2:1-Sieg gegen Leverkusen Hamburg lebt

Ein frühes Tor von Hakan Calhanoglu und ein Volleytreffer von Heiko Westermann: Der Hamburger SV siegt gegen Leverkusen und verlässt vorerst die Abstiegsränge.

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Hamburg - Abstieg - das Wort ist für den Hamburger SV und seine Fans seit Wochen Dauerbegleiter. Niederlage um Niederlage ist der Bundesligist dem GAU nähergekommen. Bis zu jenem Punkt, an dem eigentlich nichts mehr für das Kellerkind sprach. Abstieg, Abstieg, Abstieg.

Der Freitagabend vertrieb dieses Wort zwar nicht, aber er brachte immerhin die Hoffnung zurück. Das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, den Tabellenvierten, gewann der HSV 2:1 (1:0). Die drei Punkte hieven den Verein zumindest vorerst auf den ersehnten Platz 15.

Hamburgs Torschützen heißen Hakan Calhanoglu (vierte Minute) und Heiko Westermann (82.), für Bayer hatte Julian Brandt nach einem Patzer von HSV-Torwart René Adler zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen (58.). "Es war erleichternd. Viele Emotionen im Spiel - wenn man dann das Siegtor schießt, ist das natürlich ein schönes Gefühl", sagte Westermann.

Beim HSV, ohne den verletzten Pierre-Michel Lasogga im Sturm, verpufften die allerschlimmsten Befürchtungen schon früh. Nach nur vier Minuten lag der Ball im Leverkusener Netz, getroffen hatte mit Calhanoglu der zweite HSV-Profi nach Lasogga, der sich als Gewinner dieser so miesen Saison fühlen darf. Es war bereits der neunte Saisontreffer des Zugangs vom Karlsruher SC. Die Vorarbeit, das sei in diesen Tagen erwähnt, gab der vielgescholtene Rafael van der Vaart.

Wie fragil das Gebilde, das Trainer Mirko Slomka im Februar übernommen hatte, noch immer ist, zeigte die erste Chance der Gäste: HSV-Torwart René Adler verhinderte nur mit Mühe gegen den freistehenden Stefan Kießling den postwendenden Ausgleich (6.). Sicherheit, ein Fremdwort beim Hamburger SV, selbst nach dem Traumstart.

Adler greift vorbei - und rettet den Sieg

Kießling, diesmal per Kopf, besaß erneut die Gelegenheit zum Ausgleich (22.), ansonsten bemühte sich Leverkusen, mit nur elf Punkten in der Rückrunde angereist und dabei, selbst die Europa League zu verspielen, ein dankbarer Gast zu sein. Eine Spielidee war erneut nicht zu erkennen.

Weil der Gegner an diesem Abend aber Hamburg hieß, kam Bayer weiter durchaus vielversprechend vor das gegnerische Tor: Der ehemalige HSV-Profi Heung-Min Son scheiterte gleich zweimal an Adler (35./45.). Sekunden vor der Halbzeit wurde auch der Hamburger SV noch einmal aktiv: Calhanoglu und van der Vaart probierten es, blieben aber glücklos.

Nach dem Wiederanpfiff störte Adlers Fehlgriff die Offensivbemühungen der Gastgeber, die zuvor durch Calhanoglu dem zweiten Treffer nahe waren (55.). Brandt, 17 Jahre alt, trug sich beim Startelf-Debüt für Bayer Leverkusen in die Torschützenliste ein. Nach seinem harmlosen Schuss aus dem Mittelfeld griff Adler daneben. Von dessen Oberarm prallte der Ball zum 1:1 ins Tor (58.).

Hamburgs Antwort? Der für den verletzten Milan Badelj eingewechselte Tomas Rincon schoss van der Vaart an (62.), dazu ein harmloser Kopfball von Johan Djourou (69.). Auf der Gegenseite parierte Adler stark gegen Son (74.). Die Entscheidung gelang Westermann, der eine Flanke von Dennis Diekmeier volley nahm und Leno mit einem wuchtigen Schuss überwand (82.). In der Nachspielzeit rettete Adler mit einem Reflex gegen Emre Can den siebten Saisonsieg für den HSV. "Es war ein unglaubliches Spiel. Wir hatten Druck ohne Ende, aber am Ende zählt nur der Sieg", sagte HSV-Sportchef Oliver Kreuzer.

Bei nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Pflichtspielen wächst hingegen der Druck auf Bayer-Trainer Sami Hyypiä. "Wir beschäftigen uns mit diesen Diskussionen nicht", sagte Simon Rolfes. "Das Glück ist nicht auf unserer Seite. Irgendwie fressen wir immer noch ein Tor." Rudi Völler war der Frage nach der Zukunft des finnischen Trainers im Falle einer weiteren Niederlage schon vor Anpfiff ausgewichen. "Stand jetzt wollen wir immer noch mit Sami weitermachen", sagte Bayers Sportdirektor. "Die Medien haben noch nie einen Trainer entlassen", sagte Hyypiä nach dem Spiel.

Hamburger SV - Bayer Leverkusen 2:1 (1:0)
1:0 Calhanoglu (4.)
1:1 Brandt (58.)
2:1 Westermann (82.)
Hamburg: Adler - Diekmeier, Djourou, Mancienne, Westermann - Badelj (33. Rincon), Arslan - Calhanoglu, van der Vaart (68. Tesche), Jiracek - Zoua (77. Maggio)
Leverkusen: Leno - Donati (87. Öztunali), Can, Spahic, Boenisch - Lars Bender (80. Derdiyok), Rolfes - Brandt, Son - Castro (88. Ryu), Kießling
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Zuschauer: 49.575
Gelbe Karten: Rincon (4) - Brandt
Ballbesitz in %: 40,7 - 59,3
Schüsse: 18 - 19
gew. Zweikämpfe in %: 46,4 - 53,6

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chp

insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
alexanderschulze 04.04.2014
1. Ein sehr unterhaltsames Spiel
Ich fand es als neutraler Zuschauer (Bayern-Fan) wirklich kurzweilig. Und die Stimmung im Stadion war großartig. Weiter so, auch wenn die nächsten Spiele wirklich schwer werden.
j.w.pepper 04.04.2014
2. Niemals 2. Liga!!!
Oder jedenfalls: mal sehen...
andi/// 04.04.2014
3. Abstieg, Abstieg, Abstieg?
Ruft eigentlich nur Ihr bei Spon und die Kollegen von Bild. Souffliert von den HSV Hassern hier im Forum. Totgesagte leben länger!
deus-Lo-vult 04.04.2014
4.
Leverkusen ist einfach nur peinlich. Hoffentlich qualifizieren die sich nicht für Europa. Dann wäre die Blamage perfekt.
theodorzaloschnik 04.04.2014
5. Schade
Der HSV verdient es meines Erachtens eine Saison in der zweiten Liga zu verbringen, damit dort endlich mal in den Köpfen der Verantwortlichen die Realität einkehrt und Vergleiche mit Schalke aufhören.
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