Verletzter Verteidiger Bayern will Hernández nicht für französische Nationalmannschaft abstellen

Nach der Niederlage gegen Hoffenheim geht Bayern München woanders in die Offensive. Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic weigert sich, den verletzten Lucas Hernández für das französische Nationalteam abzustellen.

Lucas Hernández soll nicht zur französischen Nationalmannschaft
Alexander Hassenstein/Getty Images

Lucas Hernández soll nicht zur französischen Nationalmannschaft


Bayern München droht Ärger mit der französischen Nationalmannschaft. Weil Verteidiger Lucas Hernández für die kommenden Länderspiele nominiert wurde, obwohl er die vergangenen beiden Klubspiele verpasste, äußerte sich Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach der Partie gegen Hoffenheim verärgert. Wie David Alaba, der wegen einer Rippenverletzung nicht zur österreichischen Nationalmannschaft reise, würde auch Lucas in München bleiben. "Der wird nicht zur Nationalmannschaft abgestellt, weil er eine Stressreaktion im Knie hat", sagte Salihamidzic.

Noch am Donnerstag hatte Niko Kovac gehofft, Didier Deschamps würde darauf verzichten, den Münchner Sommerzugang zu berufen. "Das geht nicht gegen Bayern oder Kovac", erklärte jedoch der Weltmeistertrainer von 2018. "Aber wir haben auch wichtige Spiele. Ich kenne Lucas gut genug, er ist auch bereit, mit einem Bein zu spielen."

Einen kleinen Seitenhieb konnte sich Deschamps nicht verkneifen. "Lucas hat zu viele Spiele gespielt, aber nicht bei mir. Er hat viele, viele Spiele für Bayern gemacht. Alle drei Tage, obwohl er aus einer Verletzung kam", sagte er. Deschamps bezog sich auf die Knie-OP des 23-Jährigen im Frühjahr. Sein Pflichtspieldebüt für die Bayern gab Hernández mit einem Kurzeinsatz im Pokal in Cottbus, erstmals in der Startelf stand er am zweiten Bundesliga-Spieltag.

"Wir werden der französischen Nationalmannschaft Bescheid geben, dass es dem Spieler nicht gut geht, dass er verletzt ist", sagte Salihamidzic. "Und dann werden die Mediziner das unter sich klären." Eine Reaktion des französischen Verbands stand am Samstagabend noch aus.

Laut Fifa- und Uefa-Statut gilt die Abstellpflicht, nach der Klubs ihre Spieler den jeweiligen Verbänden bei einer Nominierung für Länderspiele zur Verfügung stellen müssen.

fki



insgesamt 7 Beiträge
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william_borah 05.10.2019
1. Wenn's so einfach wäre, Brazzo
Mal wieder lautes Affengebrüll von der Säbener, nur diesmal von Junior. Eine Verweigerung der Anstellung kann bis zur Sperre des Spielers auf Klubebene führen. Man wird sich gütlich einigen müssen, das geht aber nicht im "Mia san mia"- Ductus
tairen 05.10.2019
2. kann ich voll und ganz nachvollziehen...
die Vereine nehmen die Spieler unter Vertrag und tragen nunmal die Kosten die damit einher gehen. Den schaden sowohl personell als auch finanziell hat immer der Verein und der Spieler natürlich. Wer schonmal am Knie operiert wurde weiß, dass das nicht in 2-3 Monaten erledigt ist. Der Spieler hat nach den Belastungen der letzten Wochen wieder Probleme mit dem Knie und soll nun in belanglosen Spielen gleich wieder verheizt werden? Ist denn ein angeschlagener Hernandez wirklich durch keinen anderen FITEN Spieler zu ersetzten? Wir reden immer noch von Frankreich. Selbst die C-Lösung der Franzosen sollte immer noch mehr Qualität haben als ein Großteil der Stammspieler die in anderen Nationen über den Platz stolpern.
aurichter 05.10.2019
3. Welchen Sinn
macht es einen nachweislich verletzten Spieler für eine Nationalmannschaft zu berufen und dann mit der Aussage um die Ecke kommen "..der würde auch mit einem Bein spielen". Dabei vergisst Deschamps, dass der Spieler vom Verein bezahlt wird und dort gesund spielen soll. Scheint aber manchem Teamchef einer NM egal zu sein, da steht der Spieler bei Prinzipienreiter an zweiter Stelle.
gibmichdiekirsche 06.10.2019
4.
Zitat von william_borahMal wieder lautes Affengebrüll von der Säbener, nur diesmal von Junior. Eine Verweigerung der Anstellung kann bis zur Sperre des Spielers auf Klubebene führen. Man wird sich gütlich einigen müssen, das geht aber nicht im "Mia san mia"- Ductus
Es kommt selten vor, dass ich den Bayern zur Seite springe, aber an diesem Punkt kann ich ihre Haltung verstehen und finde den Ausdruck "Affengebrüll" für verfehlt. Man denke z.B. nur daran, was sie um die WM 2010 herum mit Robben erleben musste, der verletzt zur niederländischen NM anreiste, dort auf wundersame Weise binnen weniger Tage "genesen" ist, volle Kanne eingesetzt wurde - und dann schwer verletzt dem Verein lange fehlte. Als BVBorusse erinnere ich ähnliche Szenarien (u.a. Reus); andere Vereine duften ebenfalls einschlägige Erfahrungen haben. Sicher haben Sie recht, dass sich Vereine und Verbände in solchen Fällen auf diplomatischem Wege einigen sollten. Und Deschamps Aussage, er spiele auch mit einem Bein, erscheint mir weit vollmundiger als die veröffentlichten Aussagen aus München.
der_ba_be 06.10.2019
5. @willi
Anscheinend haben sie da einen anderen Artikel zur Hand... denn über nichts anderes als eine "gütliche Einigung" spricht Salihamidzic mit dem Verweis, dass die medizinischen Abteilungen das unter dich klären werden.
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