Fußball-Bundesliga Frankfurt schlägt die Bayern und macht die Liga wieder spannend

Vor zwei Wochen waren es noch sieben Punkte, nach der Pleite gegen die Eintracht könnte Münchens Vorsprung erheblich schrumpfen. Mönchengladbach verlor Spiel eins nach Verkündung des Abgangs von Trainer Marco Rose.
Frankfurts Makoto Hasebe (M.): Sieg gegen die Bayern

Frankfurts Makoto Hasebe (M.): Sieg gegen die Bayern

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DANIEL ROLAND / AFP

Das hat es seit Herbst 2019 nicht mehr gegeben: Der FC Bayern hat zum zweiten Mal in Folge Punkte in der Bundesliga gelassen. Nach dem 3:3 gegen Bielefeld am vergangenen Spieltag verlor der Tabellenführer nun bei Eintracht Frankfurt und hinterließ dabei gerade in der ersten Hälfte keinen guten Eindruck.

Früh im Spiel kombinierte sich die Eintracht über Amin Younes und Filip Kostic über die linke Seite in den Strafraum, nach Kostics Vorarbeit traf Daichi Kamada zum 1:0 (12.). Der zweite Treffer war herrlich anzuschauen: Younes wurde im Strafraum von Bayerns Niklas Süle nicht angegriffen, also senkte er den Blick, nahm den Ball ins Visier und schoss ihn in den Winkel (31.). Sein Traumtor feierte Younes, indem er ein T-Shirt mit dem Aufdruck »#saytheirnames« präsentierte und damit an die Opfer des rassistischen Terroranschlags in Hanau erinnerte.

Erst nach dem 2:0 kamen die Bayern zu ersten gefährlichen Abschlüssen, und kurz nach der Pause gelang ihnen der Anschluss, nachdem Leroy Sané hakenschlagend durch Frankfurts Strafraum gedribbelt war und Robert Lewandowski bedient hatte (53.). Aus ihrer neuen Überlegenheit machten die Bayern aber nicht genug, um die Niederlage zu vermeiden.

Die Eintracht muss damit zu den Topteams der Liga gezählt werden. Der Erfolg war der neunte Sieg aus den vergangenen zehn Ligaspielen, Frankfurt ist damit Vierter. Die Münchner (sieben Siege im selben Zeitraum) bleiben Erster. Aber: Verfolger RB Leipzig, derzeit fünf Punkte hinter den Münchnern, tritt am Sonntag bei Hertha BSC an (15.30 Uhr; TV: Sky) und kann den Rückstand mit einem Sieg auf zwei Punkte verringern.

Die Borussia hat Spiel eins nach Verkündung des Abgangs von Marco Rose verloren. Karim Onisiwo erzielte ein wunderbares Tor für den Außenseiter, als er einen langen Ball zweimal im Gladbacher Strafraum aufkommen ließ und dann aus der Luft ins lange Eck schoss, vom Innenpfosten prallte der Ball ins Tor, Matthias Ginter machte dabei keine gute Figur (10.). Später verpasste Ádam Szálái knapp das mögliche 2:0 – und fast im Gegenzug traf Lars Stindl nach Vorlage von Jonas Hofmann zum Ausgleich (26.).

Später waren es dann die Gladbacher, die dem zweiten Treffer näher schienen und gegen zunehmend defensivere Mainzer erheblichen Druck entfachten. Das Tor aber fiel auf der Gegenseite kurz vor Schluss, als Kevin Stöger aus spitzem Winkel den Auswärtssieg sicherstellte (86.).

Mainz entwickelt sich damit zum Favoritenschreck. Der Tabellenvorletzte hatte in den vergangenen Wochen bereits in Dortmund und Leverkusen gepunktet sowie gegen Leipzig und Union gewonnen. Nach dem Sieg gegen Gladbach bleibt 05 zwar 17., der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt aber nur noch einen Punkt. Die Borussia ist Achter und droht, den Anschluss an die Europacup-Ränge zu verpassen.

In der Hinrunde war Union das Überraschungsteam, zuletzt steckte die Mannschaft aber in einem Tief. Beim SC Freiburg gelang den Berlinern nun nach zuvor fünf Spielen hintereinander wieder ein Sieg. Grischa Prömel erzielte den einzigen Treffer der Partie (64.). Damit darf Union weiter auf die Qualifikation für den Europacup hoffen. Der Rückstand auf Leverkusen beträgt drei Punkte. Und noch eine gute Nachricht gab es für die Berliner: Stürmer Max Kruse war nach langer Verletzungspause gegen den SC zumindest wieder im Kader. Freiburg ist nach dem zweiten sieglosen Spiel nacheinander Neunter.

Stuttgart hat nach zuvor drei sieglosen Partien wieder gewonnen. In Köln genügte ein Kopfballtreffer von Sasa Kalajdzic nach einem Standard für drei Punkte (49.). Was auch daran lag, dass sich beide Teams sehr schwer damit taten, klare Torchancen zu erspielen. 9:9 lautete das Torschussverhältnis nach 90 Minuten. Der VfB bleibt damit Zehnter in der Tabelle, der FC steht auf Rang 14, kann aber am Sonntag noch von Hertha BSC verdrängt werden.

mon
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