Fußball-Bundesliga Der Club-Check

Durchatmen, runterkommen, die Bundesliga macht eine kurze Pause. Sieben Spieltage sind absolviert, nun dreht sich zwei Wochen alles um die Nationalelf. Zeit für einen Form-Check: Welcher Club die Erwartungen übertroffen hat - welches Team bislang enttäuschte.
Bayern-Präsident Hoeneß: In der Erfolgskrise?

Bayern-Präsident Hoeneß: In der Erfolgskrise?

Foto: DPA

Hamburg - "Das ist doch alles Käse", sagte Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München und Gründer eines Unternehmens für Wurstwaren. Journalisten hatten ihn nach dem Bundesliga-Startrekord gefragt, den seine Bayern mit dem Sieg gegen Hoffenheim eingestellt hatten.

Sieben Spiele, sieben Siege, und dennoch herrscht beim FC Bayern gefühlt eine Laune, als befinde sich der Club in einer seiner größten Krisen. Quasi eine Erfolgskrise. Doch abgesehen von Hoeneß Käsereien und dem Theaterstück um die Laiendarsteller Matthias Sammer und Jupp Heynckes überzeugten die Münchner in dieser Saison.

Mit der maximalen Punkteausbeute von 21 und 21:2 Toren führt der FC Bayern die Tabelle souverän an. Der Kader ist exquisit, weshalb Ausfälle von Arjen Robben oder Mario Gomez problemlos kompensiert werden können. Der Titel, das scheint schon jetzt klar, geht nur über die Bayern.

Frankfurt-Trainer Veh: Zweiter hinter dem FC Bayern

Frankfurt-Trainer Veh: Zweiter hinter dem FC Bayern

Foto: Arne Dedert/ dpa

Eintracht Frankfurt geht als Tabellenzweiter in die Länderspielpause - zu Recht. Die Mannschaft von Trainer Armin Veh beeindruckt wahlweise mit Konterfußball und Pressing, zeigt zudem eine tolle Moral.

Beleg dafür ist das 3:3 gegen Meister Borussia Dortmund, als die Eintracht zweimal einen Rückstand ausgleichen konnte.

Düsseldorf-Stürmer Schahin: Vier der sechs Fortuna-Tore erzielt

Düsseldorf-Stürmer Schahin: Vier der sechs Fortuna-Tore erzielt

Foto: REUTERS

Mit Frankfurt stieg auch Düsseldorf in die erste Liga auf. Und auch die Fortuna sorgte bislang für jede Menge gute Laune - zumindest bei den eigenen Fans. Die Gegner hingegen waren entnervt ob der Düsseldorfer Defensivstärke um Torwart Fabian Giefer. Der musste erst drei Gegentore in sieben Spielen hinnehmen.

Mit dem Rezept "Hinten dicht und vorne hilft der liebe Gott", der in Düsseldorf den Namen Dani Schahin trägt (vier von sechs Fortuna-Tore erzielt), musste das Team von Trainer Norbert Maier erst eine Niederlage hinnehmen.

HSV-Keeper Adler: Sofort eine Top-Verstärkung

HSV-Keeper Adler: Sofort eine Top-Verstärkung

Foto: DPA

Der Hamburger SV führte nach drei Spieltagen die Liste der Flops an, hat dank zehn Punkten aus vier Spielen aber so gerade noch den Sprung in die Tops geschafft. Weil sich die Zugänge René Adler, Rafael van der Vaart und Milan Badelj sofort allesamt als Top-Verstärkungen entpuppten.

Mit zehn Punkten auf Platz acht steht der HSV besser da, als viele Skeptiker vor der Saison vermutet hatten. Und zur Hamburger Glückseligkeit passte wunderbar, dass der Club pünktlich zu seinem 125. Geburtstag Siege gegen Hannover und Dortmund feiern konnte.

Dortmund-Trainer Klopp: Schon neun Punkte Rückstand auf die Spitze

Dortmund-Trainer Klopp: Schon neun Punkte Rückstand auf die Spitze

Foto: Marcus Brandt/ dpa

Womit wir beim Meister der beiden vergangenen Spielzeiten und den bisherigen Enttäuschungen sind: Zwölf Punkte aus sieben Spielen ist nicht das, was man von der Borussia erwarten darf.

Trainer Jürgen Klopp muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sein Team trotz klarer Dominanz gegen Hamburg verlor und gegen Hannover, Frankfurt und Nürnberg nur unentschieden spielte. Neun Punkte Rückstand auf die Bayern - das holt der BVB in den verbleibenden 27 Spieltagen wohl kaum noch auf.

Mönchengladbach-Torwart ter Stegen: Unter dem eigenen Anspruch

Mönchengladbach-Torwart ter Stegen: Unter dem eigenen Anspruch

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

Zweite Borussia, zweite Enttäuschung: Auch von Mönchengladbach durfte man in dieser Saison mehr erwarten. Ja, natürlich, Marco Reus, Roman Neustädter und Dante sind weg, die Neuen wie Alvaro Dominguez, Granit Xhaka und Luuk de Jong mussten erst einmal integriert werden.

Aber gegen Nürnberg verlieren? Gegen Düsseldorf nicht gewinnen? Sich gegen Hamburg und Leverkusen zu Remis quälen? Das kann nicht der Anspruch von Mönchengladbach sein.

Stuttgart-Coach Labbadia: Brandrede vor der Presse

Stuttgart-Coach Labbadia: Brandrede vor der Presse

Foto: Marijan Murat/ dpa

Wenigstens konnte sich die Borussia mit einem Sieg (gegen Frankfurt) in die Länderspielpause verabschieden. Das kann der VfB Stuttgart nicht von sich behaupten. Dennoch fabrizierte der Club jüngst mehr Schlagzeilen als Gladbach, weil Trainer Bruno Labbadia eine lustige Wutrede vor der Presse hielt. Die machte mehr Laune als die Leistungen des VfB in dieser Saison.

Nur ein Sieg, sechs Punkte, Platz 15. Und die nächsten Gegner in der Liga heißen Hamburg, Frankfurt, Dortmund und Hannover.

Wolfsburg-Profi Josué (l., neben Diego): "Im Moment ist es schlimmer"

Wolfsburg-Profi Josué (l., neben Diego): "Im Moment ist es schlimmer"

Foto: Kevin Kurek/ dpa

Noch steht der VfB als Viertletzter überm Strich, was auf den VfL Wolfsburg nicht zutrifft. Als 17. belegt das Team einen Abstiegsplatz, was Mittelfeldspieler Josué, immerhin seit fünf Jahren im Club, sagte nach der Pleite auf Schalke: "Wir waren schon mal schlecht. Aber im Moment ist es schlimmer." Oha! Dabei hat Trainer Felix Magath garantiert kein quantitatives Problem, schließlich umfasst sein offizieller Kader schlappe 35 Spieler.

Viele von denen sind wiederum qualitativ so gut, dass der VfL eigentlich überhaupt nichts mit den unteren Rängen zu tun haben dürfte. Aber das dachten schon ganz andere Clubs - und die fanden sich am Ende plötzlich in Liga zwei wieder.