Mehr als zwei Milliarden Euro Fußball-Bundesliga mit Rekordumsatz

Mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz: Die Fußball-Bundesliga kann für die vergangene Saison glänzende Zahlen vorweisen. Die Personalkosten sind rückläufig, in den Nachwuchs wird so viel Geld wie nie zuvor investiert. Große Sorgen bereitet allerdings die dritte Liga.
TV-Übertragung aus der Münchner Arena: Eine von drei tragenden Säulen

TV-Übertragung aus der Münchner Arena: Eine von drei tragenden Säulen

Foto: Andreas Gebert/ picture alliance / dpa

Hamburg - Die Fußball-Bundesliga boomt weiter und hat beim Umsatz erstmals die Grenze von zwei Milliarden Euro geknackt. Die 18 Erstliga-Clubs erwirtschafteten in der Saison 2011/2012 insgesamt 2,081 Milliarden Euro und sorgten damit für einen neuen Rekord. Im Vergleich zur Spielzeit davor (1,94 Milliarden Euro) beträgt die Steigerung 7,2 Prozent.

"Jetzt gilt es, diese Position zu festigen und im Idealfall weiter auszubauen", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), bei der Präsentation der Zahlen am Mittwoch in Frankfurt am Main.

Die Einnahmen der Vereine, die rund 16.000 Menschen beschäftigten, verteilten sich auf drei stabile Säulen: Werbung (553 Millionen Euro), mediale Verwertung (546) und Erlöse aus dem Ticketverkauf (440). Nach Abzug von Steuern verbuchten die Bundesliga-Clubs einen Gewinn von 55 Millionen Euro.

Bei den Ausgaben stehen die Personalkosten an erster Stelle, wobei diese in der Saison 2011/2012 auf einen Anteil von 37,8 Prozent gesunken sind. "Dass Personalkosten sinken, ist eine absolut unübliche Entwicklung. Das findet man in keiner anderen Liga in Europa", sagte Seifert. Europaweit liegt die Quote bei rund 64 Prozent der Ausgaben.

Sorgen bei der DFL um die dritte Liga

Eine weitere bemerkenswerte Zahl: Erstmals haben die Clubs der ersten und zweiten Liga mehr als 100 Millionen Euro in ihre Nachwuchsleistungszentren investiert. Diese sind seit 2001 Pflicht, seitdem flossen 713 Millionen in die Förderung der Talente. Die zweite Liga hat in der Saison 2011/2012 einen Umsatz von 384,4 Millionen Euro verzeichnet, eine Steigerung von 7,4 Prozent.

Bei allem Jubel über die guten Zahlen plagen die DFL aber auch Sorgen. So soll in nächster Zeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) über die Zukunft der dritten Liga, in der zahlreiche Clubs finanzielle Probleme haben, gesprochen werden. "Mit dem neuen TV-Vertrag wird der Abstand zwischen der zweiten und der dritten Liga noch größer werden", sagte Seifert: "Wir müssen mit dem DFB diskutieren, was man tun kann, um die Klippe nicht zu groß werden zu lassen. Der Abstieg darf nicht bedeuten, dass man dann mit einem Bein in der Insolvenz steht." Zuletzt war Alemannia Aachen nach dem Abstieg aus der zweiten Liga in große finanzielle Schwierigkeiten geraten und musste Insolvenz anmelden.

ham/sid/dpa
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