Fußball-Bundesliga Freiburg gelingt Befreiungsschlag

Im Kampf um den Klassenerhalt hat der SC Freiburg einen wichtigen Sieg errungen. Gegen den 1. FC Kaiserslautern hatte der Bundesliga-Rückkehrer zwar einige Mühe, kam aber dennoch zu einem dreifachen Punktgewinn. Die Entscheidung fiel durch einen Strafstoß.


Eng beschattet: FCK-Torjäger Klose (r.) konnte sich nicht entscheidend durchsetzen, hier stört Freiburgs Diarra
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Eng beschattet: FCK-Torjäger Klose (r.) konnte sich nicht entscheidend durchsetzen, hier stört Freiburgs Diarra

Freiburg - Levan Zkitischwili hat den SC Freiburg ins gesicherte Mittelfeld der Fußball-Bundesliga geschossen. Mit seinem Foulelfmeter-Tor in der 83. Minute sorgte der georgische Nationalspieler am Sonntagabend für den 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Der Lauterer Vertragsamateur Thomas Drescher hatte zuvor in seinem ersten Bundesligaspiel durch ein Foul an Alexander Iaschwili den Strafstoß verursacht.

Vor 24.500 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Dreisam-Stadion feierten die Hausherren nach zuvor drei erfolglosen Spielen wieder einen Sieg. Die Lauterer, die neben den Punkten auch José Dominguez durch eine Gelb-Rote Karte wegen Schiedsrichter-Beleidigung verloren (34.), blieben durch die Niederlage auf einem Abstiegsplatz hängen.

"Die Situation, elf gegen zehn zu spielen, war sehr schwierig für uns. Wir haben versucht, das Spiel breit zu machen und diszipliniert zu spielen", sagte Freiburgs Trainer Volker Finke, "dieser Sieg war besonders wichtig für uns, weil wir in der entscheidenden Phase sind und es nun darum geht, ob wir bis zum letzten Spieltag unten mitzittern müssen." FCK-Coach Kurt Jara sprach von einer "sehr bitteren" Niederlage. "Wir sind natürlich sehr enttäuscht", sagte der Österreicher, der am 3. Februar Erik Gerets als Cheftrainer auf dem Betzenberg abgelöst hatte.

Auch ohne den überraschend auf die Reservebank verbannten Zlatan Bajramovic startete Freiburg gegen den FCK sehr schwungvoll. Und den Gastgebern boten sich gegen die abwartend agierenden Pfälzer gleich einige Chancen. Vor allem Roda Antar hatte anfangs gute Szenen: Nach Zuspiel des Libanesen scheiterte Ellery Cairo (6.) am starken FCK-Keeper Tim Wiese. Dann zielte Antar nach Levan Zkitischwilis Traumpass freistehend aus Nahdistanz am Tor vorbei (12.). Zwei Minuten später scheiterte Bruno Berner an Wiese.

Platzverweis bringt FCK aus dem Konzept

Als die Gäste die Partie gerade offener gestalten konnten, schwächten sie sich selbst. Dominguez kassierte für einen Trikot-Zupfer zurecht Gelb und anschließend sofort die Ampelkarte, weil er Schiedsrichter Uwe Kemmling (Kleinburgwedel) für die Verwarnung applaudiert hatte. "Der Platzverweis war spielentscheidend", sagte Jara und kritisierte den Referee: "In dieser Phase der Meisterschaft erwarte ich ein bisschen mehr Gefühl vom Schiedsrichter. Es war abzusehen, dass das Spiel durch einen Elfmeter entschieden wird, darauf hat der Schiedsrichter ja nur gewartet." In Unterzahl bot sich dem seit Wochen torlosen Miroslav Klose (43.) zwar die Chance zum Führungstreffer, doch er setzte seinen Kopfball zu hoch an.

Nach dem Wechsel verstärkte Freiburg gegen die personell dezimierten Gäste den Druck. Dem Team fehlte allerdings die geeigneten Mittel, um die kompakte Abwehr des Gegners zu knacken. Einschussmöglichkeiten von Berner (50.) und Antar (58. und 69.) entsprangen ebenso Einzelaktionen wie ein Lattenschuss von Soumaila Coulibaly (67.) in dessen 100. Spiel für die Freiburger.

Nach einem Konter hätte Klose beinahe getroffen, doch sein Kopfball klatschte ebenso gegen den Pfosten (75.) wie Iashwilis Schuss in der 89. Minute. Insgesamt hatte der Sportclub den Sieg verdient. Das sah auch Gästecoach Jara so: "Freiburg hat besser gespielt und hatte die größeren Torchancen. Jetzt müssen wir unsere Punkte unbedingt weiter zu Hause holen. Die Entscheidung im Abstiegskampf fällt sowieso erst ganz am Ende."


SC Freiburg - 1. FC K'lautern 1:0 (0:0)
1:0 Zkitischwili (83., Foulelfmeter)
Freiburg: Golz - Riether (68. Sanou), Müller, Hermel, Diarra - Cairo, Zkitischwili, Antar (71. Bajramovic), Berner - Coulibaly, Iaschwili (90. Konde)
K'lautern: Wiese - Riedl, Knavs, Wenzel, Drescher - Nurmela, Bjelica - Christow, Dominguez - Lokvenc, Klose
Schiedsrichter: Kemmling (Burgwedel)
Zuschauer: 24.500
Gelbe Karten: Zkitischwili (5), Cairo (2) / Riedl (5), Klose (4), Wiese (2), Knavs (2)
Gelb-Rote Karte: Dominguez (K'lautern, 34.) wegen unsportlichen Verhaltens



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