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Fußball-Bundesliga: Dortmund souverän, Hertha turbulent

Foto: Christof Koepsel/ Bongarts/Getty Images

Fußball-Bundesliga Dortmund siegt im Derby, Bayer patzt in Berlin

Einseitiger Revierschlager: Beim Gastspiel in Dortmund war Schalke 04 nahezu chancenlos, der BVB gewann hochverdient. Bayer Leverkusen drehte bei Aufsteiger Hertha BSC einen frühen Zwei-Tore-Rückstand - und konnte doch nicht siegen. Augsburg bejubelte den ersten Heimsieg.

Hamburg - Huub Stevens tobte an der Seitenlinie. Christian Fuchs tobte irgendwo in der eigenen Hälfte. Und Jermaine Jones tobte im Mittelfeld. Eine Beschreibung der Schalker Gefühlswelten am Samstagnachmittag kommt um Wut und Enttäuschung nicht herum. Die Königsblauen waren im 139. Revierderby bei Borussia Dortmund überfordert, verloren früh die gute Laune - und am Ende das Spiel. Mit dem 0:2 (0:1) war das Team von Trainer Stevens noch gut bedient. Die Treffer für den BVB erzielten Robert Lewandowski (16. Minute) und Felipe Santana (60.).

Nach einer Partie, die in ihrer Einseitigkeit an die Begegnung der vergangenen Saison (0:0) erinnerte, rückte Dortmund in der Tabelle zumindest vorübergehend auf den ersten Platz vor, Schalke bleibt Vierter. In den weiteren Spielen des Samstagnachmittags gewann Nürnberg 1:0 (1:0) gegen Kaiserslautern, Augsburg besiegte den VfL Wolfsburg 2:0 (0:0). Hoffenheim kam gegen Freiburg nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus, Aufsteiger Hertha BSC trotzte Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen ein 3:3 (2:1) ab.

Im Revierderby zeigte sich Dortmund unbeeindruckt von der bitteren 1:2-Pleite in der Champions League beim FC Arsenal am Mittwoch. Vor mehr als 80.000 Zuschauern war der Meister früh um Wiedergutmachung bemüht. Marcel Schmelzers Freistoß in der zweiten Minute war das erste Highlight. Der Schuss des Linksverteidigers strich aus zentraler Position knapp am Tor der Gäste vorbei.

BVB-Trainer Jürgen Klopp überraschte mit einer ungewohnten Anfangsformation. Der Japaner Shinji Kagawa und Kevin Großkreutz mussten auf die Bank. Für sie liefen Jakub "Kuba" Blaszczykowski und Lucas Barrios auf. Der Stürmer stand nach seiner langen Verletzungspause zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf.

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Grafische Analyse: Überragender "Kuba", Schalke ohne Sturm

Foto: INA FASSBENDER/ REUTERS

Von Schalke war in der ersten Hälfte offensiv fast nichts zu sehen. "Das war zu wenig. Wenn nur drei oder vier Spieler auf dem Platz stehen, die ihr Niveau holen, kannst du kein Spiel gewinnen. In der ersten Hälfte habe ich manchmal eine Erwachsenen-Mannschaft gegen eine Schüler-Mannschaft gesehen", sagte Stevens. Im Mittelfeld wirkten die Gastgeber aggressiver, nach vorne zielstrebiger. Kubas Versuch ging knapp am Tor vorbei (7.), Jones klärte in höchster Not vor Barrios (12.), den der rechtzeitig zum Derby fit gewordene Mario Götze bedient hatte.

Wenig später zahlte sich die Überlegenheit für Dortmund aus. Nach einem Freistoß von der rechten Seite waren im Schalker Fünfmeterraum gleich drei BVB-Profis völlig frei. Die aufgerückten Verteidiger Mats Hummels und Santana machten Platz für Lewandowski, der locker zum 1:0 einköpfte (16.). Zwei Minuten später bekam Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller zum ersten Mal etwas zu tun: Der 31-Jährige fing eine harmlose Flanke der Gäste ab.

Auf der anderen Seite hielt Schalkes Keeper Lars Unnerstall mit einer Glanzparade gegen Götze sein Team im Spiel, auf der Linie klärte anschließend Joel Matip gegen Barrios (29.). Zur Pause musste sich die Borussia nur den Vorwurf der mangelnden Chancenverwertung machen lassen.

Santana schafft die Entscheidung

Deutliche Worte müssen in der Schalker Kabine gefallen sein, denn zumindest versuchten die Gäste nach dem Seitenwechsel, so etwas wie Druck aufzubauen. Eine missratene Flanke von Alexander Baumjohann (48.) und ein Schuss von Lewis Holtby (53.) waren jedoch zunächst die einzigen Ergebnisse der Bemühungen. Immerhin hielten die Gäste nun kämpferisch besser mit.

Vor allem im Mittelfeld wurden die Duelle nun mit nochmals erhöhter Intensivität geführt, der Spielfluss litt unter vielen kleinen Fouls. Dortmund mangelte es in dieser Phase an Genauigkeit, Kapitän Sebastian Kehl verzog aus aussichtsreicher Position leichtfertig (55.). Es brauchte eine Standardsituation für die Entscheidung.

Nach einer Ecke von Götze kam der Ball zu Hummels, der für Barrios auflegte. Der Stürmer scheiterte aus kurzer Distanz an Unnerstall, doch Santana verwertete den Abpraller zum 2:0 (61.). Mit der sicheren Führung im Rücken drängte der BVB nun auf den nächsten Treffer. Unnerstall rettete gegen Lewandowski (66.), Barrios vergab nach Vorarbeit des Polen leichtfertig das 3:0 (72.).

Die Dortmunder Fans störte das schon längst nicht mehr. Ihr Team, das stand fest, hatte nach den Bayern auch den zweiten starken Gegner in Folge besiegt und Punkte auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze gutgemacht. Doch das nächste Spitzenteam wartet bereits: Am nächsten Spieltag ist der BVB in Mönchengladbach zu Gast.

Sechs Tore in Berlin, Jubel in Augsburg

Wie schon in der Champions League gegen den FC Chelsea (2:1) drehte Bayer Leverkusen eine Partie, zu einem Sieg reichte es aber nicht. Hertha BSC hatte bereits nach knapp 20 Minuten mit zwei Toren geführt, am Ende stand es 3:3 (2:1). Eren Derdiyok traf dreimal (24. Minute/64./79.) für Bayer. Die Hertha war dank Pierre-Michel Lasogga (7.) und einem Eigentor von Ömer Toprak (17.) zunächst in Führung gegangen, mit seinem zweiten Tor sorgte Lasogga für den Endstand (82.). Die Berliner hatten bereits in der Vorwoche in Freiburg (2:2) eine 2:0-Führung verspielt.

Leverkusen kam denkbar schlecht in die Partie. Bereits nach vier Minuten beging Daniel Schwaab im eigenen Strafraum ein Handspiel. Bayer-Torwart Bernd Leno hielt den Elfmeter von Levan Kobiashvili und verhinderte so zunächst den frühen Rückstand. Die Berliner setzten die Gäste jedoch weiter unter Druck. Nach einer Kombination über Andreas Ottl und Raffael traf Lasogga zum fünften Mal in dieser Saison.

Nach rund 15 Minuten fing sich Bayer, über den nächsten Treffer jubelte aber erneut der Gastgeber. Eine Freistoßflanke verlängerte Toprak ins eigene Netz. Die erste Leverkusener Chance ließ sich Derdiyok sieben Minuten später nicht entgehen. In der zweiten Hälfte verflachte die Partie, ehe der starke Derdiyok zum zweiten Mal traf. Die Leverkusener drängten in der Folge auf den Sieg, während Berlin immer passiver wurde. Nach Derdiyoks drittem Treffer währte die Bayer-Freude nur kurz, Lasogga glich drei Minuten später aus.

Nürnberg siegt im Abstiegsduell

Mehr als zwei Monate hatte der 1. FC Nürnberg auf einen Sieg in der Bundesliga gewartet. Gegen den 1. FC Kaiserslautern war es nun soweit. Im Duell zweier abstiegsgefährdeter Teams setzte sich der Club 1:0 (1:0) durch. Nach dem Treffer von Timothy Chandler (14.) mussten die Gastgeber aber rund 75 Minuten zittern. Zum einen, weil die Nürnberger selbst einige gute Möglichkeiten vergaben. Zum anderen, weil die Gäste die Partie bestimmten, sich aber letztlich keine Großchancen herausspielen konnten. Dank des Erfolgs rückte Nürnberg vom Relegationsplatz 16 vorerst auf Rang 13 vor, Kaiserslautern ist nun einen Platz dahinter.

Augsburg feiert ersten Heimsieg

Die rund 28.000 Zuschauer bei der Partie zwischen dem FC Augsburg und dem VfL Wolfsburg sahen ein schwaches Bundesligaspiel. Die Gastgeber waren jedoch die engagiertere Mannschaft und kamen durch Daniel Brinkmann (65.) und Edmond Kapllani (90.+4) zu einem verdienten 2:0 (0:0)-Sieg. In der Tabelle bleibt der FCA auf dem letzten Rang, stellte den Anschluss zu Mainz 05 und Freiburg aber her.

Bei den Wolfsburgern war nichts von der guten Leistung beim 4:1 über Hannover aus der Vorwoche zu sehen. Das Team von Trainer Felix Magath hatte nur eine gute Chance - ausgerechnet eine Minute vor Brinkmanns Tor verpasste VfL-Verteidiger Alexander Madlung aus einem Meter Entfernung die mögliche Führung.

Freiburgs Kampf wird belohnt

Erneut wurde eine starke kämpferische Leistung des SC Freiburg mit einem Punktgewinn belohnt. Bei 1899 Hoffenheim kamen die Freiburger dank eines späten Treffers des eingewechselten Garra Dembelé (90.) zu einem 1:1 (0:1). Roberto Firmino hatte die Gastgeber in der 24. Minute in Führung gebracht.

Durch das Gegentor schienen die Gäste aus Freiburg aufgeweckt worden zu sein. Plötzlich taten sie mehr für das Spiel und wurden gefährlicher. In der zweiten Hälfte waren sie die bessere Mannschaft, doch das Team von Trainer Marcus Sorg ging zu verschwenderisch mit seinen Torchancen um. Erst in der Schlussminute erlöste Dembelé seine Mannschaft. In der Tabelle bleibt Hoffenheim mit nun 18 Punkten im Niemandsland, Freiburg ist trotz des Punktgewinns 17.

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