Erfolg gegen Braunschweig Joker Hofmann führt Dortmund zu mühsamem Sieg

Borussia Dortmund hat sich mit einem knappen Sieg gegen Aufsteiger Braunschweig an die Tabellenspitze gezittert. Gegen die Eintracht brachte erst der eingewechselte Nachwuchsspieler Jonas Hofmann die Erlösung. Mit einem Stimmungsboykott sorgten die BVB-Fans für Aufsehen.
BVB-Joker Hofmann (Mitte): Führungstreffer gegen Braunschweig

BVB-Joker Hofmann (Mitte): Führungstreffer gegen Braunschweig

Foto: INA FASSBENDER/ REUTERS

Hamburg - Borussia Dortmunds Saisonstart ist geglückt. Nach dem Einzug in die zweite Pokalrunde und dem Auftaktsieg in der Liga gegen Augsburg feierte das Team von Trainer Jürgen Klopp am zweiten Bundesligaspieltag einen allerdings mühevollen 2:1 (0:0)-Sieg gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig.

Die Treffer für den BVB erzielten die Joker Jonas Hofman (75. Minute) und Marco Reus (86./Foulelfmeter). Der Anschlusstreffer durch Kevin Kratz (89.) kam für die Gäste zu spät. Durch den Erfolg hat Dortmund die Tabellenführung übernommen, die Eintracht ist 15. "Wir mussten alles abrufen. Wir können viel besser spielen, keine Frage. Aber an so einem Tag muss man bereit sein zu arbeiten. Ich bin wirklich zufrieden", sagte Klopp nach der Partie.

Der BVB-Coach hatte sein Team im Vergleich zum 4:0-Auswärtssieg in Augsburg gleich auf mehreren Positionen verändert: Roman Weidenfeller stand nach seiner abgelaufenen Rotsperre wieder im Tor. In der Abwehr verdrängte Sokratis Neven Subotic und Zugang Henrich Mchitarjan feierte nach überstandender Verletzung sein Ligadebüt, er ersetzte Ilkay Gündogan (Rückenverletzung) im Mittelfeld. Auf dem rechten Flügel erhielt zudem Jakub Blaszczykowski den Vorzug gegenüber Marco Reus.

Stimmungsboykott auf der Südtribüne

Es entwickelte sich von Beginn an das erwartete Spiel auf ein Tor: Dortmund rannte an, Braunschweig verteidigte teilweise mit zehn Mann im eigenen Strafraum. Der BVB kombinierte sich zwar immer wieder bis an den gegnerischen Sechzehner, dort war dann aber Endstation. Auch mit Distanzschüssen konnten die Gastgeber zunächst nicht für Gefahr sorgen. Die Versuche von Mchitarjan (22.) und Nuri Sahin (27.) verfehlten ihr Ziel deutlich.

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Dortmund vs. Braunschweig: Klopps Glücksgriff

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Nach rund einer halben Stunde wurde dann auch die Eintracht etwas mutiger und hatte Pech, dass ein Schuss von Norman Theuerkauf nur Zentimeter neben dem Tor von Weidenfeller landete (33.). Auf der Gegenseite war es immer wieder Sahin, der das Spiel der Dortmunder ankurbelte.

Die beste BVB-Chance der ersten Halbzeit hatte ebenfalls der türkische Nationalspieler: Nach seinem Freistoß aus zentraler Position jubelten die Fans im Stadion bereits über das vermeintliche 1:0 (36.). Doch anstatt ins Tor, war der Ball knapp darüber und anschließend hinter das Tornetz geflogen.

Ansonsten hielten sich die Dortmunder Anhänger mit der Unterstützung ihrer eigenen Mannschaft ungewohnt zurück. Vor der Partie hatte die Polizei mehrere Ultra-Gruppen des BVB vor dem Stadion eingekesselt und kontrolliert. Darauf reagierten die Fans auf der Südtribüne mit einem Stimmungsboykott. In einer Stellungnahme begründete die Polizei das Vorgehen später damit, dass bei vergangenen Dortmunder Heimspielen "Transparente mit strafrechtlich relevanten Inhalten" gezeigt worden waren. Bei der Überprüfung vor dem Braunschweig-Spiel wurden die Beamten laut der Stellungnahme aber nicht fündig.

Hofmann sorgt für die Erlösung

Nach dem Seitenwechsel bestimmte weiter Dortmund das Spiel und hatte durch Pierre-Emerick Aubameyang die große Chance zur Führung. Eine Hereingabe von der rechten Seite konnte der Gabuner aber nicht verwerten (58.). Neun Minuten später vergab der Stürmer die nächste gute Gelegenheit, als er einen Volleyschuss aus kurzer Distanz neben das Tor setzte.

Der BVB kam nun zu Chancen im Minutentakt: Gleich zweimal scheiterte Mchitarjan an Braunschweigs Torhüter Daniel Davari (68./69.), nur Sekunden später verstolperte Torjäger Robert Lewandowski in aussichtsreicher Position. Die Erlösung für die Gastgeber brachte schließlich der kurz zuvor eingewechselte Hofmann. Nach einem Doppelpass mit Mats Hummels traf der Mittelfeldspieler aus spitzem Winkel zum 1:0.

Für die endgültige Entscheidung sorgte der ebenfalls eingewechselte Reus per Foulelfmeter. Zuvor war Hofman im Strafraum der Braunschweiger gefoult worden. Der Anschlusstreffer durch Kratz war am Ende nur noch Ergebniskosmetik für die Gäste.

Borussia Dortmund - Eintracht Braunschweig 2:1 (0:0)
1:0 Hofmann (75.)
2:0 Reus (86., Foulelfmeter)
2:1 Kratz (89.)
Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Sokratis, Hummels, Schmelzer - Sven Bender, Sahin - Blaszczykowski (60. Reus), Mkhitaryan (90.+2 Ducksch), Aubameyang (68. Hofmann) - Lewandowski
Braunschweig: Davari - Elabdellaoui, Bicakcic, Correia, Reichel - Kratz, Theuerkauf, Marco Caligiuri (65. Boland) - Kruppke (77. Ademi), Jackson, Hochscheidt (65. Perthel)
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 80.200
Gelbe Karte: Theuerkauf (2)

mib