Fußball-Bundesliga Leipzig gewinnt bei Rose-Debüt gegen Dortmund – Bayern kassiert Ausgleich in der Nachspielzeit

In seinem ersten Spiel als Leipzig-Trainer musste Marco Rose gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund ran. Besser hätte sein Einstand nicht laufen können. Der FC Bayern holte erneut nur einen Punkt.
Marco Rose wurde am Donnerstag als neuer Leipzig-Trainer vorgestellt

Marco Rose wurde am Donnerstag als neuer Leipzig-Trainer vorgestellt

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Stuart Franklin / Getty Images

Am sechsten Spieltag der Fußball-Bundesliga feierte Marco Rose als neuer Trainer von RB Leipzig ein erfolgreiches Debüt (3:0) gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Borussia Dortmund. Bayern München spielte zum dritten Mal nur remis, die Partie gegen den VfB Stuttgart endete 2:2. Die TSG Hoffenheim spielte gegen Mainz 05, das in Unterzahl 1:4 unterlag. Dem VfL Wolfsburg gelang mit einem 1:0 bei Eintracht Frankfurt der erste Saisonsieg. Hertha BSC und Bayer Leverkusen trennten sich 2:2.

Die Partie hatte gerade erst begonnen, als Dominik Szoboszlai eine Ecke vom Tor weg Richtung Elfmeterpunkt schlug. Dort kam Willi Orban vor BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck an den Ball köpfte im Laufen ein (5.). Beinahe hätte der Assistgeber selbst nachgelegt, sein Schuss ging aber in die Arme von Dortmund-Keeper Alexander Meyer (8.).

Es kam noch besser für die Gastgeber: Vor der Pause verlor Dortmund in der eigenen Hälfte den Ball, der schnell bei Szoboszlai im Zentrum landete. Aus etwa 23 Metern zog der Ungar mit dem Vollspann ab. Oben rechts schlug der Ball im Tor ein, für Meyer war er nicht zu halten (45.). Nach Vorarbeit von Timo Werner traf Amadou Haidara in der 84. Minute zum 3:0.

Erst zum zweiten Mal in dieser Saison gab es drei Punkte für die Leipziger, und das im ersten Spiel mit Marco Rose als Trainer, der im Sommer beim BVB gehen musste und am Donnerstag bei RBL als Nachfolger von Domenico Tedesco vorgestellt wurde. Mit acht Punkten aus sechs Spielen steht RB Leipzig im Mittelfeld der Tabelle, die Dortmunder haben mit zwölf Punkten weiter Kontakt zur Spitzengruppe.

Mathys Tel wurde zum Rekordbrecher: Zunächst einmal war der Franzose mit 17 Jahren und 136 Tagen der jüngste Startelfspieler in der Bundesligahistorie der Bayern.

Der Stürmer setzte aber noch einen drauf: Als in der 36. Minute Linksverteidiger Alphonso Davies bis zur Grundlinie dribbelte und von dort in den Rückraum spielte, war Tel zur Stelle und traf per Flachschuss zur Führung. Damit wurde der Angreifer zum jüngsten Bayern-Torschützen in der Bundesliga.

Im zweiten Durchgang hatte Joshua Kimmich Glück, als er den Ball verlor und daraus der vermeintliche Ausgleich resultierte. Wegen Foulspiel an Kimmich wurde das Tor aber im Nachhinein annulliert (52.), eine zweifelhafte Entscheidung von Schiedsrichter Christian Dingert nach einem Hinweis des Videoassistenten.

Wenig später sah es zum ersten Mal nach dem dritten Bayern-Remis in Folge aus, als Konstantinos Mavropanos einen Pass von Davies abfing und Chris Führich das 1:1 auflegte (57.). Doch der deutsche Meister schlug durch eine Einzelaktion von Jamal Musiala schnell zurück (60.). Für drei Punkte reichte es aber nicht: In der Nachspielzeit bekam Stuttgart einen Strafstoß zugesprochen, den Serhou Guirassy zum Ausgleich verwandelte (90.+2).

In Sinsheim wurde es kurz vor der Halbzeitpause brisant, als Mainz in Unterzahl geriet. Innenverteidiger Alexander Hack hatte als letzter Verteidiger Georginio Rutter umgerissen, wofür er die Rote Karte sah (41.). Es kam aber noch schlimmer: Der Videoassistent verortete das Foul im Strafraum. Den fälligen Strafstoß führte Andrej Kramarić aus – der Kroate zögerte bei seinem Anlauf, schoss aber unten links am Tor vorbei (44.).

Zu zehnt dauerte es nach Wiederanpfiff nicht lange, ehe Mainz hinten lag. Das 1:0 für Hoffenheim fiel nach Vorarbeit vom leichtfüßigen Rutter, der von der Grundlinie eine kurze, hohe Flanke zum zweiten Pfosten spielte. Dort stand Kramarić ungedeckt und nutzte die Chance per Seitfallzieher (52.). Grischa Prömel sorgte für die Vorentscheidung (69.). Munas Dabbur erhöhte noch auf 3:0 (80.), ehe Dominik Kohr den Mainzer Ehrentreffer erzielte (83.). Für den Endstand sorgte Pavel Kadeřábek (90.+2).

Alle vier Treffer fielen erst nach der Pause: Erst zirkelte Kerem Demirbay einen Freistoß von der Strafraumkante in den rechten Winkel (49.). Nach einem schnellen Berliner Spielzug über Lucas Tousart und Wilfried Kanga gelang Suat Serdar aber wenig später der Ausgleich (56.).

Per Distanzschuss brachte Marco Richter die Hertha sogar in Führung. Aus 20 Metern schoss der Angreifer den Ball mit wuchtig in die linke Ecke (74.). Für den Stürmer, der nach seiner Hodenkrebserkrankung im Sommer erst vor Kurzem sein Comeback gegeben hatte, war es das zweite Spiel in Folge mit einem Tor.

Patrick Schick rettete den Gästen noch einen Punkt: Eine Hereingabe von der linken Seite ließ der eingewechselte Sardar Azmoun klug durch, sodass Schick dahinter frei stehend das 2:2 schießen konnte (79.).

Dem VfL Wolfsburg reichte bei Eintracht Frankfurt ein Tor von Maxence Lacroix (60.) zum ersten Sieg der Bundesligasaison. Gegen die Eintracht entschied sich VfL-Trainer Niko Kovač für eine Viererkette in der Abwehr. Stürmer Max Kruse stand aus sportlichen Gründen nicht im Kader.

Schnelle Umschaltsituationen und Standards sollten offensiv für Gefahr sorgen, und das klappte auch: Nach einer Ecke kam Bartol Franjic (15.) frei stehend zum Kopfball, doch Kevin Trapp parierte glänzend.

Die besten Frankfurter Chancen hatten Daichi Kamada (38.) und Kristijan Jakić (39.), auf der Gegenseite musste Trapp vor der Pause einen strammen Flachschuss von Mattias Svanberg (32.) entschärfen, zudem verzog Lukas Nmecha (42.) nach einem Konter.

mrk/dpa
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