thomas Müller die erste Großchance vor. David Alaba zwang in der Mitte Bayer-Torwart Bernd Leno zu einer Glanzparade, im Liegen brachte Toni Kroos den Ball ebenfalls noch Richtung gegnerisches Tor, aber der Ball verfehlte knapp das Ziel. Der unter der Woche im Länderspiel gegen England überragende Niederländer Arjen Robben scheiterte mit seinem Schuss von der Strafraumkante an Bayer-Keeper Bernd Leno (13. Minute).

Bei Leverkusen, das ab Mitte der zweiten Hälfte besser wurde, vergab André Schürrle die beste Chance (31.): Er traf freistehend den Ball nicht richtig, Münchens Keeper Manuel Neuer hatte keine Mühe. Für Aufsehen sorgten beim Rekordmeister auch Müller und Jérôme Boateng, die sich im eigenen Strafraum anschrien und von den Mitspielern getrennt werden mussten. Die beste Chance der ersten Hälfte vergab dann Mario Gomez (40.), doch sein Schuss wurde auf der Linie von Manuel Friedrich geklärt, Leno war bereits geschlagen.

Nach der Pause erspielten sich beide Teams zahlreiche Chancen - ließen diese jedoch allesamt ungenutzt. Robben (58.) für die Bayern, Stefan Reinartz (63.), Stefan Kießling (66./67.) und Schürrle für Leverkusen scheiterten. Ausgerechnet der bis dahin unglücklich agierende Kießling schoss Leverkusen in Führung: Nach einer Flanke verpasste Manuel Neuer den Ball, Eren Derdiyok legte akrobatisch zurück und Kießling schoss zum 1:0 ein (79.). Der eingewechselte Karim Bellarabi stellte in der Schlussminute den Endstand her.

Freiburg gewinnt und gibt Rote Laterne ab

Schalke musste beim Spiel in Freiburg auf den verletzten Top-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar verzichten, der sich im Länderspiel verletzt hatte. Doch weniger im Angriff, sondern vor allem in der Defensive hatte der DFB-Pokalsieger Probleme. Das bisherige Tabellenschlusslicht SC Freiburg ging in der 18. Minute 1:0 in Führung. Stürmer Sebastian Freis (18.) feierte sein erstes Saisontor. Bei den Königsblauen hatten zuvor Ciprian Marica (4.) und Raúl (6.) ihre Chancen nicht nutzen können.

In der zweiten Halbzeit erhöhte dann Daniel Caligiuri für den SC. Jonathan Schmid war zuvor über das Bein von S04-Verteidiger Kyriakos Papadopoulos gefallen, Caligiuri ließ Timo Hildebrand mit seinem Elfmeter keine Chance (66.). Der für Raúl ins Spiel gekommene Teemu Pukki traf nicht einmal eine Minute nach seiner Einwechslung zum Anschluss (72.), doch der Ausgleichstreffer fiel nicht mehr. Mit dem Sieg verlässt Freiburg den letzten Tabellenplatz und ist nun 17.

VfB feiert hohen Sieg in Hamburg, Hertha schlägt Werder

Der Hamburger SV muss weiter auf den dritten Heimsieg der Saison warten. Gegen den VfB Stuttgart setzte es eine deutliche 0:4 (0:2)-Pleite. Die Treffer für die Gäste erzielten Vedad Ibisevic (23. Minute), Zdravko Kuzmanovic per Foulelfmeter (31./47.) und Martin Harnik (90.). Durch die Niederlage verpassten es die Hamburger in der Tabelle am Gast aus Stuttgart vorbeizuziehen. Der VfB kann sich nach dem Sieg hingegen wieder Hoffnung auf einen Europapokalplatz machen.

Die Gäste dominierten von Beginn an die Partie. Hamburg agierte behäbig, besonders in der Offensive fehlte dem Club von Trainer Thorsten Fink die Durchschlagskraft. Ganz anders der VfB. In der zehnten Minute konnte HSV-Keeper Jaroslav Drobny nach einem Kopfball von Támas Hajnal einen frühen Rückstand noch verhindern. Kurz darauf war er beim Schuss von Ibisevic aber machtlos. Noch vor der Halbzeit erhöhte Kuzmanovic per Foulelfmeter auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel war er erneut Kuzmanovic der mit seinem zweiten verwandelten Foulelfmeter des Tages erfolgreich war.

Für den negativen Höhepunkt der Partie sorgte kurz drauf HSV-Stürmer Paolo Guerrero. In der 50. Minute grätschte der Peruaner VfB-Keeper Sven Ulreich von hinten in die Beine und sah dafür die Rote Karte. "Die Aktion von Paolo Guerrero ist unbegreiflich. Der Schiedsrichter hatte gar keine andere Chance, als die Rote Karte zu zeigen", sagte HSV-Mittelfeldspieler Marcell Jansen. Kurz vor Schluss sorgte Harnik für den Endstand. "Wir haben das heute überhaupt nicht gut gemacht. Wir müssen eine Lösung finden, sonst kommen wir keinen Schritt weiter", so Jansen.

Keine Tore zwischen Wolfsburg und Kaiserslautern

Der Abstieg rückt bedrohlich nahe: Der 1. FC Kaiserslautern bleibt auch im 14. Spiel in Serie ohne Sieg. Gegen den VfL Wolfsburg kam das Team von Trainer Marco Kurz nicht über ein torloses Remis hinaus. Durch die Punkteteilung bleibt der FCK mit nun 19 Punkten weiter am Tabellenende. Wolfsburg liegt mit 28 Punkten auf Rang elf. Den 33.000 Zuschauern wurde in der ersten Spielhälfte nur wenig Sehenswertes geboten. Beide Mannschaften beschränkten sich fast ausschließlich auf die Sicherung der eigenen Defensive. In Angriff agierten die Teams ideenlos. Klare Torchancen waren Fehlanzeige. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. In der Abwehr standen beide Teams sicher, in der Offensive lief dafür nur wenig zusammen.

Hannover 96 hat im Rennen um die Europapokalplätze einen Rückschlag erlebt: Das Team von Trainer Mirko Slomka kam gegen Aufsteiger FC Augsburg nicht über ein 2:2 (1:1)-Remis hinaus. Durch das Unentschieden bleiben die 96er in der Tabelle mit 35 Punkten weiter einen Zähler hinter Werder Bremen auf Platz sieben. Die Treffer für Hannover erzielten Karim Haggui (33. Minute) und Mame Diouf (69.). Den zwischenzeitlichen Führungstreffer für die Gäste hatte Axel Bellinghausen erzielt (12.), bevor Jan-Ingwer Callsen-Bracker per Foulelfmeter zum späten Ausgleich traf (89.)

Rehhagel feiert Sieg im ersten Hertha-Heimspiel

Heimeinstand nach Maß: Otto Rehhagel hat in seinem ersten Heimspiel als neuer Trainer von Hertha BSC Berlin den ersten Sieg gefeiert. Gegen seinen Ex-Club Werder Bremen setzte sich die Rehhagel-Elf 1:0 (0:0) durch. Den einzigen Treffer des Tages erzielte Nikita Rukavytsya in der 62. Minute. Durch den Erfolg klettern die Berliner in der Tabelle auf den 15. Rang.

In einer über weite Strecken ereignisarmen Partie war Bremen in der ersten Hälfte die aktivere Mannschaft. Werder konnte sich vor dem Tor aber nicht entscheidend in Szene setzen. Nach dem Seitenwechsel kam Hertha besser ins Spiel. Belohnt wurden die Bemühungen des Hauptstadtclubs durch den Siegtreffer von Rukavytsya.

luk/mib/sid
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