Fußball-Bundesliga Frankfurt und Funkel lösen Vertrag auf

Ende der Zusammenarbeit: Eintracht Frankfurt und Trainer Friedhelm Funkel gehen nach Saisonschluss getrennte Wege. Beim Bundesliga-Finale am Samstag wird der Coach zum letzten Mal auf der Eintracht-Bank sitzen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.


Hamburg - "Ich habe am Montag mit Heribert Bruchhagen gesprochen und ihn gebeten, mein Vertragsverhältnis zum 30. Juni zu beenden", sagte Funkel bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. "Ich werde natürlich am Samstag das Spiel gegen den Hamburger SV machen. Danach fahre ich erst einmal in den Urlaub, wo ich mir Gedanken über meine Zukunft machen werde", sagte der 55-Jährige weiter.

Frankfurts Funkel: "Die Eintracht bleibt tief in meinem Herzen"
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Frankfurts Funkel: "Die Eintracht bleibt tief in meinem Herzen"

Ein Nachfolger für den Coach steht nach Angaben des Vereins noch nicht fest: In den kommenden Tagen werde ein Anforderungsprofil für den neuen Trainer erstellt, um dann zügig Gespräche mit Kandidaten aufzunehmen. "Die Entscheidung wird nicht in einer Woche fallen, aber wir werden auch keine Findungskommission gründen, die dann drei Monate lang berät", sagte Vorstandschef Bruchhagen. Als Trainer für die kommende Saison sollen Michael Skibbe (zuletzt Galatasaray Istanbul), Armin Veh (zuletzt VfB Stuttgart), Mirko Slomka (zuletzt FC Schalke 04), Lothar Matthäus (Maccabi Netanya/Israel) und Thomas von Heesen (Apollon Limassol/Zypern) im Gespräch sein.

Funkel hatte das Amt am 1. Juli 2004 übernommen und seinen Vertrag erst Anfang Februar um ein Jahr verlängert. Bruchhagen hatte dies trotz großer Widerstände im Aufsichtsrat durchgeboxt. Der Ex-Profi war beim Tabellen-13. in dieser Saison immer wieder in die Kritik geraten. Zahlreiche Frankfurt-Fans hatten in den vergangenen Wochen mit "Funkel raus!"-Rufen lautstark die Entlassung des Trainers gefordert. "Es ist uns leider nicht gelungen, die Eigendynamik der Enttäuschung durch Argumente zu entkräften", sagte Bruchhagen nach zuletzt lediglich einem Punkt aus fünf Spielen.

Nach der 0:2-Niederlage am vergangenen Samstag in Bochum rückte anscheinend sogar Bruchhagen, der den Coach immer unterstützt hatte, von ihm ab. Bereits gestern hatte die "Frankfurter Rundschau" über das Ende der Zusammenarbeit berichtet.

Funkel ist nach Jos Luhukay (Borussia Mönchengladbach), Armin Veh (VfB Stuttgart), Fred Rutten (FC Schalke 04), Jürgen Klinsmann (FC Bayern München) und Michael Frontzeck (Arminia Bielefeld) der sechste Bundesliga-Trainer, der in dieser Saison seinen Stuhl räumen muss. Länger im Amt als der ehemalige Bundesligaprofi war in Frankfurt nur Erich Ribbeck, den Funkel am 2. Juli als Rekord-Trainer abgelöst hätte. "Ich habe nicht ein Prozent bereut, bei der Eintracht gewesen zu sein. Es war eine tolle, eine fantastische, die beste Zeit überhaupt in meiner Trainer-Karriere. Die Eintracht wird immer in meinem Herzen bleiben", sagte Funkel.

Er habe bereits "vor einiger Zeit mit Heribert Bruchhagen darüber gesprochen, ob eine weitere Zusammenarbeit Sinn macht. Ich habe in den vergangen Wochen gespürt, dass die Mannschaft Schwierigkeiten hatte, mit der Situation umzugehen", erklärte der Coach. Laut Bruchhagen hätte die Sorge, dass "die Mannschaft sich bei der permanenten Kritik nicht weiterentwickeln kann", den Ausschlag gegeben. Dem Trainer sei nichts vorzuwerfen, denn Funkel habe mit seinem Können und Wissen "die Grundlagen gelegt, dass Eintracht Frankfurt auch in Zukunft seinem Ziel gerecht werden kann, sich in der Bundesliga zu etablieren".

wit/sid/dpa



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