Fußball-Bundesliga FC Bayern verliert 1:5 in Frankfurt, Leipzig gewinnt 8:0

In der achten Minute sah Jérôme Boateng die Rote Karte, dann nahm das Unheil für die Bayern seinen Lauf. Leipzig feierte den höchsten Sieg seiner Bundesliga-Geschichte. Und der BVB ist neuer Zweiter.
Bayern-Torwart Manuel Neuer: fünf Gegentreffer

Bayern-Torwart Manuel Neuer: fünf Gegentreffer

Foto: Uwe Anspach/DPA

Eintracht Frankfurt - Bayern München 5:1 (2:1)

Der FC Bayern ist in Frankfurt untergegangen. Nach der dritten Pleite in dieser Fußball-Bundesligasaison haben die Münchner nun vier Punkte Rückstand auf Platz eins. Das 1:5 ist die höchste Bayern-Niederlage in der Liga seit 2009 (1:5 in Wolfsburg).

Der Schlüsselmoment ereignete sich in der achten Minute. Da hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann zunächst auf Elfmeter für Frankfurt und Gelb für Jérôme Boateng entschieden. Dann griff der Videoschiedsrichter doppelt ein: Er zeigte auf, dass das Foul außerhalb des Strafraums stattgefunden - und Boateng eine klare Torchance vereitelt hatte. Fortan spielten die Bayern in Unterzahl, für Boateng war es der sechste Platzverweis im Bayern-Trikot (296 Spiele).

Filip Kostic schoss die Gastgeber in Führung (24. Minute), Djibril Sow legte nach einem sehenswerten Spielzug der Frankfurter nach (33.) - 2:0 für die Eintracht, die Bayern schienen geschlagen. Aber sie hatten ja noch Robert Lewandowski. Mit einer eindrucksvollen Einzelaktion tankte er sich durch die Frankfurter Abwehr und verkürzte. Es war das zehnte Ligaspiel in Folge, in dem er traf (37.).

Eine Aufholjagd in Unterzahl aber gab es nicht, im Gegenteil: Die Eintracht tat der anfälligen Bayern-Abwehr immer wieder weh. David Abraham (49.), Martin Hinteregger (61.) und Gonçalo Paciência (85.) erzielten die weiteren Treffer.

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 3:0 (0:0)

Der BVB ist einer der Gewinner des Spieltags. Durch den Erfolg über den besserplatzierten VfL schob sich die Borussia auf den zweiten Tabellenplatz und ist in der Liga nun seit sechs Partien ungeschlagen. Thorgan Hazard brachte Dortmund in der 52. Minute in Führung, Raphaël Guerreiro (58.) und Mario Götze (88./Elfmeter) legten später nach.

Sorgen muss sich der BVB dennoch - und zwar um Marco Reus. Der Starstürmer hatte früh am Fuß behandelt werden müssen, in der 28. Minute wurde er dann ausgewechselt. Rund um den Wechsel hatte Wolfsburg gut mitgehalten, unter anderem traf Lukas Nmecha in der 22. Minute nicht ins Tor, sondern die Latte.

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 1:2 (1:2)

Gladbach bleibt Tabellenführer. In Leverkusen nutzte die Borussia gleich ihre erste Gelegenheit: Von der Grundlinie bereitete Marcus Thuram für Torschütze Oscar Wendt vor (18.). Die Gladbacher hätten diese Führung gern länger gehalten, doch Kevin Volland nutzte direkt seine erste Torchance zum Ausgleich: Nach spektakulärer Vorarbeit von Lucas Alario umkurvte Volland Gladbachs Torwart Yann Sommer und traf (25.). Wieder Thuram sorgte für Gladbachs Sieg: Nach Hereingabe von Patrick Herrmann traf der Franzose aus kürzester Distanz.

RB Leipzig - Mainz 05 8:0 (5:0)

Nach dem 6:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg hat Leipzig auch in der Liga gegen chancenlose Mainzer wieder für ein Torfestival gesorgt. Während Leipzig seinen höchsten Sieg in der Vereinsgeschichte feierte, war es für Mainz die höchste Niederlage in der Bundesliga.

Marcel Sabitzer traf bereits in der 5. Minute. Und auch beim 2:0 der Leipziger ließ die Mainzer Innenverteidigung Leipzigs Timo Werner frei zum siebten Saison-Treffer einschieben. Christopher Nkunku selbst sorgte für das 3:0 (35.), Marcel Halstenberg erhöhte drei Minuten später zum 4:0. Yussuf Poulsen sorgte mit seinem Treffer zum 5:0 für einen Rekord, denn noch nie führte Leipzig zur Pause so hoch. Für die weiteren Tore sorgten Werner (48., 87.) und Nordi Mukiele (50.).

Werder Bremen - SC Freiburg 2:2 (1:1)

Werder hat einen Heimsieg gegen Freiburg kurz vor Schluss verspielt. Damit bleibt Bremen das sechste Mal in Folge ohne Sieg in der Liga. Milot Rashica traf erst mit einem sehenswerten Schlenzer zum 1:0 (9.), später bereitete er das 2:1 durch Theodor Gebre Selassie vor (59.). Rashica ist Bremens gefährlichster Angreifer: In seinem achten Saisonspiel ist er mittlerweile an acht Treffern direkt beteiligt gewesen.

Für Freiburg hatte der Ex-Bremer Nils Petersen getroffen, als er einen krassen Fehler von Werder-Keeper Jiri Pavlenka bestrafte: Pavlenka ließ sich mit dem Ball am Fuß in Bedrängnis bringen und verlor ihn dann im eigenen Strafraum (28.). In der Nachspielzeit war es erneut Petersen, der für den SC ausglich (90.+3).

mjm/mon
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