Fußball-Bundesliga Dortmund gewinnt spektakuläres Derby auf Schalke

Tore, Tore, Tore: Insgesamt 19 Treffer fielen in den fünf Partien am Nachmittag. Dortmund triumphierte im Revierderby beim FC Schalke. Bei Bayerns Sieg gegen Hertha traf Mario Götze per Kopf. Und in Hannover kassierte ein 96-Spieler die schnellste Gelb-Rote Karte der Bundesliga-Geschichte.

AP/dpa

Hamburg - Emotionen, Tore, Spannung: Das Revierderby hielt alles, was sich die Fans vorher versprochen hatten - allerdings übertrieben es die Anhänger von Borussia Dortmund gewaltig. Weil sie kurz vor dem Spiel Bengalos und Feuerwerkskörper abbrannten, schickte Schiedsrichter Knut Kircher die Spieler wieder in die Katakomben. Erst als sich die BVB-Fans wieder beruhigt hatten, wurde die Partie mit fünfminütiger Verspätung angepfiffen. Am Ende gewann der BVB souverän 3:1 (1:0).

Gastgeber Schalke war in der Anfangsviertelstunde etwas besser, aber die Gäste aus Dortmund gingen in Führung. Nach einem feinen Doppelpass zwischen Henrich Mchitarjan und Marco Reus legte der deutsche Nationalspieler quer auf Pierre-Emerick Aubameyang, der in der 15. Minute nur noch einschießen musste.

Der BVB bestimmte anschließend zwar die Partie, doch Schalke hatte die große Chance zum Ausgleich. Nach einem Foul von Neven Subotic an Christian Fuchs entschied Referee Kircher auf Strafstoß. Ausgerechnet der frühere Dortmunder Kevin-Prince Boateng trat an - und scheiterte an BVB-Torwart Roman Weidenfeller.

In der zweiten Halbzeit erhöhte Nuri Sahin auf 2:0 für den BVB, als er den Ball aus rund 18 Metern ins rechte Eck schlenzte. Nach Max Meyers Anschlusstreffer in der 63. Minute hatten die Schalker Fans wieder Hoffnung, zumindest einen Punkt zu ergattern - doch Jakub Blaszczykowski sorgte in der 74. Minute für die Entscheidung. Dortmund bleibt Tabellenzweiter hinter Bayern und vor Bayer, Schalke ist nach wie vor Fünfter.

FC Bayern München - Hertha BSC 3:2 (1:1)

Die Zuschauer in der Münchner Arena hatten sich gerade erst hingesetzt, da waren sie auch schon wieder aufgesprungen - zumindest, wenn sie es mit Hertha BSC hielten. Nach nur vier Minuten hatte Adrian Ramos die Berliner in Führung gebracht, kurz darauf traf Änis Ben-Hatira die Latte.

Die Bayern mussten sich sammeln und auch noch frühzeitig zwei Leistungsträger ersetzen: Für die mit Leistenproblemen ausgewechselten Toni Kroos und Arjen Robben kamen nach rund 25 Minuten Mario Götze und Mario Mandzukic, der kurz nach seiner Einwechslung per Kopf für den Ausgleich sorgte. Franck Ribéry hatte per Freistoßflanke vorgelegt, Hertha-Torwart Thomas Kraft bei seinem Herauslaufen ins Leere gefaustet.

Nach der Pause brachte erneut Mandzukic Bayern in Führung (51.). Dann sahen die 71.000 Zuschauer in der Münchner Arena Seltenes: Götze erhöhte nach einer Flanke von Rafinha auf 3:1 - per Kopf (54.). Die Entscheidung war das aber noch nicht, weil Ben-Hatira zwei Minuten später auf 2:3 verkürzte. Zu mehr kam die Hertha aber nicht mehr beim alten und neuen Tabellenführer.

Bayer Leverkusen - FC Augsburg 2:1 (1:1)

Auch in Leverkusen ging der Gast und Außenseiter in Führung. Nach einer Flanke von Tobias Werner traf André Hahn per Linksschuss für Augsburg. Der FCA war anschließend sogar etwas besser, musste aber noch vor dem Seitenwechsel den Ausgleich hinnehmen. Sebastian Boenisch lenkte einen Eckball per Kopf zu Simon Rolfes, der aus rund fünf Metern traf.

In der zweiten Halbzeit war Bayer dann das klar bessere Team. Ein Treffer von Phantom-Torschütze Stefan Kießling erkannte Schiedsrichter Manuel Gräfe nicht an, weil Leverkusens Jens Hegeler Augsburgs Torwart Alexander Manninger den Ball aus den Armen gestochert hatte. Beim Kopfballtreffer von Emre Can (83.) hatte der Referee aber keine Einwände mehr - 2:1 für Leverkusen.

Hannover 96 - 1899 Hoffenheim 1:4 (0:2)

Erst meckerte er, dann beging er eine Schwalbe: Zweimal Gelb nach zwölf Minuten bedeutete Platzverweis für Mame Diouf, die schnellste Gelb-Rote Karte der Bundesliga-Geschichte. Zwischendurch hatte Sead Salihovic die Gäste per Elfmeter in Führung gebracht, weshalb die Stimmung im 96-Stadion nach nicht einmal einer Viertelstunde schon mies und nach Kai Herdlings 2:0 in der 18. Minute vollends im Keller war.

Nach dem Seitenwechsel erzielte Salif Sané den Anschlusstreffer (56.), Leonardo Bittencourt hatte geflankt. Doch die Hoffnung des 96-Anhangs auf den Ausgleich hielt gerade einmal sechs Minuten, dann stellte Roberto Firmino den alten Abstand wieder her. Weitere zwei Minuten später erhöhte der Brasilianer auf 4:1. Weil er sich dabei etwas rustikal gegen Landsmann Marcelo durchsetzte, war Hannovers Abwehrspieler kurz davor, Schiedsrichter Tobias Stieler an die Gurgel zu gehen. Der schützte sich, indem er Marcelo mit Rot vom Platz stellte.

FSV Mainz 05 - Eintracht Braunschweig 2:0 (1:0)

Bei all den turbulenten Ereignissen auf den anderen Plätzen ging das Spiel in Mainz ein wenig unter. Was auch daran lag, dass im Stadion des FSV wenig Spektakuläres passierte. Shinji Okazaki traf sowohl in der ersten (8.) als auch in der zweiten Halbzeit (68.) für die 05er. Braunschweig hatte kaum Chancen und kassierte im zehnten Spiel die achte Niederlage. Damit bleibt der Aufsteiger Tabellenletzter, Mainz verbesserte sich zumindest vorübergehend auf Platz zehn.

ham

insgesamt 44 Beiträge
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Seite 1
hfftl 26.10.2013
1.
Schade. Ein achtbares Ergebnis für die Hertha, leider bringt es keine Punkte. Mit ein bisschen Glück wäre vielleicht mehr drin gewesen.
schillbär 26.10.2013
2. und gleich gehts wieder los...
Die Bayern Hasser werden in ihrem blinden Wahn wieder auf den Schiri schimpfen, da sie für die Ramosschwalbe vor dem 16er einen Elfer haben wollten :D
chillipalmer 26.10.2013
3. Unverdienter bayernsieg
Unverdienter sieg fuer bayern. 3 kopfbaelle, sonst hertha mindestens gleichwertig. Und die letzte szene war doch foul. Ramos wurde mit dem knie getroffen. Somit rot und freistoss. Auf der anderen seite haette es das gegeben. Da muss man gar kein bayernhssser sein um das festzustellen. 2:0 durch ben hatira und es waere nix geworden fuer die bayern.
groller66 26.10.2013
4. Arbeitsverweigerung
der Schalker, Probleme bei der Kondition, so mag ich meine Mannschaft nicht wieder sehen. Und, Glückwunsch an die Zecken, ihr seid die besseren gewesen.
compiler 26.10.2013
5.
Zitat von schillbärDie Bayern Hasser werden in ihrem blinden Wahn wieder auf den Schiri schimpfen, da sie für die Ramosschwalbe vor dem 16er einen Elfer haben wollten :D
Gerne hätte es einen Elfmeter geben können, da das Foul aber vor dem Strafraum passiert ist, hätte es zumindest Freistoß und ne Rote Karte geben müssen.
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