Fußball-Bundesliga Dortmund siegt sensationell in Bremen

Riesen-Enttäuschung bei Tabellenführer Werder Bremen: Das Heimspiel gegen Borussia Dortmund ging gründlich daneben, die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf wurde in ihrem Sturmdrang eiskalt ausgekontert. BVB-Keeper Weidenfeller hielt großartig.


Hamburg - Werder Bremen entwickelt allmählich einen Heimkomplex und muss um die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga bangen. Sechs Tage nach dem 1:1 gegen Aufsteiger Energie Cottbus verloren die Hanseaten nach einer schwachen Leistung gegen Borussia Dortmund mit 1:3 und kassierten damit bereits die zweite Niederlage in dieser Saison vor eigenem Publikum. 42.100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion verabschiedeten die Bremer, die im Falle eines Sieges des VfB Stuttgart am Sonntag bei Hannover 96 die Tabellenführung verlieren würden, mit Pfiffen in die Kabine. Werder-Coach Thomas Schaaf sagte: "Wir haben Dortmund spielen lassen und waren zu passiv. Das war eindeutig unser Fehler, der sich über 90 Minuten durchgezogen hat. Die Agressivität hat gefehlt. Das war nicht das, was wir selbst von uns erwarten."

Der BVB verbesserte sich vorübergehend auf Rang vier, die Diskussionen um Trainer Bert van Marwijk sind damit vorerst beendet. Der Holländer kommentierte den Sieg seiner Mannschaft so: "Die Mannschaft kämpft schon seit Wochen, hatte aber wenig Glück. Da tut so ein Sieg natürlich gut. Auch die Chancenverwertung ist besser geworden, obwohl wir in der ersten Halbzeit noch mehr Tore hätten erzielen müssen."

Treffer von Alexander Frei (7.) sowie von Tinga (53.) und Marc-Andre Kruska per Foulelfmeter (85.) führten zum völlig verdienten Erfolg für die Gäste. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich der Bremer hatte WM-Torschützenkönig Miroslav Klose in der 29. Minute nach einem sehenswerten Solo gesorgt. Der Sieg für die Mannschaft von van Marwijk, die auf vier verletzte Stammspieler verzichten musste, ging vor allem deshalb in Ordnung, weil das Team des Niederländers bissiger in den Zweikämpfen war, sich auf eine solide Abwehrarbeit stützen konnte und ausgezeichnete Konter spielte.

Bei Werder Bremen präsentierte sich dagegen die gesamte Hintermannschaft in schwacher Form. Allein Torschütze Frei hätte in der ersten Halbzeit bei zwei weiteren Großchancen in der 43. und 45. Minute für eine Vorentscheidung zu Gunsten der Gäste sorgen müssen, vergab jedoch in aussichtsreicher Position. In der 7. Minute hingegen hatte er nach einer scharfen Hereingabe von Nelson Valdez und einer missglückten Abwehr von Clemens Fritz per Kopf getroffen.

Die bis zum Halbzeitpfiff des schwach pfeifenden Schiedsrichters Franz-Xaver Wack ausgeglichene Partie verlagerte sich in der zweiten Halbzeit zwar überwiegend in die Hälfte der Dortmunder, doch mit diesen Feldvorteilen wussten die Gastgeber - die auf Kapitän Frank Baumann wegen einer Achillessehnenverletzung verzichten mussten - kein Kapital zu schlagen. Im Gegenteil: Der Brasilianer Tinga erzielte acht Minuten nach Wiederanpfiff mit schönem Kopfball nach einer Ecke das 1:2. Als in der Schlussphase der Druck der Bremer immer stärker wurde, glänzte BVB-Torhüter Roman Weidenfeller mehrfach mit tollen Paraden gegen Klose und den eingewechselten Hugo Almeida. In der 83. Minute rettete allerdings Tinga für seinen Schlussmann bei einem Klose-Schuss auf der Linie.

Schaaf hatte nach vierwöchiger Verletzungspause in der 56. Minute Nationalspieler Tim Borowski eingewechselt, doch auch der WM-Teilnehmer konnte das Blatt für die Grün-Weißen nicht mehr wenden. Für eine Schwalbe im Strafraum kassierte er sogar die Gelbe Karte. Ordnungsgemäß gefoult wurde dagegen in der 85. Minute der Ex-Bremer Valdez von seinem früheren Mannschaftskollegen Naldo. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kruska sicher und sorgte für die Entscheidung.

Werder Bremen - Borussia Dortmund 1:3 (1:1)
0:1 Frei (7.)
1:1 Klose (29.)
1:2 Tinga (53.)
1:3 Kruska (85./Foulelfmeter)
Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Womé - Frings - Vranjes (56. Klasnic), Schulz (56. Borowski) - Diego - Klose, Hunt (70. Almeida)
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Kringe, Amedick, Wörns, Dede - Kruska - Tinga, Sahin (60. Pienaar) - Smolarek, Frei (77. Amoah), Valdez (90. Brzenska)
Schiedsrichter: Wack (Biberach)
Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Borowski, Womé, Frings / Tinga, Kruska, Frei, Wörns

all/sid



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