10:1 in Jena Wolfsburgerinnen gewinnen siebten Titel

Der VfL Wolfsburg hat sich mit einem Kantersieg bei Tabellenschlusslicht Jena den Bundesligatitel von Bayern München zurückgeholt. Die Titelverteidigerinnen können einen Spieltag vor Schluss nicht mehr herankommen.
Torschützin Sveindis Jonsdottir und Alexandra Popp (v.l.) feiern den zweiten Treffer gegen Jena

Torschützin Sveindis Jonsdottir und Alexandra Popp (v.l.) feiern den zweiten Treffer gegen Jena

Foto: Karina Hessland / Getty Images

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben zum siebten Mal die deutsche Meisterschaft gewonnen. Der VfL siegte am vorletzten Bundesligaspieltag bei Absteiger Carl Zeiss Jena mit 10:1 (5:0) und ist mit vier Punkten Vorsprung auf den entthronten Bayern München nicht mehr einzuholen.

Wolfsburg zieht mit Eintracht Frankfurt gleich, die seit Einführung der Bundesliga 1990 – noch als 1. FFC Frankfurt – ebenfalls siebenmal triumphiert hatten. Mehr Titel holte zuvor nur der neunmalige Meister SSG Bergisch Gladbach. Die Schale gibt es am nächsten Sonntag beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.

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Vor 760 Zuschauerinnen und Zuschauern sorgten die Wolfsburgerinnen schnell für klare Verhältnisse. Ewa Pajor (8. Minute), Sveindis Jonsdottir (10.), Felicitas Rauch (25.) und Lena Lattwein (38.) sowie Tina Kremlitschka (18.) mit einem Eigentor sorgten schon für einen 5:0-Pausenstand. Nach Wiederanpfiff trafen Jill Roord (46.), Alexandra Popp (57.), Tabea Waßmuth (81.), Pauline Bremer (83.) und Svenja Huth (85.) zum höchsten Saisonsieg. Jena-Kapitänin Julia Arnold verkürzte zwischendurch auf 1:7 (79.).

Wolfsburg mit schwerem Saisonstart

Für Trainer Tommy Stroot ist es der erste Triumph in der Bundesliga. Wolfsburg hatte zwischen 2017 und 2020 den Titel sogar viermal in Serie geholt.

Den FC Bayern nach nur einer Saison wieder als bestes deutsches Team abzulösen, hatten viele nicht erwartet nach dem Umbruch beim VfL im vergangenen Sommer. Schon in den vergangenen zwei Jahren verließen prägende Personen wie Meisterinnentrainer Stephan Lerch oder Topstar Pernille Harder den Klub, zudem fehlte Popp die komplette Hinrunde verletzt. Nach dieser Saison werden die Nationalspielerinnen Almuth Schult (Angel City FC) und Turid Knaak (Karriereende) gehen.

Um neue Spielerinnen wie Torjägerin Tabea Waßmuth und die vom FC Arsenal geholte Niederländerin Roord formte Stroot ein erfolgreiches Team. »Es ist wundervoll zu sehen, was daraus entstanden ist«, sagte Torhüterin Schult.

Mit ihrer Nachfolgerin Merle Frohms (Frankfurt), Nummer eins in der DFB-Auswahl, sowie der großen deutschen Zukunftshoffnung Jule Brand von der TSG 1899 Hoffenheim stehen die nächsten namhaften Transfers für die kommende Spielzeit bereits fest. Im Sommer wechselt zudem Nationalspielerin Marina Hegering von Bayern nach Wolfsburg.

Wolfsburg will zum achten Mal nacheinander den DFB-Pokal

Dem VfL winkt zudem noch das Double: Im DFB-Pokalfinale am 28. Mai in Köln treffen die Titelverteidigerinnen auf Turbine Potsdam. In der Champions League war das Team im Halbfinale am FC Barcelona gescheitert. 90.000 Fans hatten im Camp Nou zugesehen.

Zwei weitere Entscheidungen fallen erst am letzten Spieltag. Noch offen ist hinter dem Spitzenduo das Rennen um den dritten Champions-League-Platz. Nach dem 0:2 (0:0) von Turbine Potsdam gegen Eintracht Frankfurt am Samstag gehen die beiden Rivalen punktgleich ins Saisonfinale.

Auch der zweite Absteiger wird noch ermittelt. Hier verkürzte der Tabellenvorletzte SC Sand durch ein 1:0 (0:0) beim 1. FC Köln am Sonntag den Rückstand auf die SGS Essen (0:3 beim SC Freiburg) auf zwei Punkte.

ngo/dpa/sid