Bundesliga-Auftaktspiel 6:1 bei der Eintracht – FC Bayern feiert Fußballfest in Frankfurt

Zweites Pflichtspiel, zweites Torfestival: Der FC Bayern hat Eintracht Frankfurt im Bundesliga-Eröffnungsspiel deklassiert. Götzes Rückkehr, ein kurioser Müller-Fehlschuss und ein Patzer Neuers verkamen zur Randnotiz.
Doppel-Vorlagengeber Thomas Müller (l.) feiert mit den Torschützen Sadio Mané und Serge Gnabry

Doppel-Vorlagengeber Thomas Müller (l.) feiert mit den Torschützen Sadio Mané und Serge Gnabry

Foto: IMAGO/ULMER / IMAGO/ULMER Pressebildagentur

Rekordmeister und Titelverteidiger FC Bayern München ist mit einem spektakulären Auswärtssieg in die 60. Saison der Fußball-Bundesliga gestartet. Im Auftaktspiel bei Europa-League-Gewinner Eintracht Frankfurt setzte sich die Mannschaft von Julian Nagelsmann mit 6:1 (5:0) durch.

In einer temporeichen Partie brachten Joshua Kimmich (5. Minute) und Benjamin Pavard (10.) die Bayern mit einem Doppelschlag in Führung, Star-Zugang Mané legte per Flugkopfball mit seinem ersten Bundesliga-Treffer nach (29.). Der bereits im Supercup gegen RB Leipzig überragende Jamal Musiala erzielte noch vor der Pause das 4:0 (35.), Serge Gnabry das 5:0 (43.).

Nach der Pause bestrafte Frankfurts Randall Kolo Muani ein missglücktes Dribbling von Bayern-Torhüter Manuel Neuer (64.), für eine echte Aufholjagd aber war es viel zu spät. Musialas zweiter Treffer setzte den Schlusspunkt (83.).

Frankfurts Trainer Oliver Glasner verzichtete auf eine Wiederholung des im Pokalspiel gegen den 1. FC Magdeburg sehr erfolgreichen Experiments mit Spielmacher Daichi Kamada im defensiven Mittelfeld. Anstelle des Japaners rückte Kapitän und Ex-Münchener Sebastian Rode wieder auf die Position neben Djibril Sow. Mit Liga-Rückkehrer Mario Götze fand sich ein weiterer ehemaliger Bayern-Profi in der Anfangsformation der Eintracht wieder.

Im Mittelpunkt stand der Ex-Nationalspieler im ausverkauften Frankfurter Stadion allerdings selten. Dafür waren die Gäste aus München zu gut in den Zweikämpfen – und zu schnell selbst torgefährlich: Noch unter dem Rauch der Fan-Choreografie, mit der die Frankfurter Nordwesttribüne die ersten Spielminuten vernebelt hatte, traf Kimmich per Freistoß aus dem Halbfeld zum 1:0. Bayerns Sechser hatte ausgenutzt, dass die Frankfurter mit einer Flanke gerechnet hatten, und Eintracht-Torwart Kevin Trapp mit einem überraschenden Schuss an den Innenpfosten überlistet (5.).

1:0 und keiner hat's gesehen: Schlitzohr Joshua Kimmich brachte die Bayern im Rauch in Führung

1:0 und keiner hat's gesehen: Schlitzohr Joshua Kimmich brachte die Bayern im Rauch in Führung

Foto: Matthias Hangst / Getty Images

Pavard erhöhte nach einem Eckball mit einem harten Schuss auf 2:0 (10.). Anschließend half auch die SGE mit, das Tempo der Partie hochzuhalten. Tuta verpasste den Anschlusstreffer bei seinem Kopfball an die Latte nur um Zentimeter (12.), immer wieder suchten die Frankfurter nun auch die dribbelstarken Ansgar Knauff und Jesper Lindstrøm, die die Lücke zwischen Alphonso Davies und Lucas Hernández in der Bayern-Viererkette attackierten.

Müllers verstolpert, die Tore fallen trotzdem

Auch nach einem Überzahlkonter der Bayern blieb Frankfurt im Spiel, als Thomas Müller Gnabrys Vorlage aus kürzester Distanz an den Pfosten setzte (23.). Filip Kostić hatte Müller bei der Aktion im letzten Moment entscheidend irritiert. Die beidseitige Chancenwucher ging zunächst weiter, Lindstrøm dribbelte sich im Zentrum an drei Bayern-Spielern vorbei, brachte den Abschluss aber nicht aufs Tor (26.). Dann durfte auch Trapp sich auszeichnen, einen Fernschuss Musialas lenkte der SGE-Keeper an die Latte (27.).

Anschließend renkte sich die Chancenverwertung zumindest bei den Gästen aus München wieder ein: Mané köpfte eine Vorlage von Sturmpartner Gnabry ins Tor (29.), Musiala vollendete eine Kombination über Mané und Müller aus kurzer Distanz (35.), Gnabry schoss so knapp an Trapps Körper vorbei den Ball ins Netz, dass der Eintracht-Keeper den Ball noch touchieren, aber nicht mehr aufhalten konnte. Dazwischen hatte Mané den Ball per Heber aus spitzem Winkel noch auf die Querlatte gelegt (33.) – der Klassenunterschied zur Pause war deutlich.

Neuers Dribbling wird bestraft

Nach dem Seitenwechsel sah das Spiel anders aus: Die Bayern schonten ihre Kräfte, die Eintracht hatte dreimal gewechselt und sann vor den eigenen Fans auf Wiedergutmachung. Besonders die Joker fielen auf: Ein vermeintlicher Ehrentreffer von Kristijan Jakić zählte wegen einer Abseitsstellung noch nicht (56.), der neue Frankfurter Stoßstürmer Kolo Muani durfte sich dann aber über sein Debüt-Tor freuen (64.). Dabei profitierte der Franzose von einem groben Patzer Neuers, der vor seinem eigenen Strafraum im Dribbling den Ball verloren hatte.

Da liegt er lang: Randall Kolo Muani hat Manuel Neuer den Ball abgeluchst, an der Frankfurter Niederlage änderte das jedoch nichts mehr

Da liegt er lang: Randall Kolo Muani hat Manuel Neuer den Ball abgeluchst, an der Frankfurter Niederlage änderte das jedoch nichts mehr

Foto: Arne Dedert / dpa

Auch Nagelsmann wechselte in den zweiten 45 Minuten mehrfach, die Top-Talente Ryan Gravenberch und Mathys Tel kamen zu ihren Bundesligadebüts. Das Spiel allerdings hatte sich mehrheitlich in die Hälfte der Bayern verlagert, die nur über vereinzelte Entlastungsangriffe wie durch Mané (74.) gefährlich wurden, der aus spitzem Winkel an Trapp scheiterte. Die aber reichten für das halbe Dutzend: Musiala verwerte ein schönes Zuspiel von Leroy Sané zum 6:1-Endstand (83.).

Am kommenden Spieltag empfangen die Bayern im ersten Heimspiel der neuen Saison den VfL Wolfsburg. Für die Eintracht steht am Mittwochabend zunächst der Supercup gegen Champions-League-Sieger Real Madrid in Helsinki an, ehe es in der Liga mit einem Auswärtsspiel bei Hertha BSC weitergeht.


cev
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